Übersetzungstipp für Spruch auf Trauring

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Berion
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Übersetzungstipp für Spruch auf Trauring

Beitrag von Berion » Fr Mai 25 2007 14:45

Hallo zusammen,

bei dem Spruch, den ich gerne auf dem Trauring meiner Verlobten eingravieren lassen möchte, bin ich mir mit der Übersetzung ins Sindarin nicht sicher. Das Original lautet: "Monika, Liebe meines Lebens. Alexander". Mein Übersetzungsversuch lautet: "Minaiwen, meleth cuiwen. Berion" Jetzt bin ich aber nicht sicher (und habe in den verschiedenen Quellen keine eindeutige Erklärung gefunden), ob ich grammatikalisch und speziell mit den Mutationen alles richtig gemacht habe, könnt Ihr mir da einen Tipp geben?

Vielen Dank schon mal im voraus!

alex

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*taurwen*
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Beitrag von *taurwen* » Fr Mai 25 2007 15:47

Ich versuch's mal.

Das Namenslexikon www.behindthename.com hat nur Vermutungen für den Namen Monika.
Eventuell Ratgeberin.

Würde ich als gúriel, gúreth oder gúrwen übersetzen.

Alexander ist laut Lexikon: "defending/helping men".

Könnte man im weitesten Sinne als Bescützer verstehen. = Berion

Der ganze Satz hieße dann:

Gúriel, meleth cuil nín. Berion

Warte aber noch, bis die Könner hier sich melden.

Berion
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Beitrag von Berion » Fr Mai 25 2007 16:42

Hi Taurwen,

vielen Dank für die zügige Antwort!

Für die Namensübersetzungen habe ich (schon vor einiger Zeit) die Namensliste unter www.sindarin.de benutzt und dort entnommen:

Monika = "die Einzigartige" = Minaiwen
Alexander = "Beschützer" = Berion

Wie kommt denn das Konstrukt "cuil nín" genau zu Stande (damit ich was lerne ;-) Klingt für mich wie "mein Leben" (nicht "mín"?)

Danke!

alex

Híronen
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Beitrag von Híronen » Fr Mai 25 2007 19:01

Du hast sogar recht, Berion.
Es heißt "mein Leben".

Taurwen hat vermutlich nur vergessen den Genitivartikel zu setzen.
Mit Artike wuerde der Satz dann wie folgt lauten:
"Gúriel /Minaiwen, melth e-guil nín."
Wie kommt denn das Konstrukt "cuil nín" genau zu Stande (damit ich was lerne Klingt für mich wie "mein Leben" (nicht "mín"?)
Im Sindarin wird der Possessivbegleiter dem Besitzgegenstand nachgestellt.
nín kommt zu Stande, da das Pronomen ni = ich ist. Das Objektpronomen ist nin (sowohl Dativ, als auch Akkusativ). Der Possessiv ist nín.
Wie Du siehst, ist alles von ni abgeleitet.
So laeuft das dann auch fuer le, te, usw. Allerdings aendert sich hier das "e" zu "i", bzw. zu "í" im Possessiv.
Bei den Objekt- und Possessivpronomen tritt dann noch weiche Mutation auf.

Ich hoffe, ich habe das jetzt soweit richtig erklaert ohne grosse Fehler einzubauen *fragend guck*
@Taurwen: Ich hoffe ich bin Dir nicht zu nahe getreten?

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*taurwen*
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Beitrag von *taurwen* » Fr Mai 25 2007 19:33

Híronen hat geschrieben:
Taurwen hat vermutlich nur vergessen den Genitivartikel zu setzen.

@Taurwen: Ich hoffe ich bin Dir nicht zu nahe getreten?
Nein, nein, Du bist mir nicht zu nahe getreten.
Allerdings hatte ich jetzt nicht vergessen den Genitivartikel zu setzen, sondern habe mich an dem Beispiel der Beschriftung am Moria Tor orientiert.

Da steht: Ennyn Durin Aran Moria.....

Tore (von) Durin (des) König(s) (von) Moria...

Da ich davon ausgehe, dass der Ausdruck "Liebe meines Lebens" so etwas wie ein feststehender Ausdruck ist, habe ich den Genitivartikel weggelassen.
Cuil wir dann auch nicht leniert zu guil.

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Beitrag von Híronen » Fr Mai 25 2007 19:47

Das ist mir klar, aber am Moriator handelt es sich um Namen (Durin und Moria). Soviel ich weiss, kann man in dem Fall en weglassen.
Bei gemischter Mutation wird c zu g.
In Deinem Satzt bleibt's.

