Eine wörtliche Übersetzung...


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Beitrag So Aug 25 2013 21:39

Eine wörtliche Übersetzung...

Guten Abend...
...und entschuldigt die Störung.

Mein Anliegen ist für euch kein besonderes, für mich jedoch schon sehr. Ich habe dieses Forum immer wieder durchforstet, mich dann an diverse Anweisungen gehalten...

Mein Anliegen... ein Tattoo mit den Namen meiner Tochter und dazu ein kleiner Satz.
Es soll nur eine "wörtliche" Übersetzung sein. Also keinerlei Umwandlung der Namen, nur eine wörtliche Übersetzung.

http://www.jakobswegonline.de/index.php/galerie/camino-frances-115km-2013/sarria-portomarin/test-1-121#joomimg

kann man das lesen?
Vielen Dank im Vorraus...
Thomas
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Beitrag So Aug 25 2013 23:04

Hallo Thomas!

Emilie Anna Marie
Liebe meines Lebens


Das soll es, glaube ich, heißen, oder? Kann man schon lesen, aber gibt einiges daran zu verbessern. Zum Beispiel, dass man bei deutschen Texten üblicherweise die Reihenfolge Vokal-Konsonant verwendet, das hast Du andersherum gemacht. Doppelkonsonanten (Anna) werden durch einen horizontalen Strich über dem Tengwa gekennzeichnet. Für ie (langes i) schreibe ich immer ein i auf einem langen "Träger", also einem nach unten verlängerten vertikalen Strich - da gibt es aber mehrere Umsetzungsmöglichkeiten.

Zuletzt noch ist der Schriftzug nicht optimal am Computer umgesetzt: Die Tehtar (Vokalzeichen) sind bei dir versetzt über den Tengwar (Konsonantenzeichen) - es gibt bei dieser Computerschriftart die Tehtar mehrfach, jeweils an eine bestimmte Tengwarbreite angepasst; lies am besten die Anleitung, die solche Tengwar-Fonts immer mitliefern, oder probiere einfach ein bisschen rum, bis der Tehta mittig über dem entsprechenden Tengwa sitzt (du findest ja alle Zeichen in der Zeichentabelle deines Schreibprogramms).

Gruß,
smuecke

PS: Was du, glaube ich, mit "wörtlicher Übersetzung" meinst, nennt man Transkription, d.h. die Umwandlung in ein anderes Schriftsystem ohne Übersetzung in eine andere Sprache.

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Beitrag Mo Aug 26 2013 20:01

Hallo,

vielen Dank für die Antwort und die Tipps...
ich habe mal versucht, das ganze umzusetzen...

http://www.jakobswegonline.de/index.php/galerie/camino-frances-115km-2013/sarria-portomarin/test-2-1-122#joomimg

:shock:
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Beitrag Di Aug 27 2013 12:22

Das sieht schon sehr gut aus! :)

An ein paar Stellen hast du aber noch überflüssige Vokalträger eingebaut, wo du die Vokale noch über die nachfolgenden Konsonanten schreiben kannst, z.B. direkt bei den ersten beiden Wörtern:
  Code:
 

Im Wort "Emilie" hast du einen Punk unter das l gemacht; das i-Tehta ist aber ein Punkt über dem Tengwa. Im Wort "Anna" muss sowohl der Verdopplungsstrich als auch das a über das n!

Das e am Ende von Liebe ist ein "schwaches" e, dafür schreibt man üblicherweise im Deutsch-Modus einen Punkt unter das Tengwa:
  Code:


Den Diphthong ei in meines kann man durchaus so schreiben, wie du es gemacht hast (- ist dann eher eine phonetische Schreibung), aber ich mache es immer so (orthographische Schreibung):
  Code:


Das es von meines kannst du auch noch zusammenschreiben. Dazu setzt du das e-Tehta auf ein umgedrehtes s-Tengwa (silme nuquerna):
  Code:



So, sonst ist alles richtig, und die Tehtar sind jetzt auch schön mittig! ;)
Gruß,
smuecke

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Beitrag Di Aug 27 2013 12:34

wow...
vielen lieben Dank.

Ich wusste nicht, das man mehrere Zeichen übereinander schreiben darf, so wie bei dem "n" die Verdoppelung und das "a".

Aber ich glaube, jetzt bekomme ich es hin...
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Beitrag Di Aug 27 2013 18:43

smuecke hat geschrieben:Das sieht schon sehr gut aus! :)

Da schliesse ich mich an!

smuecke hat geschrieben:An ein paar Stellen hast du aber noch überflüssige Vokalträger eingebaut, wo du die Vokale noch über die nachfolgenden Konsonanten schreiben kannst, z.B. direkt bei den ersten beiden Wörtern:
  Code:
 

Im Wort "Emilie" hast du einen Punk unter das l gemacht; das i-Tehta ist aber ein Punkt über dem Tengwa. Im Wort "Anna" muss sowohl der Verdopplungsstrich als auch das a über das n!

Warum muss das so sein müssen?

Ich denke, es ist eine ganze Reihe von verschiedenen orthografischen Schreibungen vertretbar:

  Code:
1.   
2.   
3.   
4.   


