Merci Cherie - zweisprachige Adaption mit Sindarin(?)

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Shahn
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Merci Cherie - zweisprachige Adaption mit Sindarin(?)

Beitrag von Shahn » Fr Feb 17 2012 20:08

Hallo zusammen,

ich habe heute im Laufe des Tages für ein anstehendes Event einen Liedtext zu Udo Jürgens' "Merci Cherie" in deutsch und Sindarin zusammengeschustert.
Zu den Sindarin-Teilen hätte ich ganz gerne Eure Kritiken, ich will mich beim Event schließlich nicht völlig blamieren ;)
Vielen Dank schonmal im Voraus.

Novaer, novaer, novaer
Gwaethon hi mellyn
[Ich werde jetzt gehen, Freunde]
mellyn, mellyn
Harthon a'oredh 'las
[Ich hoffe Ihr hattet Freude]
îd vae
[sehr gut / schön]
Novaer mellyn
Tolo i aur
[Komme der Tag]
damenithon na sî
[(an dem) ich hierher zurückkehren werde]
[wörtl.: ich werde zurückkehren nach hier]

Beim îd vae habe ich entsprechend einer Anmerkung in einem anderen Beitrag schon das ursprüngliche bain durch mae ersetzt. Ich glaube (hoffe), ich habe die ganzen Vokal- und Konsonantenverbiegungen richtig hinbekommen. Am unsichersten bin ich mir wegen der Stellung der einzelnen Wörter im Satz.

Ailinel
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Beitrag von Ailinel » Sa Feb 18 2012 6:45

Hallo "Shahn",

statt *a'oredh würde ich *auredh(ir) vorschlagen, vgl. aul von gala- (PE17/131), und statt na sî vielleicht na hî.

Ansonsten sehr schöne Vokal- und Konsonantenverbiegungen, wie mir scheint. Schade, dass keine Sounddatei dabei ist. :wink:

Shahn
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Beitrag von Shahn » Sa Feb 18 2012 11:20

Vielen Dank, Ailinel.

Ja, beim na sî habe ich das 'Verbiegen' offensichtlich geschlabbert, und für die Bildung der Vergangenheitsform von "haben" hätte ich wohl besser den ganzen Abschnitt aus der Grammatik gelesen, statt beim passenden Absatz aufzuhören, denn bei den Bemerkungen ist gar- explizit aufgeführt. In der Variante mit (ir) paßt es dann auch wieder mit der Anzahl der Silben.

Super. Danke Dir :)

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Avorninnas
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Beitrag von Avorninnas » Sa Feb 18 2012 17:11

Wirklich toll gemacht, Shahn, wir sehen nicht oft erste Versuche, die so stimmig sind. :)

Vielleicht darf ich noch eine Anmerkung machen:

Wir wissen nicht genau, ob damen- wirklich ein Verb ist.
Nicht, dass das jetzt bei so einem mündlichen Vortrag eine bedeutende Rolle spielen würde, (es handelt sich schließlich nicht um ein Tattoo und merken wird es sowieso keiner,) aber ich denke, man sollte die Tatsache einfach im Hinterkopf behalten. Vorallem dann, wenn man den Text womöglich in schriftlicher Form festhält und (in welcher Form auch immer) veröffentlich. Dann sollte man vielleicht doch eventuell auf solche Unsicherheiten oder auf Rekonstruktionen wie *novaer hinweisen. Dann kann sich später auch keiner beschweren. :wink:

Shahn
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Beitrag von Shahn » Sa Feb 18 2012 19:12

Hallo Avorninnas,

erstmal danke für das Lob, und natürlich bin ich auch weiterhin für alle Hinweise dankbar.
Dank des Deinen ist mir jetzt auch klar, was es mit dem Vermerk "Wortart unklar" genau auf sich hat.
Wie wäre denn als Alternative *adtolithon - ich werde wieder/zurück_kommen?
Hätte auch die gleiche Silbenzahl und würde damit problemlos passen.
Der Präfix ad- ist nicht in der Liste der Lenition auslösenden Präfixe aufgeführt. Auf der anderen Seite gibt es in der Wortliste kein einziges Sindarinwort mit der Buchstabenkombination 'dt' - mit 'dd' allerdings genauso wenig. Welche der drei Möglichkeiten
*adtolithon
*addolithon
*adolithon
wäre dann am authentischsten?

