Übersetzung eines Namens ("Lichtwanderer")

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Inarion
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Übersetzung eines Namens ("Lichtwanderer")

Beitrag von Inarion » Di Apr 10 2007 16:42

Hallo zusammen,

Ich hoffe, ich bin hier an der richtigen Addresse, und wage es einfach einmal, direkt meine Frage zu formulieren:

Wie könnte ich:
- "im Licht wandernd/pirschend/schreitend"
oder:
- "innerhalb des Lichts wandernd/pirschend/schreitend"
oder alternativ:
- "Lichtwanderer/pirscher/schreiter"

in Sindarin zu einem Namen formen, der möglichst auch nur aus einem Wort besteht?

Ich habe versucht, das selbst anzugehen, fühle mich von der Grammatkfülle aber doch bereits etwas erschlagen und ...
... vielleicht findet sich hier eine Lösung?


P.S.: Was ich glaube, herausgefunden zu haben:

- calad, Mutation: galad
- innerhalb: nedh-
- in, zwischen: mi
- Keine "Fälle" im Sindarin, hier also kein Dativ, bzw. Genitiv

Die Frage ist, ist ein nedhc(g)alad möglich? Oder wird das g(h) in irgendeiner Weise angeglichen?
Oder ich liege natürlich komplett falsch ... *hüstelt*

Und natürlich: Wie verbinde ich's mit dem Wanderer/Pirscher/Schreiter?

Hier habe ich leider nur gefunden:

- Wanderer: randir
- wandern: rhenio, misto
- wandernd: rhaun


P.P.S.: Sollte jemand die Muße haben, sich das Ganze auf Quenya anzutun ... nur zu!

Inarion
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Beitrag von Inarion » Sa Apr 14 2007 2:14

Hm... bekomme ich keine Antwort?

Híronen
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Beitrag von Híronen » Sa Apr 14 2007 21:02

Also es gibt als Praefix fuer Licht das Wort gal-.
In Verbindung mit randir ergibt sich also Galrandir.

Auf Quenya wuerde ich Calaran(a) sagen.

Ich bitte darum mich zu verbessern.

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Maewen
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Re: Übersetzung eines Namens

Beitrag von Maewen » Mo Apr 16 2007 9:04

Entschuldige, Inarion, dass hier so lange keiner geantwortet hat. Normalerweise geht das schneller, aber manchmal übersieht man doch was oder hat keine Zeit und meint, es würde sich schon jemand anderes darum kümmern (was natürlich zu nichts führt, wenn alle auf einmal das gleiche denken ;-) )
- Keine "Fälle" im Sindarin, hier also kein Dativ, bzw. Genitiv
Das stimmt so nicht ganz. Wir haben (neben dem Nominativ) im Sindarin noch einen Akkusativ (und evtl. einen Dativ), welcher durch Lenition (weiche Mutation) gekennzeichnet wird. Du hast aber insofern recht, als dass hier kein Kasus notwendig ist wie z.B. nach dem deutschen "in", welches den Dativ fordert (Sindarin-Präpositionen fordern unseres Wissens nie einen Kasus).

Die Phrase "im Licht wandernd" könnte man womöglich mit reniol mi galad ausdrücken, wobei reniol das Partizip Aktiv von renia- "wandern" ist.

Über die korrekte Übersetzung von "in" herrscht allerdings noch keine wirkliche Klarheit. Wir wissen, dass es mehrere Wörter für "in" gibt und es scheint auch einigermaßen klar, dass nedh- als Präfix und ned zeitlich (z.B. "im Frühling") verwendet wird. Ob sie darüber hinaus aber auch noch anders verwendet werden können, ist nicht sicher, ebenso wie die Verwendung von mi, welches wir im Grunde nur als lenierte Form im Vaterunser attestiert haben (vi Menel "im Himmel"). Es scheint im Hinblick auf das Präfix min- "in, zwischen" aber einigermaßen plausibel... (hoffe, das stimmt im Großen und Ganzen alles so)

Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht allzu sehr verwirrt :-)

Wenn du das ganze jetzt als Namen haben möchtest, so würde ich es so machen, wie Híronen schon vorgeschlagen hat. Die ganze Phrase wirst du so nicht als einzelnes Wort nehmen können (im Deutschen heißt es ja auch nicht Imlichtschreitender).

