Seite 1 von 1

Transkription - estel

Verfasst: Fr Nov 26 2010 11:52
von Point
Hallo =)
Mein erster Beitrag ich bin ganz aufgeregt... In unregelmässigen Schüben verschlägt es mich immer mal wieder hier ins Forum und ich beschäftige mich ein wenig mit elbischer Sprache und Schrift. Allerdings reicht mein Atem immer nur für ein wenig Grundsätzliches und ich krieg bald das Gefühl es doch alles nicht zu verstehen. Wahrscheinlich braucht man ein gewisses Grundverständnis von Sprache was mir fehlt... Beim letzten Versuch hab ich erstmal ganz frustriert meine Deutschgrammatik rausgesucht und versucht erstmal ein paar grundsätzliche Dinge im Deutschen zu verstehen... Ehm nun ja soviel zu mir.

Der Grund für meinen Beitrag ist folgender:
Ich habe mich ein wenig mit dem Wort estel beschäftigt und es transkribiert und dann mit anderen Ergebnissen dazu im Internet verglichen und promt traten mir Fragezeichen vor die Augen.

Also im noldorischen Modus hätte ich geschrieben:

silme mit Schrägstrich darüber - tinco - lambe mit Schrägstrich darüber

Soweit so gut. Jetzt habe ich aber oft bzw. meist statt des silme ein silme nuquerna gesehen was mich zu der grundsätzlichen Frage führt worin der Unterschied besteht?

Und dann tat sich noch ein Problem auf was etwas schwierig zu beschreiben ist. Am Computer kann ich den Bogen des silme entweder bauchig oder geschwungen darstellen (in Tengwar Annatar: 8 bzw. * oder das silme nuquerna als i oder I) Ich hoffe ihr versteht was ich meine?
Ist das lediglich eine ehm "Stilfrage" oder ändert sich damit Bedeutung oder Aussprache?

Ähnliches hab ich mich in Bezug auf die Vokalabbildungen gefragt... Die Schrägstriche sind ja mit mal mehr mal weniger starken Schnörkeln versehen. Was mich maßlos verwirrt. Wieviel gestalterische Freiheit hat man da?

Ich hoffe die Fragen sind nicht zu doof und ich hab nicht irgendeinen Thread überlesen in dem das alles schon geklärt ist... Wenn ja darf man mich auch gerne kommentarlos weiterschicken.

Ansonsten freue ich mich über Hilfe =)

Verfasst: Fr Nov 26 2010 13:10
von Ithilwen
So, wie Du die Schreibung beschrieben hast, ist es richtig.

Silme und silme nuquerna sind - in diesem Modus - gleich, beide stehen für 's'. Silme nuquerna ist immer dann besser, wenn ein Vokaltehtar darüber Platz finden muss. Du hast Recht, es gibt zwei Schreibarten, die "bauchige" ist die gebräuchlichste.

Schrägstriche mit Schnörkeln - könnten das o- bzw. u-Tehtar sein?

Re: Transkription - estel

Verfasst: Fr Nov 26 2010 13:19
von Ailinel
Hallo :)
Beide Schreibweisen sind richtig, silme und silme nuquerna stehen beide für 's', das zweite wird oft verwendet, wenn ein Tehta darüber gesetzt werden soll, was wohl praktischer ist.
Und dann tat sich noch ein Problem auf was etwas schwierig zu beschreiben ist. Am Computer kann ich den Bogen des silme entweder bauchig oder geschwungen darstellen (in Tengwar Annatar: 8 bzw. * oder das silme nuquerna als i oder I) Ich hoffe ihr versteht was ich meine?
Ich vermute zwar, dass es um unterschiedliche Schriftarten geht, aber silme nuquerna sieht sieht meines Wissens nie wie i oder I aus. (Zur Frage 'gestalterische Freiheit' vergleiche mal die Tengwar in der Ringinschrift.)

Re: Transkription - estel

Verfasst: Fr Nov 26 2010 14:08
von mach
Point hat geschrieben:Also im noldorischen Modus hätte ich geschrieben:
Die von dir beschriebene Transkription ist völlig in Ordnung, wie schon die anderen gesagt haben. Ich würde allerdings davon abraten, die betr. Schreibung mit den Noldor zu assoziieren, denn dazu gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Die einzigen Anhaltspunkte, die eine Assoziation dieses Modus mit irgendetwas in Mittelerde erlauben, weisen am ehesten vielleicht nach Gondor. Man sollte sich aber dabei wohl nicht auf den Ast herauslassen und besser von Assoziationen zu Mittelerde absehen, indem man stattdessen vom Sindarin-Tehtarmodus sprechen oder von der Sindarin-Variante des "general use" der Tengwar.
Point hat geschrieben:Am Computer kann ich den Bogen des silme entweder bauchig oder geschwungen darstellen (in Tengwar Annatar: 8 bzw. * oder das silme nuquerna als i oder I) Ich hoffe ihr versteht was ich meine?
Ja, du meinst die verschiedenen alternativen Formen der Buchstaben Silme und Silme nuquerna. Zwischen diesen besteht kein Unterschied. Die verbreiteten Dan-Smith-Tengwarschriftarten bieten nur deshalb alternative Formen von zahlreichen Buchstaben an, weil diese Schriftarten "dumm" sind – wenn sie "intelligent" wären, dann würden sie je nach Umgebung automatisch die jeweils passende alternative Form des Buchstabens auswählen. Am augenfälligsten ist das bei den Vokaltehtar, wo die Dan-Smith-Schriftarten jeweils ein einziges Tehta in vier verschiedenen Alternativen anbieten, von denen man dann beim Tippen die jeweils passende selber auswählen muss (und von Schrift zu Schrift ist es oft nicht einmal dieselbe!). Eine "intelligente" Schrift hingegen bietet ein einziges Zeichen auch nur ein einziges Mal an und wählt dann beim Tippen die jeweils passende automatisch aus.
Point hat geschrieben:Ähnliches hab ich mich in Bezug auf die Vokalabbildungen gefragt... Die Schrägstriche sind ja mit mal mehr mal weniger starken Schnörkeln versehen. Was mich maßlos verwirrt. Wieviel gestalterische Freiheit hat man da?
Es kommt ein bisschen auf den Modus an. Grundsätzlich gilt, dass der Schrägstrich gerade bleiben muss, damit er nicht mit den Kringeln verwechselt wird. Wir kennen aber (mindestens) einen Fall, wo der Andaith – das Längezeichen der Vollschriften, das normalerweise wie ein Schrägstrich aussieht – mit einem kleinen Schnörkel versehen ist, so dass er aussieht wie der Rechtskringel (das typische o-Tehta). In dem Fall liegt aber auch keine Verwechslungsgefahr vor, denn im betreffenden Modus kommt kein eigentlicher Rechtskringel vor, so dass der Andaith ruhig ein bisschen wie ein Rechtskringel aussehen darf, obwohl er normalerweise wie ein Schrägstrich aussieht:

