Ein Kind ohne Mutter

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Pádraig
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Ein Kind ohne Mutter

Beitrag von Pádraig » Do Feb 09 2012 22:27

Hallo Leute,
ich brauche Hilfe bei einer Übersetzung.
Ich würde gerne den Satz "Ein Kind ohne Mutter ist eine Blume ohne Regen"
ins Sindarin übersetzen, aber ich bekomm es einfach nicht hin.... Kann das jemand hier?!
Und dann habe ich noch die Frage, kann ich diese Übersetzung dann auch in "Ringschrift(Schwarze Sprache?)" schreiben, ohne das es für andere mögliche Lesser an Sinn verliert?
Vielen lieben Dank schon einmal vorab!


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Avorninnas
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Beitrag von Avorninnas » Do Feb 09 2012 22:43

Hallo Pádraig,
natürlich kannn man den Satz in Sindarin übersetzen. Das Vokabular ist vorhanden.
Du kannst ja schon mal in der Wortliste nachschlagen gehen und hier posten, was du gefunden hast, beim Zusammenbauen helfen wir dann gern.

Was ich jetzt allerdings nicht ganz verstehe, ist warum du denkst, dass die Übertragung von einem Alphabet ins andere etwas am Sinn des Satzes ändern würde. Du kannst einen russischen Satz ja auch in lateinischen Buchstaben schreiben anstatt in kyrillischen, deswegen bleibt die Bedeutung der Worte doch dieselbe.
Aber natürlich werden viel weniger Leute deinen Satz entziffern können, wenn er in Tengwar geschrieben wird.

Tengwar sind ein Buchstabensystem wie lateinische Buchstaben. Sie sind universell verwendbar, für Sindarin, Englisch, Deutsch, Black Speech - was immer du damit schreiben möchtest.

Aber bevor wir soweit sind, machen wir erst mal die Übersetzung.

Pádraig
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Beitrag von Pádraig » Do Feb 09 2012 23:06

Hallo Avorninnas,
erst einmal danke für die schnelle Antwort!
Die wörter habe ich mir vorher schon raus geschrieben, aber ich Pfeife hab nicht dran gedacht die mit rein zuschreiben.... :-D
Hab das hier Gefunden:
Ein-Num
Kind-Hen
ohne-pen
Mutter-Emel
ist-(?)
eine(Vlt auch num?)
Blume-Loth
ohne-pen
Regen-Ross

Ja du hasst natürlich recht, aber ich dachte das, die Tengwar der Ringschrift eine andere Bedeutung als die des Sindarin haben?

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Avorninnas
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Beitrag von Avorninnas » Do Feb 09 2012 23:30

Naja, es ist Black Speech, also eine ganz andere Sprache. Deswegen unterscheidet sich auch die lautliche Ausprägung etwas. Das kennst du von den realen Sprachen auch.
Denk z.B. an den Buchstaben u - wie er im Deutschen klingt, weißt du ja. Auch Englisch verwendet den Buchstaben u. Aber der dazugehörende Laut ist dort etwas anders als im Deutschen. Der Engländer benutzt den Buchstaben für einen Laut, den der Deutsche mit <ju> wiedergeben würde. Selber Buchstabe, aber anderer Laut. Ein Franzose würde statt dessen <ü> sagen. Auch wieder gleiches Zeichen, aber ein anders klingender Laut.
So unterscheidet sich auch die Zuordnung von Lauten bei der Verwendung von Tengwar in unterschiedlichen Sprachen etwas voneinander. Tolkien hat da für seine Elbensprachen und für Englisch recht präzise Angaben gemacht. Daran können wir uns gut orientieren.

Aber zuerst mal zur Übersetzung.

Woher dieses "num" stammt, kann ich nicht nachvollziehen. Es ist definitiv kein Sindarinwort. Der Rest ist völlig in Ordnung.

Sindarin verwendet keinen eigenen unbestimmten Artikel. Hên (mit Akzent) ist sowohl "Kind" als auch "ein Kind".
Das Hilfsverb "sein" wird in Sindarin einfach ausgelassen. (Gibt es z.B. auch manchmal in Latein, ist also nicht so ungewöhnlich.)

Ich würde jetzt sagen:

Hên ben-emel sui loth ben-ross
Ein mutterloses Kind (ist) wie eine regenlose Blüte.

Diese Art der Konstruktion finden wir bei Tolkien in einem Beinamen für Tom Bombadil attestiert: Iarwain ben-adar, den Tolkien als "Ältester und Vaterloser" übersetzt.
Das Wort pen '-less' /'without' wird dabei an das Substantiv wie ein Adjektiv angegliedert und der Anfangsbuchstabe p mutiert zu b.

