träumendes Herz


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Beitrag Mo Nov 06 2017 14:10

träumendes Herz

Hallo ihr Lieben,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich hier richtig bin. Ich versuche zwar, einen Namen zu bilden, aber nicht aus einem existierenden Namen heraus, deswegen habe ich mich mal hier in die Rubrik „Übersetzung“ hereingemogelt.

Und zwar geht es um ein Waschbärmädchen, das einen Herzfehler hat. AV-Block 3. Grades (schlägt viel zu langsam) und außerdem ist der linke Vorhof vergrößert.
Möglichkeiten wären also: großes Herz, langsames Herz oder was ich persönlich am schönsten finde: verträumtes Herz.

Verträumtes Herz müsste meiner Recherchen nach „Olórëa hón“ sein (dreamy - http://www.councilofelrond.com/dictionary/olorea/), klingt aber auch eher abgehackt und ich weiß leider nicht, wie es mutiert werden müsste/könnte, um besser zu klingen. Deswegen bin ich letztendlich bei Traumherz gelandet, falls man denn Traum und Herz in Quenya einfach so zusammen setzen kann...

Da das Organ gemeint ist, würde ich als Herz „hón“ nehmen, „enda“ könnte vielleicht auch noch passen.
Um den Namen nicht allzu sehr aufzubauschen, würde ich für Traum das kurze „lor“ bevorzugen (statt „olor“, „olórë“)
Die Endung -iel klingt zwar am Schönsten, aber ich will sie ja nicht „Tochter des Traumherzens“ nennen... -ien, -il (als reine weibliche Endungen?) und -wen (für Mädchen) wären wohl noch möglich.

Also hätte ich für ein weibliches Traumherz bzw. Traumherzmädchen folgende aussprechliche Namen:

Lórhónwen, Lórhónien bzw. Lórendil (lór enda -il)

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die Namen richtig gebildet habe. Wäre lieb, wenn da nochmal jemand drüberschaut oder vielleicht sogar bessere Vorschläge hat.

Was würde denn „träumendes Herz“ heißen? óla- müsste laut Helge Fauskanger analog zu ora- (-> órëa) zu ólëa werden - was ja recht nah an olórëa ist
Wäre das dann hón ólëa?
Oder Óla i hón wie bei: *Óla i Eldan, "the Elf dreams" (http://www.ambar-eldaron.com/eng-quen.pdf)

Wie ihr seht, bin ich ein „klitzekleines Bisschen“ überfordert :?

Liebe Grüße,
Isa
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Beitrag Di Nov 07 2017 11:53

Re: träumendes Herz

Das Problem ist, dass die Metapher, dass das Herz der Sitz der Gefühle ist, im Elbischen gar nicht vorkommt, demnach würde der Name äußerst seltsam klingen. Zum Vergleich: In manchen Sprachen ist stattdessen die Leber der Sitz der Gefühle, was zu benutzen uns wiederum komisch vorkommen würde.

Eine Ausweichmöglichkeit wäre vielleicht tatsächlich ende 'center, middle, core' als allgemeinere Metapher. *Ólende, *Olorende würden bereits als Namen taugen, denke ich. Alternativ *Ólendiel, *Olorendiel mit expliziter weiblicher Endung. *Olórea für 'dreamy' scheint rekonstruiert zu sein, attestiert haben wir olosta (UT), damit wäre es *Olostende, *Olostendiel.

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Beitrag Di Nov 07 2017 13:53

Re: träumendes Herz

Danke für die Antwort :-)
Also passt es in dem Sinne nicht zusammen, weil ein Organ (hón) nicht träumen kann und es sich dann wahrscheinlich im Elbischen so seltsam anhört wie wenn man bei uns sagen würde: "der verträumte Zahn"?
Hast du eine Idee, wie man es sonst sagen könnte, um darauf hinzuweisen, dass es sich tatsächlich um das Organ handelt, was nicht wirklich funktioniert? Irgendwo habe ich mal die Übersetzung Húchwin für Herzschwäche gelesen, aber das war Sindarin und "Schwäche" im Namen finde ich weniger schön.
Die Endung -iel kann ich ohne weiteres benutzen? Bei den meisten Namen, die ich gefunden habe, stand das nicht für eine rein weibliche Endung, sondern eher für "Tochter"

Liebe Grüße,
Isa
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Beitrag Di Nov 07 2017 18:15

Re: träumendes Herz

Also passt es in dem Sinne nicht zusammen, weil ein Organ (hón) nicht träumen kann und es sich dann wahrscheinlich im Elbischen so seltsam anhört wie wenn man bei uns sagen würde: "der verträumte Zahn"?

Ja, so in etwa.. Wobei es etwas komplizierter wird nach einer Quellenrecherche: Baumbart bezeichnet ja die Orks als sincahonda 'flint-hearted'. Hier hat Tolkien aber das alte Wort hón nun so uminterpretiert, dass es sich nicht mehr auf das physische Herz bezieht, er schreibt:
khō̆m 'heart, is not the physical heart, but "the interior"used of the whole range of emotions or feelings. (PE19:97)
Das Quenya-Wort hón stammt hierbei von der Protoform khō̆m ab.

Die Endung -iel kann ich ohne weiteres benutzen? Bei den meisten Namen, die ich gefunden habe, stand das nicht für eine rein weibliche Endung, sondern eher für "Tochter"

Das scheint beides zu sein. Vielleicht war es ursprünglich ein angehängtes -yelde "Tochter", was später zu einem generellen weiblichen Suffix geworden ist. Im Namen Fíriel 'She that Died; She that Sighed' z.B. scheint es mir jedenfalls nicht wörtlich als "Tochter" gemeint zu sein.

Hast du eine Idee, wie man es sonst sagen könnte, um darauf hinzuweisen, dass es sich tatsächlich um das Organ handelt, was nicht wirklich funktioniert? Irgendwo habe ich mal die Übersetzung Húchwin für Herzschwäche gelesen, aber das war Sindarin und "Schwäche" im Namen finde ich weniger schön.

Hmja, nach der oben genannten Uminterpretation ist es schwer zu sagen, was die wörtliche Bezeichnung für "Herz" denn überhaupt ist.. Deswegen der Vorschlag mit ende. Es ginge z.B. auch *Milyende mit milya 'soft, gentle, weak', wörtlich quasi sowas wie "die mit einem weichen Kern, einem zarten Inneren" etc.

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Registriert: Mo Nov 06 2017 12:31

Beitrag Mi Nov 08 2017 9:44

Re: träumendes Herz

Oh, vielen Dank - "die mit einem weichen Inneren" klingt sowohl von der Bedeutung als auch vom Wortklang her für mich toll :-)
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Registriert: Di Mär 13 2007 13:27

Beitrag Mi Nov 08 2017 11:49

Re: träumendes Herz

Freut mich. :-)

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