Wort "Leidenschaft"

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simone
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Wort "Leidenschaft"

Beitrag von simone » Do Apr 03 2008 18:43

Hallo,

mich interessiert ein bestimmtes Wort in ""Tengwar-Schrift" - habe mich im Internet versucht, schlau zu machen. Allerdings stell' ich mich doch recht ungeschickt an.

"Leidenschaft" ist das Wort der Begierde. Leider konnte ich es in den "Wortlisten" zwecks Übersetzung nicht finden. Daher habe ich probiert, die einzelnen Buchstaben aus dem Deutschen zu übernehmen.


L - "lambe"
E - "yanta"
I - "anna"
D - ando
E - "yanta"
N - "númen"
S - "silme"
C - "calma"
H - "harma" - "hyarmen"
A - wie ein i mit 3 punkten darüber?
F - "formen"
T - "tinco"

Man findet so viele Informationen darüber im Internet, dass ich mittlerweile recht verwirrt und schon gar nicht mehr sicher bin, ob ich zumindedst irgendetwas richtig verstanden habe.
Ist diese Buchstabenfolge in irgendeiner Hinsicht korrekt?


Ich hoffe, ich habe mich irgendwie so ausgedrückt, dass man versteht was ich meine. Verwirre mich langsam schon selbst *schmunzel*

Liebe Grüße

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Tinulim
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Beitrag von Tinulim » Sa Apr 05 2008 8:14

*öhm*...versuch doch mal, ein Bild reinzustellen ;)
Zur Not gehts auch mit Paint, man wirds schon irgendwie erkennen^^

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mach
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Re: Wort "Leidenschaft"

Beitrag von mach » Sa Apr 05 2008 9:54

simone hat geschrieben:L - "lambe"
E - "yanta"
I - "anna"
D - ando
E - "yanta"
N - "númen"
S - "silme"
C - "calma"
H - "harma" - "hyarmen"
A - wie ein i mit 3 punkten darüber?
F - "formen"
T - "tinco"
Oh, toll, du hast als Beschreibung die Buchstabennamen verwendet! Brava! Das erleichtert es (für mich) sehr, über diesen Schriftzug zu sprechen.

Dass du verwirrt bist von den vielfältigen Informationen über die Tengwar, das ist nur allzu begreiflich. Die Tengwar sind nicht einfach ein Code für das lateinische Alphabet, sondern ein eigenes Alphabet mit eigenen Tücken und Macken, insbesondere mit einer Vielfalt eigener Orthographien, die üblicherweise Modi genannt werden. Wenn man nun Deutsch in Tengwar schreiben will, dann ergibt sich das besondere Problem, dass wir von Tolkien keine deutsche Tengwar-Orthographie haben. Glücklicherweise kennen wir aber zahlreiche englische Tengwar-Texte von Tolkien, die es wegen der engen Verwandschaft des Englischen zum Deutschen erlauben, auf mögliche deutsche Tengwarschreibungen zu schliessen.

Die Eigenständigkeit der Tengwar zeigt sich etwa darin, dass sie ein spezielles Zeichen für unser sch haben, nämlich üblicherweise den Buchstaben Aha (der auch Harma genannt wird, aber ich ziehe den Namen Aha vor, seit glaube ich Danny Andriës gesagt hatte, dass bei Aha die Verwechslungsgefahr mit Hyarmen kleiner ist).

Ein weiteres Tengwar-Problem ist die Frage, ob die Vokale (etwa aeiou) mit richtigen Buchstaben geschrieben werden sollen oder mit Tehtar, also mit kleinen Zeichen, die über oder unter die richtigen Buchstaben gesetzt werden. Fürs Englische hat Tolkien meistens richtige Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale verwendet. Das hast du auch getan für e und i, aber nicht für a. Der Vokalbuchstabe für a ist das Tengwa Vilya. Die drei Punkte nämlich sind das Vokaltehta für a. Die entsprechenden Vokaltehtar für e und i sehen aus wie ein accent aigu bzw. wie ein einfacher Punkt. Eine weitere Frage bei den Vokaltehtar ist, ob sie auf den vorangehenden oder auf den folgenden Buchstaben gesetzt werden sollen. Beides ist möglich. Auf das Zeichen, das du für die Schreibung von a erwähnt hast, das wie ein i ohne Punkt aussieht, werden sie nur dann gesetzt, wenn an der erforderlichen Stelle kein anderer Buchstabe steht. Die Schreibung mit richtigen Buchstaben ist aber völlig in Ordnung, also eben mit Vilya für das a.

