Crebain Nêl
Posted: Mon Jul 30 2007 14:27
Hallöchen,
Ich habe mich aus einer Laune heraus endlich mal wieder an eine Übersetzung gemacht und mich dafür über eine englische Renaissance-Ballade hergemacht, nämlich "The Three Ravens". Da ich Metrum und Reime beibehalten wollte (damit man es auch in Sindarin singen kann) bin ich sehr frei verfahren und habe eigentlich viel weniger übersetzt als eher die Geschichte grob auf Sindarin nacherzählt. Hierfür habe ich mich vor allem (aber nicht ausschließlich) an Thomas Ravenscrofts Version von 1611 orientiert.
Momentan sieht das Ganze folgendermaßen aus:
Hamp e-phiss dín brand a morn
Havant crebain nêl bo orn
Pent i vin am mellyn si:
"Íron maded ennas hi."
Ihr Federkleid edel und schwarz
Saßen drei Raben auf einem Baum.
Dort sprach der eine zu seinen Freunden
"Ich möchte nun dort drüben essen"
An ennas na galen parth
Caedas dangen rochír arth.
Húath gaind darthasser thand
Berianner chîr i dhant.
Denn dort auf der grünen Wiese
lag erschlagen ein edler Ritter.
Die tapf'ren Hunde verweilten treu,
Beschützten den Herrn der gefallen war.
Reviasser theryn vaen
Filig gorthanner uin ndaen
Aras vaidh anglend na vên
Colant long i-gaul e-chên
Es flogen seine schlauen Adler
Vertrieben die Vögel von dem Erschlagenen.
Ein fahles Reh kam auf dem Weg
Trug schwer die Last eines Kindes.
Haul i-vain agarwaen dhôl
Míthant chery sui vi ôl.
He haul na renc i veleg 'raw
A colant den nan ael ne daw.
Die Schöne hob den blutbefleckten Kopf
Küsste die Wunden wie im Traum.
Sie hob den mächtigen Körper auf ihre Arme
Und trug ihn nächtens zum See.
Na vinuial echant chaudh
Gwannas im na lû en-aur.
Eru anno bennath bain
Theryn, chui a chervess vain.
Vor dem Morgengrauen errichte sie ein Grab
Und starb selbst zur Morgenstund.
Gott gib jedem Manne
Adler, Hunde und eine schöne Gattin.
___
• *pess < Q. quessë
• *íra- < aníra- ohne Präfix, in der Hoffnung so zwischen "wünschen" und "begehren" differenzieren zu können (und nicht zwischen sexuellem und generellem Begehren, vgl. îr, "sexual desire").
• na galen parth - mit phonetischer Adjektiv-Lenition...
• *caeda- < Q. kaita-
• dant = falls, fell?
• *gortha- - mit *ÑGOR- (gorgor, gorgoroth,...)
• *anglend - siehe hier
• *mên - gelängtes men für den besseren Reim
• *col- <Q> dhôl[/b] nach Fanuidhol
• *mítha- nach Gn. mictha- (s. Dragonflame)
• *hery als moderner, analoger Plural von harw. Oder besser *heiru?
• haudh / aur ist ein extrem unsauberer Reim, fällt wem etwas besseres ein?
___
Bislang habe ich nur den eigentlich Text übersetzt, aber um es wirklich konsequent singen zu können bräuchte ich auch noch Entsprechungen zu all dem an sich bedeutungslosen "down a down, hey down, with a derrie down". Das einzige was mir bislang einfiel war am Ende nach jeder Strophe (im Original "with a down, derrie, derrie, derrie, down down") durch ein lang gezogenes "a(n) hen crebain tiriant" zu ersetzen, was sich schon ganz gut macht. Aber die leeren Stellen davor wirken ein wenig nackt, finde ich, auch wenn man die Melodie konsequent weiterspielt. Es wirkt einfach so wie es ist, als würde Text fehlen... Also fielen euch irgendwelche Füllsel ein?