Die 2. Schreibung ist wohl etwas unelegant. Die 3. ist diejenige, die ich meistens vorschlage. Die 4. hat ihr gegenüber den Vorteil, dass sie für E oberhalb und unterhalb dasselbe Zeichen (dein einfachen Punkt) verwendet.

smuecke hat geschrieben:Das e am Ende von Liebe ist ein "schwaches" e, dafür schreibt man üblicherweise im Deutsch-Modus einen Punkt unter das Tengwa:
  Code:


Da es sich um eine orthografische Umschrift handelt, würde ich dazu raten, auch das erste E in Liebe zu schreiben (das Wort heisst ja nicht *Liibe), also auf eine der folgenden 4 Arten (die Nummerierung entspricht der obigen):
  Code:
1. 
2. 
3. 
4. 


smuecke hat geschrieben:Das es von meines kannst du auch noch zusammenschreiben. Dazu setzt du das e-Tehta auf ein umgedrehtes s-Tengwa (silme nuquerna):
  Code:


Ich würde das S eher mit Sa-rince schreiben, besonders weil ja eine Endung vorliegt. Der Sa-rince kann seinerseits ein Tehta tragen. Das kommt darauf hinaus, ob man das Wort eher als mein-es analysieren will oder als meine-s (was wohl keine grosse Rolle spielt):
  Code:
1. 
2. 
3. 
4. 


Ganz bestimmt auch ein Sa-rince in Lebens:
  Code:
1. 
2. 
3. 
4. 


Ferner ist zu bemerken, dass bei Namen durchaus die Verwendung von Tengwar-Grossbuchstaben zu empfehlen ist, deren Existenz wir erst in jüngster Zeit richtig zu würdigen lernen (auch wenn entsprechende Beispiele eigentlich schon lange bekannt sind).

Sorry, es ist nicht ganz ohne Hintergedanken, dass ich hier mit einer Vielzahl von verschiedenen Vorschlägen eher Verwirrung stifte denn Klarheit schaffe: Ich will so ganz praktisch darauf hinweisen, dass jede Tengwar-Transkription mit Unsicherheiten behaftet und somit nicht unbedingt als Tattoo-Vorlage geignet ist.
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Beitrag Di Aug 27 2013 21:22

mach hat geschrieben:Ich will so ganz praktisch darauf hinweisen, dass jede Tengwar-Transkription mit Unsicherheiten behaftet [...] ist.

Oh ja :D Danke, dass Du dich da auch nochmal zu Wort gemeldet hast!

Ich muss leider zugeben, dass ich immer noch an einer pseudoorthographischen Schreibung festhalte, wie zum Beispiel dem langen Träger für ie, ah etc. und der Unterscheidung von /e/ und /ə/. Nicht eben die eleganteste Methode :( - Muss ich mir mal abgewöhnen. :D

Gruß,
smuecke

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Beitrag Di Aug 27 2013 22:15

So. Ich bin jetzt einigermaßen verwirrt...

Ich kenne mich ja absolut nicht aus, aber mir ist schon aufgefallen, das es wirklich schwere Regeln dafür gibt.

Aber jetzt... puh.

Ich mach mal noch ein Bild und setz es rein...

Aber nochmal, VIELEN DANK für die Hilfe. Das meine ich ernst. :biggrin:

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Beitrag Mi Aug 28 2013 0:43

Mir ist absolut bewusst, das man NICHT WIRKLICH wörtlich übersetzen kann, aber ich hätte es gerne so, das es "Sinn" macht. Und mir ist natürlich auch bewusst, das ein Tattoo in dieser Sprache eine kleine Gratwanderung ist. Es ist mir aber nunmal wichtig... und ich möchte nicht, das jeder der mir begegnet, sofort alles lesen kann.
Es kommt zu den Worten noch unter anderem ein Stern. Nicht jeder weiß, was ein Stern bei einem Neugeborenen bedeutet und das ist auch gut so. Der Stern ist gott sei dank vorher... aber lassen wir das Thema...

Hier nochmal ein Versuch...

http://www.jakobswegonline.de/index.php/galerie/camino-frances-115km-2013/sarria-portomarin/test-3-1-123#joomimg

Es gibt Dinge, die sind wichtig... und DAS ist wichtig.

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Beitrag Do Aug 29 2013 22:30

äh... entschuldigt bitte...
ich möchte ja wirklich nicht stören...

ist denn mein letzter Versuch aktzeptabel? :|
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Beitrag Fr Aug 30 2013 12:36

Ich persönlich finde die Schreibweise mit dem kurzen Träger mit je einem Punkt drüber und drunter für ie eigentlich recht elegant! Die Schreibweise mit sa-rince ist auch völlig richtig so.

Einzig das ei in meines stimmt noch nicht: Da solltest du (finde ich) den Tengwa anna statt yanta verwenden (wobei deine jetzige Schreibweise auch vertretbar ist, wird im Sindarin zumindest aber für e in Diphthongen verwendet, z.B. ae und oe; anna hingegen für Diphthonge wie ai, ei, ...).
  Code:



Gruß,
smuecke

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Beitrag Fr Aug 30 2013 14:49

Ich danke euch...

vielen vielen Dank.

hier noch das letzte Bild davon:

http://www.jakobswegonline.de/index.php/galerie/camino-frances-115km-2013/sarria-portomarin/test-3-1-124#joomimg

Wirklich... vielen Dank für die Tipps.


Gruß
Thomas

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Beitrag Di Mär 11 2014 23:58

Hallo nochmal,

lang lang her, aber hier endlich das Ergebnis meiner Anfrage.
Ich finde es sieht sehr gut aus, und lesbar ist es (denke ich) auch.

http://www.jakobswegonline.de/index.php/galerie/camino-frances-115km-2013/sarria-portomarin/tattoo-170#joomimg

vielen Dank euch nochmal...

Gruß
Thomas

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