Beitrag Mi Jun 27 2007 11:59

Deutsche zu Besuch in der Schweiz

Das Ding hier kursiert schon ewig im Netz, ist aber dennoch immer wieder ganz witzig - vor allem das mit dem Telefonieren stimmt nämlich haargenau! *g* Also falls es Jemand noch nicht kennt... ich habe allerdings ein paar Dinge rausgestrichen, und nur die sprachrelevanten Eigenheiten drin gelassen.

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Das 'kleine Einmaleins' für den Schweiz-Besuch
(...aus einem deutschen Reiseführer)


Sprache:

* Der 'Deutschschweizer Dialekt' als Ganzes ist mit dem Hochdeutschen etwa so eng verwandt wie ostfriesisches Platt mit der niederbayerischen Mundart.

* Die Pflicht, sich im Auto anzuschnallen, heisst Gurtenobligatorium.

* Die Ständerlampe ist eine Stehlampe und keine Genitalbeleuchtung.

* Wenn Sie die Schweiz besuchen: Bitte sagen Sie zum 'Gipfeli' (Hörnchen, Croissant) nicht 'Kipfelchen'.

* Lassen Sie bleiben, was Sie zu beherrschen glauben, es klingt in Schweizer Ohren übel: Grützi, grüüzi oder grüzzi! Bleiben Sie bei 'Guten Tag', bis Ihnen jemand für Ihr Grüäzi die Prüfung abgenommen hat. Oder wenden Sie den Verschlucktrick an und sagen Sie ~-zi. Das machen auch viele Schweizer so.

* Ein Harass ist kein Schäferhund, sondern eine Getränkekiste. Wenn von einem Mödeli Anke die Rede ist, so ist kein Mädchen namens Anke gemeint, sondern ein Stück Butter. Und wer Sie fragt, ob Sie ein Zältli möchten, der will Ihnen keine kleine Campingausrüstung aufschwätzen, sondern ein Bonbon anbieten. Chriesi sind keine Krisen, sondern Kirschen.

Bluffen:

* Bestellen Sie in einer Kneipe (Schpunte, Beiz, Chnelle) ein Tschumpeli Dohl. Das Risiko dürfte sich lohnen, wenn alles glatt läuft, bekommen Sie ein Gläschen Rotwein (Dôle).

* La grande nation: Café, Restaurant, Coiffeur (ja nicht Friseur!), Trottoir, Billet, Jupe statt Rock, pressant (statt in Eile), Apéro, Dessert, Sauce, Glacé, Radio statt Rundfunk. Gewöhnen Sie sich an das leise Lächeln des Schweizers, wenn Sie sich mit Städtenamen wie Vevey abmühen (Es sei hier verraten: Wöwe).

Die Schweizer & das Essen:

* Wenn Sie in der Schweiz ein Müsli bestellen, grinsen Ihre Gastgeber in sich hinein, denn Sie scheinen eine kleine Maus verspeisen zu wollen. Die in der Schweiz von Dr. Bircher entwickelte Frucht-Joghurt-Flockenmischung ist hierzulande nämlich ein Müesli.

* Spargeln ist in der Schweiz kein Verb (ich habe gespargelt), sondern schlicht die Mehrzahl von Spargel, wie sie in Deutschland nicht existiert.

Heiterkeit:

* Zu Heiterkeit geben dem Deutschen immer wieder hochdeutsche schweizerische Formulierungen wie 'Fehlbare Automobilisten werden gebüßt' Anlass, oder schriftliche Warnungen in Trams, dass Fahrgäste ohne Billet 80 Franken für die Umtriebe zahlen müssen.

Telefonieren:

* Die putzigste Eigenart des Schweizers beim Telefonieren: Wie kurz auch immer Ihr Schweizer Telefonpartner das Gespräch unterbrechen muss, er wird es mit diesen Worten wiederaufnehmen: 'Sind Sie noch da?'
Antworten Sie mit einem schlichten 'Ja', und wundern Sie sich nicht.
Es ist nun einmal eine Redensart am Telefon, und die ironische Antwort: 'Nein', Sie hätten sich gerade eben in Luft aufgelöst, würde Ihren Gesprächspartner nur unnötig befremden. Wenn ein Engländer Sie mit 'How do you do?' begrüßt, erklären Sie ihm ja auch nicht, wie Sie es am liebsten treiben.
Ebenfalls geht der Verabschiedung – vor allem in Berner Regionen - immer ein gedehntes Aaauusoo voraus und deutet somit an, dass der Gesprächspartner das Telefonat beenden möchte.

* Wenn die Schweizer jemanden anrufen, dann "machen" sie ein "Telefon": "I ha geschter no ä huufe Telefon gmacht" (Ich habe gestern noch viele Anrufe getätigt). Wenn man jemanden darauf hinweist, dass man sich wieder telefonisch meldet, wird ein "Telefon gegeben": "I gib dr de später no es Telefon" (Ich ruf dich dann später nochmal an).

Einkaufen:

* Für die Papiertüte im Supermarkt müssen Sie 30 bis 50 Rappen bezahlen. Das ist kein hinterhältiger Angriff auf Ihren Geldbeutel, sondern eine erzieherische Massnahme, um die Wegwerfgesellschaft zu bekämpfen. Wenn Sie also einen Schweizer mit einer leeren Papiertüte antreffen, ist er vermutlich auf dem Weg zum Einkauf.


Hier noch ein paar Ergänzungen:

Währung

* Sollte Sie jemand auf der Strasse nach ein paar Rappen fragen seien Sie nicht besorgt. Er will nicht Ihre Pferde stehlen. Es handelt sich hierbei um die kleinste Währungseinheit der Schweiz (analog zu den Cents).

Umgangsformen

* Wenn sie sich von jemandem verabschieden wollen und sie sind mit dieser Person nicht auf Du, dann sagen sie nicht Tschüss sondern Aufwiedersehen oder -hören (uf wiederluege, uf wiederhöre). Tschüss wird als äusserst unhöflich angesehen.

Allerlei

* Wundern sie sich nicht wenn ihnen jemand sagt: "Ich gang go poste". Er will nicht zur Post sondern geht einkaufen (im Berndeutschen: Kommissionen machen).

* Wie so für alles andere auch haben die Schweizer ihr eigenes Wort für Handy. Hierzulande wird das Ding Natel genannt und ist wahrscheinlich aus den Wörtern nah und Telefon zusammengesetzt.



Sodele, jetzt seid ihr gerüstet für den nächsten Schweizbesuch :-)
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