Anstelle von emel könnte man sich alternativ auch für naneth entscheiden. Und für Blume, Blüte stünde auch elloth zur Verfügung. Such dir aus, was dir am besten gefällt.

Pádraig
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Beitrag von Pádraig » Fr Feb 10 2012 0:04

ja deswegen die Frage, aber ich hab mich auch total Bescheuert ausgedrückt... :-D Ich danke dir aber für die gute Erklärung!
Das Num habe ich aber aus genau diesem Lexikon, aber da wird es klein geschrieben und bezieht sich wohl er auf ein im sinne von einzig..
IIIIIHHHHH Mutationen IIIIHHHH :-P Aber gut ben klingt schöner als pen.
Ich würde sagen das naneth und elloth im ganzen Satz dann schöner klingen, ist nur meine Meinung aber so würde ich es übernehmen!
Hên ben-naneth sui elloth ben-ross also.
Danke vielmals für deine suuuuuuuper Hilfe!

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balvadhor
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Beitrag von balvadhor » Fr Feb 10 2012 0:24

Ich habe das "Num" gefunden, Pádraig. Das steht tatsächlich unter ein:
ein (einzig): num er (PE/17:95).
Allerdings heißt die Vokabel er. Das num war der Hinweis auf ein Zahlwort... :biggrin:

Pádraig
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Beitrag von Pádraig » Fr Feb 10 2012 0:37

Haha scheiße bin ich blöd.... :-D Jetzt merk ich es auch grad, liegt am Schlafmangel! Das ist ja peinlich..Aber danke für die Aufklärung! ;-)

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balvadhor
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Beitrag von balvadhor » Fr Feb 10 2012 0:59

Ich glaube jeder sieht mal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr... :D

Wenn die anderen deine letzte Version absegnen, kannst du ja dann einen neuen Thread wegen der Transkription unter Schriftsysteme eröffnen.
Ich bin aber nicht sicher ob sich mit den neuen Vokabeln eventuell nicht noch Veränderungen ergeben.

Ich empfehle dir schonmal die Tengwar FAQ. Und wenn du dich in die Tengwar einlesen willst, kannst du das bei Måns Björkmann auf Englisch oder bei Gernot Katzer auf Deutsch. Bei Katzer findest du unter Noldorisches Sindarin den Tehtar-Modus für Sindarin. Das ist dann ein Modus, der aussieht wie in der Ringinschrift. Damit kannst du dann schonmal deinen ersten Versuch erstellen.

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Avorninnas
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Beitrag von Avorninnas » Fr Feb 10 2012 11:38

Pádraig hat geschrieben:ja deswegen die Frage,
Zeigt nur, dass du mitgedacht hast.
Die Tengwar haben tatsächlich von Sprache zu Sprache leicht voneinander abweichende Lautwerte, die Zeichen selber verändern sich in ihrer Form aber nicht. Man muss also nur wissen, welche Tengwar man für die entsprechende Sprache benötigt, um bestimmte Laute damit zu schreiben. Aber dafür haben wir ja Tolkiens Angaben.
Für Sindarin haben wir zwei Möglichkeiten, einen Vollmodus, der die Vokale (wie im lateinischen Alphabet) als ganze Zeichen zwischen die Konsonanten setzt oder einen sogen. diakritischen Modus, bei dem sie als Kürzelzeichen auf den jeweils nachfolgenden Konsonanten gesetzt werden. Schau dich unter balvadhors Links mal um und such dir aus, was dir besser gefällt. Dann geht es im Schriftenbereich weiter.
balvadhor hat geschrieben:Ich habe das "Num" gefunden
Na, das ist ja mal ein niedliches Versehen. :D
So weit habe ich mal wieder nicht gedacht, obwohl es ja naheliegend gewesen wäre. War wohl gestern auch schon nicht mehr ganz wach. *g*

Pádraig
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Beitrag von Pádraig » So Feb 12 2012 12:14

@balvadhor
Ja wahrscheinlich, ich wahr aber auch verpeilt an dem Tag :-D
Also bei Måns Björkmann hab ich schon viel gelernt, das ist echt eine sehr gute Seite! Ich werde die Tage mal einen Versuch posten,aber zuerst werde ich jetzt erst einmal ein bisschen rumprobieren und üben.
Aber ich danke dir nochmals! ;-)


@Avorninnas
Genau das meinte ich nämlich,aber dann ist ja alles gut.
Und das mit den beiden Modi, weiß ich schon aber trotzdem nochmal danke!
Wie gesagt ich werde die nächsten Tage erst einmal für mich ganz allein üben, und euch dann meine "Werke" präsentieren. :-D Bis dann also. ;-)

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