Eine Besonderheit der Tengwar ist ferner die Berücksichtigung der Diphthonge, das heisst, der Doppelvokale, im Deutschen ei au eu. In den meisten Tengwartexten hat Tolkien die Zusammengehörigkeit dieser Laute dadurch ausgedrückt, dass er nicht einfach beide Vokale mit normalen Vokalzeichen geschrieben hat, so wie wir es mit unserem lateinischen Alphabet gewohnt sind, sondern dass jeweils nur den ersten. Den zweiten hingegen, der sozusagen nur ein Begleiter des ersten ist, hat er meistens nicht mit einem Vokalzeichen geschrieben, sondern als folgendes j bzw. w. Beim ei in Leidenschaft hiesse das, dass zwar Yanta verwendet würde für das e, für das i hingegen zwei Punkte oberhalb des Yanta, denn zwei Punkte oberhalb sind in dieser Schreibweise das Zeichen für ein folgendes i. Bei einer Schreibung mit Vokaltehtar wiederum würde das ei entweder mit accent aigu über Anna oder über Yanta geschrieben, je nachdem, ob die Vokalzeichen generell über den folgenden oder über den vorangehenden Buchstaben gesetzt würden.

simone
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Beitrag von simone » So Apr 06 2008 18:38

Wow. Klingt jetzt in meinen Ohren noch verwirrender *g*
Aber das mit den Vokalen bringt mir ein kleines bisschen Licht ins Dunkle. Ich wollte mir das nämlich aus einem ganz bestimmten Grund "zusammensetzen" - Kann es sein, dass es "so geschrieben" Leidenschaft bedeutet? Habe die Striche für Verzierungen oder Ähnliches gehalten o_O
Ich weiss, alles ein bisschen schief und so... hab den Tipp mit Paint befolgt - aus mir wird anscheinend keine Künstlerin :)

Hier der Link:
http://picasaweb.google.de/xsiimone/Mhm ... 2999951970

Ein bisschen konnte ich ja wiederentdecken, von den Buchstaben die ich rausgesucht habe. Aber leider nicht alles *schmunzel*

Vielen lieben Dank für die bisherigen Antworten!

LG, Simone

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Tinulim
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Beitrag von Tinulim » Di Apr 08 2008 21:28

Also erstmal ist das L spiegelverkehrt, und dann les ich, so wie's jetzt dasteht "Ledinschift".
Wie's aussieht, willst du die Sindarin-Schreibweise mit Tehtar verwenden. Also nachdem das "ei" ja ein Diphtong ist, brauchst du dafür einen Tehta (e/a, je nach dem, ob du's nach der Aussprache oder nach der Rechtschreibung schreibst) auf einem Tengwa für i oder j (ich würde anna nehmen, yanta geht aber auch). Das über dem n muss dann nochmal ein e sein.
Für das sch gibts ja wie mach schon gesagt hat bei den Tengwar sogar ein eigenes Zeichen - harma - das würde ich dann auch verwenden.
Das a über dem f - die Schreibweise von a als Kreis hab ich noch nie gesehen, und würde es jetzt deshalb für ein i halten...aber so richtig siehts ja auch nicht wie ein i aus, ist das am Schluss ein Modus, den ich nicht kenne? (ich kenne das a nur als drei Punkte/Striche, und das ist wohl in jedem Fall auch das üblichere)
Und das c/k kenne ich auch oben geschlossen (aber das brauchst du eh nicht mehr, falls du harma für das sch verwendest^^), allerdings hab ich das glaub ich schonmal irgendwo so gesehen, kann also auch ein anderer Modus sein.
Und nicht entmutigen lassen, Übung macht den Meister ;)

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