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Lothenon
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Beitrag von Lothenon » Di Apr 17 2007 17:31

es scheint auch einigermaßen klar, dass [...] ned zeitlich (z.B. "im Frühling") verwendet wird
Naja, es gibt da auch noch die Theorie, dass ned im King's Letter eher etwas wie "another one" bedeutet (Q. nete, net), was uns dann endlich zur 31 bringen würde (VT47).

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Thorsten
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Beitrag von Thorsten » Di Apr 17 2007 17:36

Ja, aber da der King's Letter in den verschiedenen Entwuerfen zwischen ned Echuir und uin Echuir schwankt halte ich das in diesem Kontext fuer nicht so plausibel. Vermutlich ist's wirklich einfach 'into'.

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Beitrag von Lothenon » Di Apr 17 2007 17:39

Womit wir dann aber Probleme mit der Etymologie hätten, denn NÉD- kommt nunmal nicht in Frage...

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Beitrag von Thorsten » Di Apr 17 2007 17:42

Ja, hat ja auch die Bedeutung 'middle, center'. Statt dessen NE- + irgendein Affix (VT45:38) wo auch nestegi 'thrust in' herkommt.

Catharsis
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Beitrag von Catharsis » Do Apr 19 2007 13:53

Híronen hat geschrieben:Also es gibt als Praefix fuer Licht das Wort gal-.
In Verbindung mit randir ergibt sich also Galrandir.
Caladrandir scheint mir auch eine legale Form zu sein, und klingt mMn schöner.

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Roman
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Beitrag von Roman » Do Apr 19 2007 14:34

Ja, die Sache mit dem gal-..
Das wird zwar als Präfix in DF gelistet, ist aber nicht direkt einer, stattdessen haben wir eher den Stamm GAL- als eine Variante der Wurzel KAL-, wobei beide auch als Präfixe gebraucht werden können, zweiteres z.B. im Wort calben. Insofern finde ich es schon mal nicht sinnvoll, gal- zu zitieren, aber andere Wurzelpräfixe dieser Art auszublenden.
Dabei ist KAL- auch eindeutig häufiger. GAL- wurde in den Etymologies durchgestrichen und das einzige Wort, welches es im Silm erzeugt, ist galvorn. In Galbedir 'Talking Tree' (WR:47) überschneidet es sich zudem mit GALA-, GÁLAD- für Pflanzen und Bäume.
Insofern würde ich *Caladrandír, *Caladran, *Calrandír vorziehen, auch wenn *Galrandír sicherlich nicht "falsch" ist.

Catharsis
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Beitrag von Catharsis » Mo Apr 23 2007 21:35

Einer in meinem Mittelerde-RPG spielt einen alten Noldo, der sich einsam und fehl am Platze fühlt. Er sucht einen Rufnamen in Sindarin. Ich hab da an "Wanderer in der Vergangenheit" gedacht. Wie würde man denn das ausdrücken?

Adrandír "Rück-Wanderer?"
Pennathrandír "Geschichts-Wanderer", von pennas?

Oder vielleicht eher

Errandír, Erebrandír "Einsamer Wanderer"?

Pengolodh
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Beitrag von Pengolodh » Mo Apr 23 2007 22:10

Ähm.... "Omission by phonetic loss of the unstressed vowel (short) before the Common Eldarin accent was frequent in Sindarin between stops and l, r" (VT47:9)
Einige hier vorgeschlagene Wortformen sind also extrem unwahrscheinlich. Unbetonte Silben werden reduziert.

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Roman
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Beitrag von Roman » Mo Apr 23 2007 22:28

Einige hier vorgeschlagene Wortformen sind also extrem unwahrscheinlich.
Zum Beispiel? :shock: Übrigens sehen die Formen eindeutig nach spät gebildeten aus.
Um zu verkürzen, würde ich, wie schon im erwähnten *Caladran einfach die Wurzel RAN- anhängen statt dem vollen randír (siehe Q. Palarran *'Far-Wanderer' (UT:179)), also: *Pennathran, *Erebran.
Adrandír "Rück-Wanderer?"
Wohl eher "Neu-Wanderer, Wieder-Wanderer". Wir haben schon die Nandor (Danas) als "Rückläufer" (DAN-, NDAN-), also scheint mir *Dadhrandir passend zu sein.

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