Code: Alles auswählen

“ ” sähe dort also aus wie “ ”.
Ich weiss leider gerade nicht auswendig, in welchem Tengwar-Text das so ist.

Re: Transkription - estel

Verfasst: Fr Nov 26 2010 14:13
von Avorninnas
mach hat geschrieben: Ich würde allerdings davon abraten, die betr. Schreibung mit den Noldor zu assoziieren, denn dazu gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Die einzigen Anhaltspunkte, die eine Assoziation dieses Modus mit irgendetwas in Mittelerde erlauben, weisen am ehesten vielleicht nach Gondor.
Ich glaube, der Terminus "noldorischer Modus" dürfte eher hiervon inspiriert sein. Und weniger Points Einstellung zur storyinternen Herkunft widerspiegeln. Vermute ich zumindest.

Verfasst: Fr Nov 26 2010 14:21
von Point
Ui wie schön das ging ja fix =)

Ich vermute zwar, dass es um unterschiedliche Schriftarten geht, aber silme nuquerna sieht sieht meines Wissens nie wie i oder I aus.

Nein ich meine ja natürlich nicht, dass das silme wie i oder I aussieht sondern wollte auf die beiden unterschiedlichen Darstellungen in Tengwar Annatar verweisen die sich ergeben wenn man entweder i oder I auf der Tastatur drückt...


Schrägstriche mit Schnörkeln - könnten das o- bzw. u-Tehtar sein?
Hm ja auch... Ich glaub was mich verwirrt hat waren die Kringel an den e(?)-Tehtar bei kursiver Schriftart... Und da hab ich mich dann halt gefragt wann man beim "Schnörkeln" möglicherweise die Bedeutung eines Tehtars verändert... Vll ist die Frage auch nicht zu verstehen weil sie sich von selbst in Luft auflöst wenn man sich intensiver mit Tengwar beschäftigt ... :/

Verfasst: Fr Nov 26 2010 14:27
von Point
Ich glaube, der Terminus "noldorischer Modus" dürfte eher hiervon inspiriert sein. Und weniger Points Einstellung zur storyinternen Herkunft widerspiegeln. Vermute ich zumindest.
Ja ganz genau... Irgendwo muss man ja einen Einstieg suchen und dort fand ichs halbwegs verständlich =)


@ mach: Vielen Dank für die Aufklärung meines Schnörkelproblems =)

Re: Transkription - estel

Verfasst: Fr Nov 26 2010 17:22
von mach
Avorninnas hat geschrieben:Ich glaube, der Terminus "noldorischer Modus" dürfte eher hiervon inspiriert sein. Und weniger Points Einstellung zur storyinternen Herkunft widerspiegeln. Vermute ich zumindest.
Das hatte ich selber auch vermutet – und Point hat es ja auch bestätigt. Ich wollte nur den Terminus ablehnen; es war überhaupt nicht persönlich gemeint. Ich entschuldige mich dafür, dass es vielleicht missverständlich war.

Verfasst: Fr Nov 26 2010 17:39
von Point
Oh von mir aus kein Problem... Hab mich heute auch mal bis ganz nach hinten durchs Schriftforum gelesen und bin dabei dann auch noch das ein oder andere mal über deine ganz deutliche Ablehnung des Begriffs gestolpert. Ist mir beim Querlesen entgangen. Hatte Katzers Seiten hier in den FAQs gefunden und hatte natürlich nicht erwartet damit direkt ins Fettnäpchen zu treten =) Aber wie auch immer.
Wir haben uns ja verstanden =)

Verfasst: Fr Nov 26 2010 20:31
von mach
:) Jaja, ich wiederhole mich regelmässig! Es stimmt, Katzers Seite steht im Tengwar-FAQ, aber ich habe dort auch extra hingeschrieben "mit Vorsicht zu geniessen", und nicht zuletzt (aber nicht nur) wegen dieser fragwürdigen Noldor-Assoziation.