Gleicher Buchstabe, verschiedene Zeichen

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kartofffelkönig
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Gleicher Buchstabe, verschiedene Zeichen

Beitrag von kartofffelkönig » Do Jan 01 2015 15:23

Guten Tag, ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet!
Nun zu meiner Frage:
Es gibt ja Buchstaben im Tengwar, die zwei verschiedene Zeichen haben. Bei einigen versteh ich es, jedoch zum Beispiel beim "R" und beim "H" nicht. Beim R zum Beispiel gibt es ja das Zeichen das aussieht wie ein kleines Lateinisch N und eines das aussieht wie ein kleines Lateinisch Y. Ich habe mir jetzt schon einige Texte durchgelesen, jedoch komme ich nicht darauf, wann welches Zeichen gebraucht wird...

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smuecke
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Beitrag von smuecke » Do Jan 01 2015 20:03

Frohes Neues!

Einfachste Antwort: Das óre ("n") benutzt man am Wortende, das rómen ("y") überall sonst.

Etwas längere Antwort: Ich habe das óre speziell im Deutschen früher immer benutzt, wenn das r halbvokalisch ist, sowie allgemein wenn es erster Laut eines Konsonantclusters ist, z.B. Stern, Ärmel, Urlaub usw., rómen überall sonst, insbesondere, wenn das r am Ende eines Konsonantclusters steht, z.B. Traum, Anreiz usw.. Habe aber erfahren, dass das i.A. nicht die Regel ist, sondern es besser ist, die einfache Regel zu beherzigen, das óre nur am Wortende zu benutzen.

Gruß,
smuecke

kartofffelkönig
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Beitrag von kartofffelkönig » Fr Jan 02 2015 12:16

Vielen Dank für die Antwort:)
Wie sieht es denn aus mit dem Buchstaben H? Da gibt es ja auch verschiedene Zeichen...

Ausserdem:
Gibt es ein Zeichen für den Buchstaben C ? Bisher habe ich jeweils immer je nach Aussprache ein K oder ein G verwendet, aber bei gewissen wörtern wie dem Namen "Nicolas" braucht esvon der Aussprache her einfach ein C...

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mach
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Beitrag von mach » Fr Jan 02 2015 13:46

smuecke hat geschrieben:Einfachste Antwort: Das óre ("n") benutzt man am Wortende, das rómen ("y") überall sonst.
Das gilt aber nur für den Sindarin-Modus gemäss DTS 49, und den halte ich für eine ungeeignete Vorlage zu einem deutschen Modus. Eine bessere Grundlage sind Tolkiens englische Modi, denn das Deutsche ist nicht nur sehr eng verwandt mit dem Englischen, sondern weist auch im Lautsystem sehr grosse Übereinstimmungen auf. Auf dieser Grundlage sind zwei verschiedene Lösungen möglich:
  1. Eine Verwendung von Rómen am Silbenanfang und Óre am Silbenende unabhängig von der Aussprache. Dies beruht auf einem Verständnis von Tolkiens englischen Texten, wonach die dortige Verwendung von Rómen und Óre nicht von der Aussprache herrührt, sondern von einer rein traditionellen Verteilung (wie im klassischen Quenya-Modus). Es bietet sich eher für orthografische Modi an.
  2. Eine Verwendung von Rómen für starkes R, Óre hingegen für vokalisiertes R, das ungefähr wie ein A ausgesprochen wird. Kartoffelkönig könnte als Schweizer durchweg Rómen verwenden, da er wohl kein vokalisiertes R hat.
Schliesslich lässt sich in gewissen Vollschrift-Modi das R-Problem vollständig umgehen, wo Rómen für W steht und jedes R durch Óre wiedergegeben wird.
kartofffelkönig hat geschrieben:Wie sieht es denn aus mit dem Buchstaben H? Da gibt es ja auch verschiedene Zeichen...
Was denn für verschiedene Zeichen? Tolkien verwendet in den englischen Tengwarmodi nur Hyarmen.
kartofffelkönig hat geschrieben:Ausserdem:
Gibt es ein Zeichen für den Buchstaben C ? Bisher habe ich jeweils immer je nach Aussprache ein K oder ein G verwendet, aber bei gewissen wörtern wie dem Namen "Nicolas" braucht esvon der Aussprache her einfach ein C...
Du meinst, weil die Schweizer Aussprache nicht wie Nikolas ist, sondern eher wie Niggolas? Hm, das ist eine schwierige Frage. Eine mögliche Lösung bestünde vielleicht darin, für das Schweizer Hochdeutsch den Buchstaben K nicht durch gewöhnliches Quesse wiederzugeben, sondern durch verlängertes Quesse. Dadurch würde gewöhnliches Quesse für die Wiedergabe von GG frei bzw. – insbesondere in orthografischen Modi – von C, das wie GG ausgesprochen wird (in einem orthografischen Modi würde gewöhnliches GG selbstverständlich als Doppel-G geschrieben). Das setzt voraus, dass die Reihe der verlängerten Tengwar für die Affrikaten verwendet wird, was wiederum auf Tolkiens Aussage beruht, dass diese Reihe für je nach Sprache erforderliche spezielle Lautkombinationen gebraucht werde:

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       
T P  -    GG
       
D B  -    G
       
Z PF TSCH K
Der Nachteil wäre allerdings, dass kaum jemand diese Lösung ohne weitere Erklärung verstehen würde.

Zum Verständnis für unsere Nicht-Schweizer Kolleginnen und Kollegen: Das Schweizer GG, z.B. in Namen wie Elgg, Höngg oder Toggenburg, ist ein spezieller Buchstabe, der von den üblichen Regeln der deutschen Rechtschreibung abweicht. In der Aussprache unterscheidet sich das GG sowohl vom K als auch vom G – anders als das deutschländische GG wie in Kogge oder Flagge, das genau gleich wie ein G ausgesprochen wird. Das schweizerische K ist traditionell eine Affrikate [kx] (KCH), wenn auch in modernem Schweizer Hochdeutsch die Aussprache als gewöhnliches aspiriertes [kʰ] sich mittlerweile weit verbreitet hat. Das GG ist hingegen ein nicht aspiriertes [k] (in den Schweizer Dialekten sind auch T und P nicht aspiriert). Übrigens wird ein solches Doppel-GG auch in anderen Gebieten im äussersten Süden Deutschlands sowie in Österreich verwendet, doch darüber weiss ich weniger gut bescheid.

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