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Verfasst: Mi Nov 09 2011 16:58
von Eirien
Was ist eigentlich mit

Ilk. thôn = 'pine-tree'. N thaun = 'pine-tree'
D. Tanne mit völlig unklarer Etymologie, wenn man keinen Zusammenhang mit bret. tann vermutet, das aber 'Eiche' heißt.

Verfasst: Do Nov 10 2011 19:13
von Amroth Elenion
Hatten wir das schon:

S. *nara- erzählen
Latein narrāre erzählen, berichten

Verfasst: Mi Nov 16 2011 17:17
von Eirien
Roman hat geschrieben:Ainu kara 'make, do, act, achieve, accomplish', meistens invariant: ku kara 'I make' usw.
Q. kar- 'make, do, build, form', S. car- 'to do'
Ja, und Isl. + Faröisch gera, ON gøra, gørva, Proto-Germanic *garwijanan 'machen, zurechtmachen, bereiten'

Verfasst: Mi Nov 16 2011 22:13
von Roman
Hatten wir das schon:
S. *nara- erzählen
Latein narrāre erzählen, berichten
Yupp, siehe zweiten Link unten.
Ja, und Isl. + Faröisch gera, ON gøra, gørva, Proto-Germanic *garwijanan 'machen, zurechtmachen, bereiten'
Genau, und übrigens auch noch Sanskrit kṛ 'to do, make, perform, accomplish, cause, effect, prepare, undertake', kará 'a doer, maker, causer, doing, making, causing, producing', kárman 'act, action, performance, business'; woraus auch "Karma".
Ja, sie geht so weit: Schottisch-Gälisches-cn ist [kr].
Die spinnen, die Insel-Kelten... :-) Ist hier auch historisch [kn] > [kr] passiert oder was ging da ab?

Jedenfalls, bevor die nagelneue Seite online geht, wäre es gut, die Listen nochmals zu überprüfen:

EDIT: Hier die Links zur fertigen Seite:
http://www.sindanoorie.net/art/Similarities001.html
http://www.sindanoorie.net/art/Similarities002.html

Verfasst: Do Nov 17 2011 21:18
von Eirien
Roman hat geschrieben:Die spinnen, die Insel-Kelten... :-) Ist hier auch historisch [kn] > [kr] passiert oder was ging da ab?
Nicht nur die Insel-Kelten, Bretonisch hat so was auch, und es geht nicht nur um [kn] > [kr], je nach Dialekt kann das am Wortanfang im Prinzip mit jedem n passieren, das direkt auf einen Konsonanten (außer s) folgt, oder wortintern, aber da nur auf einen anderen Nasal folgend.

Auf irgendeiner Internetseite (die ich jetzt auf die Schnelle nicht finde) glaube ich gelesen zu haben, diese Denasalisierung sei quasi die Umkehrung der Eclipse - das kann möglich sein, wenn man sieht, dass die auch wortübergreifend funktioniert (z. B. bei an tsneachta [ə t'r'axtə] in Erris). Die Denasalisierung ist aber auch gar nicht auf die keltischen Sprachen beschränkt, die gibt's in ähnlicher Form auch in z.B. Lakkia oder diversen Sioux-Sprachen.

Zur Liste:
Ir. talamh [’taləw] ’earth, ground, land’ - dialektabhängig auch [’taləv], was unseren Zwecken hier ja noch entgegenkommt


...und einen habe ich noch wieder:
S. gladha- = 'to laugh'
Isl. gleði = 'joy, happiness', Dan. glæde = 'gladness, merriment', O.N. glaðr = 'smooth, bright, glad', O.E. glæd = 'bright, shining, joyous', E. glad

Verfasst: Do Nov 17 2011 21:42
von mach
Roman hat geschrieben:Die spinnen, die Insel-Kelten... :-) Ist hier auch historisch [kn] > [kr] passiert oder was ging da ab?
Also mich dünkt diese Entwicklung gar nicht so abwegig – wenn man sich nur gedanklich vom Rachen-[ʀ] löst. ;)

Verfasst: Fr Nov 18 2011 14:30
von Eirien
Roman hat geschrieben:Ist hier auch historisch [kn] > [kr] passiert oder was ging da ab?
Ach so, 'tschuldigung - ja, klar, das ist historisch, deshalb schreibt man zwar noch die "alte" Form mit n, das r wird nur gesprochen. Und das passiert, wie gesagt, auch nicht in allen Dialekten, die anderen sagen weiterhin [kn].

