Übersetzung "Der Ort an dem die...."

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Landorlin
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Übersetzung "Der Ort an dem die...."

Beitrag von Landorlin » Di Jan 26 2010 14:04

Gruß.

In unserer Rollenspielkampagne wurde ein heiliger Ort erschaffen, der jetzt einen Namen bekommen soll. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, und schlechten Ideen, ist mit allgemeiner Zustimmung folgender Satz entstanden:

"Der Ort an dem die Götter die Erde geküßt haben."

Ich würde jetzt gerne wissen, wie das auf Quenya klingen könnte. Andere Variationen sind z.B.

"Dort wo die Götter..."
"Der Wald/Das Wäldchen/Der Hain wo/an dem die Götter..."

Eine mögliche Kurzform, und vllt. der endgültige Name, ist imo "Kußwald"

Okay, zu den Vokabeln: Ich habe folgende Substantive recherchiert:
Ort: nóm:e
Wald: tauno, málos (ich würde taur:e auslassen wegen des Konnotats "great" wood)
Hain (engl. grove, copse, bosk): nicht gefunden
Götter bzw. Gott: Valar, Anuir bzw. Vala, Anui, Enu (Eru)
Heilger Ort: yána
Erde: már (< engl. home), talan (< engl. ground), cemen (< engl. soil)
küssen: miqu-
Kuß: miqu:e

Einige Gehversuche meinerseits:
Tauno Miqu:eva (< Kußwald), Yána Miqu:eva (< Heiliger Ort des Kußes)
"Sinóm:en miquir Anuir már"

Wäre nett wenn da wer einen kurzen Blick drüber wirft, danke.

Órerámar
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Wenn Götter die Erde küssen

Beitrag von Órerámar » So Jan 31 2010 13:59

Hallo Landorlin,
"Der Ort an dem die Götter die Erde geküßt haben."
Was in Deutsch (in Englisch ebenfalls) so poetisch klingt, muss nicht unbedingt in einer anderen Sprache verständlich sein. Bei einer Kurzform wie "Kusswald" darf man sich fragen wer hier wen küsst.

Ausserdem ist das Wort "mique" Qenya und nicht Quenya und um dies anzupassen, könnte man wahrscheinlich zwei ganz verschiedene Wege gehen.

Um Deinen Satz zu übertragen, würde ich vorschlagen sich an Worte zu halten, die auch im Elbischen metaforisch etwa das aussagen, was man auch im Deutschen darunter versteht. Wenn Götter etwas küssen, dann versteht man normalerweise darunter, dass sie Leben einhauchen.

Das Wort "súle" ist übersetzt "Geist, Atem" und es heisst, dass es metaphorisch gebraucht wurde als "Aussstrahlung von Kraft (Wille oder Wunsch) eines Geistes".

Für "Götter", wäre aus Deiner Liste wohl "Ainur" das passendste. Götteratem wäre dann "Ainusúle" (das Plural "r" entfällt bei zusammengesetzten Worten). Daraus könnte man verschiedene Ortsnamen bilden:

Ainusúlion (-on Endung von Namen)
Ainusúlimar (mar = Heim, Stätte)
Ainusúlimen (men =Ort)
Taure Ainusúliva (Wald des Götteratems)

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Roman
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Beitrag von Roman » So Jan 31 2010 17:28

Ausserdem ist das Wort "mique" Qenya und nicht Quenya
Tolkien hat das Nieninqe-Gedicht 1955 auf den Stand der Dinge gebracht und miquelis(s)- 'soft, sweet kiss', mikwi- 'kiss' gelassen (PE16:96), damit ist es wohl auch Quenya.

Órerámar
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Beitrag von Órerámar » So Jan 31 2010 20:16

Tolkien hat das Nieninqe-Gedicht 1955 auf den Stand der Dinge gebracht und miquelis(s)- 'soft, sweet kiss', mikwi- 'kiss' gelassen (PE16:96), damit ist es wohl auch Quenya.
Besten Dank, Aran, war mir tatsächlich entfallen.

Landorling : Das ändert allerdings an meiner Ausführung nichts, auch ein Quenya "Kusswald" scheint mir nicht sehr aussagekräftig.

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Thorsten
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Beitrag von Thorsten » Mo Feb 01 2010 13:31

Einige Gehversuche meinerseits:
Tauno Miqu:eva (< Kußwald), Yána Miqu:eva (< Heiliger Ort des Kußes)
"Sinóm:en miquir Anuir már"
Naja - soll's ein Name sein, oder eine kurze Phrase? Die Phrase ist sowas wie

nómë yassë i ainur imiquier cemen - ein guter Name ist schwieriger zu finden.

Landorlin
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Beitrag von Landorlin » Di Feb 23 2010 15:27

Danke für eure Ausführungen. Die Uminterpretation von küssen in einhauchen finde ich sehr gut. Sowohl Phrase als auch Name sind von Interesse. Wir verstehen das so, daß die Phrase der Name ist, und der Name nur eine Abkürzung dessen.

Mit dem gegebenen Material können wir arbeiten, und es ist genügend elbisches Feeling eingehaucht. Das Thema muß nicht weiter bearbeitet werden und vielen Dank nochmal.

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