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Beitrag von *taurwen* » Fr Mai 25 2007 19:59

Híronen hat geschrieben: Bei gemischter Mutation wird c zu g.
In Deinem Satzt bleibt's.
Ja sicher. Und die Begründung, warum es bleibt, habe ich hier:
*taurwen* hat geschrieben: Da ich davon ausgehe, dass der Ausdruck "Liebe meines Lebens" so etwas wie ein feststehender Ausdruck ist, habe ich den Genitivartikel weggelassen.
Cuil wir dann auch nicht leniert zu guil.
geschrieben.
Vielleicht äussert sich aber noch jemand von den Profis dazu.

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Beitrag von Glanwen » Sa Mai 26 2007 9:06

Berion hat geschrieben:Für die Namensübersetzungen habe ich (schon vor einiger Zeit) die Namensliste unter www.sindarin.de benutzt und dort entnommen:

Monika = "die Einzigartige" = Minaiwen
Alexander = "Beschützer" = Berion
Wie du sicher schon gesehen hast, ist die Namensliste offline. Wir haben hier inzwischen angefangen sie zu überarbeiten, denn einige der damaligen Namensübersetzungen sind nach heutigem Wissenstand veraltete Konstruktionen.

Eine Übersetzung wie Minaiwen würden wir heute nicht mehr machen. Taurwens Vorschläge finde ich für die lat. Bedeutung "beraten" in Ordnung. Für die gr. Bedeutung für "einzeln, einzig, allein" würde ich noch Erdis, Ereth, Eriel, Erwen vorschlagen.

Bei der Überarbeitung sind wir zZ bei Alexander stehen geblieben. Siehe ab hier.

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Maewen
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Beitrag von Maewen » Sa Mai 26 2007 9:50

Wenn ich bezüglich der Namensübersetzung ein paar Bedenken äußern dürfte:

Einen Namen zu übersetzen, bedeutet für uns hier, seine ursprüngliche Bedeutung herauszufinden und diese dann so gut es geht in einen elbischen Namen gleicher Bedeutung umzuwandeln, der in Tolkiens Universum existiert haben könnte. Die Bedeutung eines Namens hat in der Regeln nichts mit den tatsächlichen Charaktereigenschaften eines Menschen zu tun, Namen werden normalerweise aus dem simplen Grund vergeben, weil der Klang den Eltern gefällt und selbst wenn sie sich auch vor der Namensgebung Gedanken wegen der Bedeutung machen, so ist keinesfalls gegeben, dass das Kind später dieser Bedeutung tatsächlich gerecht wird. Als Beispiel: Meine Eltern nannten mich Katharina, was - mit einiger Spekulation - aus dem Griechischen kommt und "die Reine" bedeutet; sie taten das nicht, weil sie annahmen oder hofften, ich würde später mal ein Kloster besuchen oder auf ewig die Unschuld vom Lande sein, sondern schlicht und ergreifend weil ihnen dieser Name gefiel. Würde mir mein Freund einen Verlobungsring schenken, auf dem "Für Die Reine, die Liebe meines Lebens" steht, würde ich mich wohl aber nicht angesprochen fühlen.

Was ich damit sagen will: Namensübersetzungen sind m.E. sinnvoll, wenn man einen Nicknamen für Foren oder Rollenspiele etc. braucht. Für Eheringe, Tattoos, Beerdigungskränze (hatten wir auch schon mal!) halte ich sie einfach für unangemessen, da die Bedeutung eines Namens nichts mit der Person zu tun haben muss. Namen werden auch in unserer Welt nicht übersetzt. Mein Name wird in Finnland auch nicht ins Finnische übersetzt, sondern allerhöchstens finnisiert, so dass das ganze als Katariina geschrieben und etwas anders ausgesprochen würde als im Deutschen - so und nicht anders, würde ich in solchen Fällen auch bei Tolkiens Sprachen verfahren, also Monica und Aleksander aus den Namen machen und sie dementsprechend in einen Tengwar-Modus übertragen.

Berion
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Beitrag von Berion » Di Mai 29 2007 12:30

Hallo zusammen,

vielen Dank, daß Ihr Euch da so viel Mühe gegeben habt, ich werde mir das alles mal durch den Kopf gehen lassen! (...bemerke allerdings schon, daß ich "nichts weiß" ;-)

Berion

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