Was das *novaer angeht ... tja.
Den Hinweis als solchen werde ich bei der Veröffentlichung auf meiner Website sicher beherzigen, aber gibt es eine belegte Alternative?
Und diese sollte bitte ebenfalls aus 2 Silben bestehen ;)

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Eirien
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Beitrag von Eirien » Sa Feb 18 2012 19:28

Hm, ich bin mir gar nicht so sicher, ob ad- wirklich das richtige 'wieder' wäre, das hieße dann eher 'erneut/ein zweites Mal kommen' als '(von woanders) zurückkommen'. Ich weiß nicht, ob das hier passt, das musst du entscheiden. Anscheinend leniert ad- aber einfach, wie in adbed (= 'rephrase')

Alternativ hätten wir dadwen und dandol mit der Übersetzung 'return, going/coming back', wobei ich nach meinem Verständnis hier dann eher das letztere nehmen würde, also dandelithon*, in diesem Fall.

*mit i-Umlautung

Shahn
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Beitrag von Shahn » Sa Feb 18 2012 20:06

Hallo Eirien,

mit der Bedeutung 'erneut kommen' ist es genau passend.
Danke für den Hinweis mit adbed, somit scheidet die Variante *adtolithon schon mal aus.
Mit dadwen- oder dandol- gewinne ich aber leider nichts. Bei beiden findet sich - wie bei damen- auch - der Vermerk "Wortart unklar".

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Roman
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Beitrag von Roman » Sa Feb 18 2012 22:21

Was das *novaer angeht ... tja.
Den Hinweis als solchen werde ich bei der Veröffentlichung auf meiner Website sicher beherzigen, aber gibt es eine belegte Alternative?
*Novaer ist eine direkte Übersetzung von Quenya namárie, á na márie 'be well'. Man könnte auch die anderen Quenya-Formeln übersetzen:
Q. áva márie 'go happily!' -> S. *bano vaer, wenn man für das Verb bei BA(N)- bleibt
Q. márienna 'to happiness' -> S. *na vaereth, *na vaeras
Danke für den Hinweis mit adbed, somit scheidet die Variante *adtolithon schon mal aus.
Es wäre dann *adelithon "ich werde wiederkommen", für "ich werde zurückkommen" sollten *dandelithon, *danwenithon, *damenithon alle okay sein.

Shahn
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Beitrag von Shahn » Sa Feb 18 2012 23:48

Prima, danke Roman.

Gerade eben kam ich noch wegen der i-Umlautung ins Grübeln.
Ich war mir nicht sicher, ob diese auch bei den Zukunftsformen angewendet wird, weil es an der Stelle in der Grammatik nicht nochmal explizit erwähnt wird, aber das hat sich ja nun geklärt.
Und auf die Erklärung, warum das a bei den drei 'zurückkommen'-Varianten unverändert bleibt, bin ich beim Nachschauen auch gestoßen.

Ich entscheide mich dann wohl für *adelithon.

Nochmal Danke an alle für die Hilfe.

Ich hätte nun aber noch eine Frage, die vom eigentlichen Thema fortführt, da Du namárie für die Herleitung von *novaer angibst.
Ich habe bisher namárie immer als eine Abschiedsform verstanden, die einen Abschied ohne Wiederkehr ausdrückt. Ich vermute im Zusammenhang mit Tolkiens Gedicht, aber daß sich diese Auffassung bei mir eingenistet hat, ist einfach schon zu lange her, als daß ich sicher sein könnte.
Diese Bedeutung findet sich nun aber ganz und gar nicht in der Herleitung, was mich beruhigt, da ich dies in dem Lied ganz bestimmt nicht ausdrücken will.
Sollte die tiefere Bedeutung des namárie aber doch ein Abschied ohne Wiederkehr sein, dann träfe dies ja auch auf *novaer zu.
Hat sich da bei mir einfach nur was falsches eingeprägt oder hat namárie tatsächlich diesen schwermütigen, tieferen Sinn?

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Eirien
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Beitrag von Eirien » So Feb 19 2012 11:57

In PE 17:162 wird namárie (á na marie) mit "'be well', a formula of greeting or farewell" übersetzt, wird also vermutlich nicht ausschließlich für einen
Abschied ohne Wiederkehr
verwendet, den man wohl mit dem deutschen "Lebewohl" verbindet.

Shahn
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Beitrag von Shahn » So Feb 19 2012 12:16

Eirien hat geschrieben:... a formula of greeting or farewell ...
Ah, perfekt. Also eher so, wie man auch "Guten Tag" als Gruß und Abschied verwenden kann.
Danke :)

Faerphin
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Beitrag von Faerphin » Di Feb 21 2012 16:50

Roman hat geschrieben:Q. áva márie 'go happily!' -> S. *bano vaer, wenn man für das Verb bei BA(N)- bleibt
Das verwirrt mich - ist das vaer nicht ein Adverb, so daß es ?bano mae lauten sollte ?

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Roman
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Beitrag von Roman » Mi Feb 22 2012 12:23

Das verwirrt mich - ist das vaer nicht ein Adverb, so daß es ?bano mae lauten sollte ?
Äh, ja - also maer ist das Adjektiv, mae das Adverb - damit *bano vae.

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