Verfasst: Mo Nov 21 2011 1:20
von Roman
Abwegig ist /n/ > /r/ nicht unbedingt: In Latein haben wir germen < *gen-mṇ (= Engl. 'germ'), wo es durch Dissimilation zustande zu kommen scheint. Dann kenne ich noch aus dem Koreanischen den umgekehrten Prozess /r/ > /n/ am Wortanfang, aber das scheint wiederum damit zusammenzuhängen, dass Koreanisch ein /r/ am Wortanfang phonotaktisch verbietet und es nur in Fremdwörtern vorkommt. Außerdem ist da /r/ ein Flap, was den Übergang nach /n/ wohl etwas einfacher macht. In /kn/ ist diese Lautänderung durch den komischen Konsonantencluster bedingt, würde ich mal vermuten.

EDIT: Eigentlich könnte man /n/ > /r/ als analog zu labialem /m/ > /v/ ansehen - das wär' doch mal eine interesssante Mutationsregel für eine andere erfundene Sprache...

Verfasst: Mi Nov 23 2011 17:18
von Eirien
Ich weiß nicht, ob ich die aktuellste Version der Liste habe, in der ich nur mal kurz und knapp
Q. quendi 'Elvish woman' (MR:229)
ON kvendi 'woman'
aufgeführt finde, wobei man aber gut noch hinzfügen könnte

Q wende, vende; N gwend, gwenn 'maiden'; Ilk. gwen 'girl' √WEN-, WENED-
O.E. cwene, O.S. cwena 'queen, female ruler of a state, woman, wife', Gr. γυνή, PIE *gwen- 'woman, wife'

Noch was Kurioses in dem Zusammenhang:
Maori wahine 'wife, female, woman'
oder
Potawatomi kwé 'woman'

Verfasst: So Nov 27 2011 17:13
von Amroth Elenion
Was ist mit
Sindarin: hûl Kampfschrei
Dänisch: hyl Schrei

Verfasst: So Nov 27 2011 22:13
von Roman
Was ist mit
Sindarin: hûl Kampfschrei
Dänisch: hyl Schrei
Entspricht sicherlich 'howl' und "heulen".. Ist das nicht irgendwie lautmalerisch?

Hier ist aber noch etwas:
Q. mule 'meal, grist' (PE17:115,181)
Classical Nahuatl mōlli '1. sauce, 2. broth, stew', hieraus Am. Sp. mole - sieht irgendwie so aus, wie es sich anhört
In Zusammensetzungen ist das Wort anscheinend mulli (= mūlli?): uacamulli > guacamole

Verfasst: Do Dez 01 2011 18:48
von Eirien
... und noch eins:

N filig pl., analogical singular fileg 'small bird'
Gà. faoileag [fɯ:laɡ̊], Ulster Ir. faoileog [fɯlʲoːɡ] 'Möwe'

Verfasst: Sa Dez 03 2011 19:52
von Amroth Elenion
Hatten wir das schon:
Sindarin las(s) Blatt
Polnisch las Wald

Verfasst: So Dez 11 2011 6:53
von Amroth Elenion
Und

S. adar Vater
Ir. athair Vater

S. adan Mensch
Türkisch adam Mann, Mensch

S. naneth Mutter
Albanisch nënë [nɑ:n(ə)]

Verfasst: So Dez 11 2011 13:37
von Roman
Hatten wir das schon:
Sindarin las(s) Blatt
Polnisch las Wald
Dann nicht eher gleich liść "Blatt", bzw. in anderen slawischen Sprachen list?
S. adan Mensch
Türkisch adam Mann, Mensch
Das scheint über Arabisch ādam aus Hebräisch adám entlehnt worden zu sein.

"Vater" und "Mutter" würde ich gesondert behandeln, die Wörter dafür sind nämlich in aller Welt so etwas wie papa, tata, mama oder nana.