Ich habe mich aus einer Laune heraus endlich mal wieder an eine Übersetzung gemacht und mich dafür über eine englische Renaissance-Ballade hergemacht, nämlich "The Three Ravens". Da ich Metrum und Reime beibehalten wollte (damit man es auch in Sindarin singen kann) bin ich sehr frei verfahren und habe eigentlich viel weniger übersetzt als eher die Geschichte grob auf Sindarin nacherzählt. Hierfür habe ich mich vor allem (aber nicht ausschließlich) an Thomas Ravenscrofts Version von 1611 orientiert.
Momentan sieht das Ganze folgendermaßen aus:
Hamp e-phiss dín brand a morn
Havant crebain nêl bo orn
Pent i vin am mellyn si:
"Íron maded ennas hi."
Ihr Federkleid edel und schwarz
Saßen drei Raben auf einem Baum.
Dort sprach der eine zu seinen Freunden
"Ich möchte nun dort drüben essen"
An ennas na galen parth
Caedas dangen rochír arth.
Húath gaind darthasser thand
Berianner chîr i dhant.
Denn dort auf der grünen Wiese
lag erschlagen ein edler Ritter.
Die tapf'ren Hunde verweilten treu,
Beschützten den Herrn der gefallen war.
Reviasser theryn vaen
Filig gorthanner uin ndaen
Aras vaidh anglend na vên
Colant long i-gaul e-chên
Es flogen seine schlauen Adler
Vertrieben die Vögel von dem Erschlagenen.
Ein fahles Reh kam auf dem Weg
Trug schwer die Last eines Kindes.
Haul i-vain agarwaen dhôl
Míthant chery sui vi ôl.
He haul na renc i veleg 'raw
A colant den nan ael ne daw.
Die Schöne hob den blutbefleckten Kopf
Küsste die Wunden wie im Traum.
Sie hob den mächtigen Körper auf ihre Arme
Und trug ihn nächtens zum See.
Na vinuial echant chaudh
Gwannas im na lû en-aur.
Eru anno bennath bain
Theryn, chui a chervess vain.
Vor dem Morgengrauen errichte sie ein Grab
Und starb selbst zur Morgenstund.
Gott gib jedem Manne
Adler, Hunde und eine schöne Gattin.
___
• *pess < Q. quessë
• *íra- < aníra- ohne Präfix, in der Hoffnung so zwischen "wünschen" und "begehren" differenzieren zu können (und nicht zwischen sexuellem und generellem Begehren, vgl. îr, "sexual desire").
• na galen parth - mit phonetischer Adjektiv-Lenition...
• *caeda- < Q. kaita-
• dant = falls, fell?
• *gortha- - mit *ÑGOR- (gorgor, gorgoroth,...)
• *anglend - siehe hier
• *mên - gelängtes men für den besseren Reim
• *col- <Q> dhôl[/b] nach Fanuidhol
• *mítha- nach Gn. mictha- (s. Dragonflame)
• *hery als moderner, analoger Plural von harw. Oder besser *heiru?
• haudh / aur ist ein extrem unsauberer Reim, fällt wem etwas besseres ein?
___
Bislang habe ich nur den eigentlich Text übersetzt, aber um es wirklich konsequent singen zu können bräuchte ich auch noch Entsprechungen zu all dem an sich bedeutungslosen "down a down, hey down, with a derrie down". Das einzige was mir bislang einfiel war am Ende nach jeder Strophe (im Original "with a down, derrie, derrie, derrie, down down") durch ein lang gezogenes "a(n) hen crebain tiriant" zu ersetzen, was sich schon ganz gut macht. Aber die leeren Stellen davor wirken ein wenig nackt, finde ich, auch wenn man die Melodie konsequent weiterspielt. Es wirkt einfach so wie es ist, als würde Text fehlen... Also fielen euch irgendwelche Füllsel ein?