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Laer Beren a Lúthien... schon wieder ;)
Posted: Tue May 08 2007 17:07
by Maewen
So, jetzt will ich das aber endlich mal fertig übersetzen, und zwar möglichst nach Reimschema und Metrum wie es im Original steht. Ich habe also nochmal *ganz* von vorne angefangen und zunächst mal nur die erste Strophe übersetzt... um das Metrum beizubehalten, musste ich jedoch an einigen Stellen *sehr* frei ins Sindarin übertragen. Manche Stellen gefallen mir noch nicht so gut, aber ich möchte erstmal hören, was ihr so dazu sagt
The leaves were long, the grass was green,
The hemlock-umbels tall and fair,
And in the glade a light was seen
Of stars in shadow shimmering.
Tinúviel was dancing there
To music of a pipe unseen,
And light of stars was in her hair,
And in her raiment glimmering.
Nimwaloth orchal, bain a pant,
Thâr taen, a laeg ah and i lass.
Paul cened galad buin lant
In·geil mi dhúath thiliol.
Tinúviel i lilthas ias
Paul lastad dalagan pe chant
Mi finnel hemp gilgonathras
I buin champ în peliol.
Okay, das am Ende ist ein unreiner Reim - wollte aber nicht noch mal thiliol nehmen...
Re: Laer Beren a Lúthien... schon wieder ;)
Posted: Mon May 14 2007 6:24
by Maewen
Okay, ich vereinfache die Sache mal ein bisschen und gebe euch zusätzlich eine etwas wörtlichere Übersetzung:
Die Schierlingsblüte ("weiße Blütenpracht") war groß, schön und voll,
das Gras war lang, und grün und lang die Blätter.
Man konnte ein Licht auf der Lichtung sehen
von Sternen glitzernd in der Dunkelheit.
Tinúviel, die tanzte wo
man einen unsichtbaren Harfner hören konnte
hatte sternenverwirktes Haar,
das sich über ihr Gewand ausbreitete.
Bei der zweiten Strophe komme ich mit einem Vers nicht klar

Ansonsten ist die auch schon fertig...
Posted: Mon May 14 2007 18:06
by Roman
Sieht doch gut aus..

In der zweiten Zeile vielleicht
thâr calen, um die "a"s zu vermeiden? In der vorletzten ließe sich vielleicht etwas mit
cathrae machen, wenn das schon direkt so schön attestiert ist -
i gathrae sui gilgonathras oder so?
Ansonsten würde
gilgonathras als analoge Bildung zwar gehen, aber
go- ist ja von
wo-, sodass ich
*gilwonathras oder
*gilonathras erwarten würde.
Geil ist Singular,
gíl der Plural (eben wie
ceir (cair), Pl.
cîr und dergleichen), aber das eben nur in Noldorin, wo es nebenbei auch gar kein NG-Stamm ist. In Sindarin wäre
gil wohl identisch in Singular und Plural.
Posted: Mon May 14 2007 20:11
by Maewen
Aran wrote: In der vorletzten ließe sich vielleicht etwas mit cathrae machen, wenn das schon direkt so schön attestiert ist - i gathrae sui gilgonathras oder so?
Das klingt sehr schön. Das Problem ist nur, dass wir dann einen unvollständigen Satz hätten:
Tinúviel (i lilthas ias / Paul lastad dalagan pe chant) / Mi finnel hemp gilgonathras ist ja ein Satz mit eingeschobenem Relativsatz (was zugegebenermaßen auch nicht die eleganteste Lösung ist). Mit deiner Variante fehlte uns ein finites Verb.
Ansonsten würde gilgonathras als analoge Bildung zwar gehen, aber go- ist ja von wo-, sodass ich *gilwonathras oder *gilonathras erwarten würde.
Ups, sehe ich auch jetzt erst - ich hatte da wohl
Gilgalad im Kopf...
Posted: Fri Jun 08 2007 13:37
by Maewen
So, zweite Strophe:
There Beren came from mountains cold,
And lost he wandered under leaves,
And where the Elven-river rolled
He walked alone and sorrowing.
He peered between the hemlock-leaves
And saw in wonder flowers of gold
Upon her mantle and her sleeves,
And her hair like shadow following.
Od eryd ring si Beren taul,
A ereb mistas nuin yrn,
E padas erui pant e-gaul
Ias elduin siria uiradol.
E tiriant im 'olvath nyrn,
Na 'oloth malthen gûr în haul,
I goll dîn ah i finnath myrn
Thianner gwathui aphadol.
Wörtlich:
Von kalten Bergen kam Beren nun,
Und allein irrte er unter Bäumen,
Er ging einsam (und) voll Kummer
Wo der Elbenfluss ewiglich fließt ("immer einen Weg findend").
Er schaute durch die verworrenen Blätter,
Durch goldene Blüten hob (sich) sein Herz,
Ihr Mantel und das schwarze Haar
Schienen (ihr) wie Schatten zu folgen.
Posted: Sun Jun 10 2007 20:38
by Roman
A ereb
ah ereb?
im 'olvath nyrn
im ist doch "zwischen";
trî 'olvath / trîn golvath?
gûr în haul
So hob er sein eigenes Herz..
Thianner gwathui aphadol
Das finde ich etwas schwer zu verstehen.. Vielliecht
thianner morchaint aphadol oder
thianner sui gwaith aphadol?
Zu dem alten (falls du dir nicht schon etwas neues überlegt hast):
Das klingt sehr schön. Das Problem ist nur, dass wir dann einen unvollständigen Satz hätten: Tinúviel (i lilthas ias / Paul lastad dalagan pe chant) / Mi finnel hemp gilgonathras ist ja ein Satz mit eingeschobenem Relativsatz (was zugegebenermaßen auch nicht die eleganteste Lösung ist). Mit deiner Variante fehlte uns ein finites Verb.
Als einfachst Lösung würde mir einfallen, den Satz zu trennen, etwa so:
Tinúviel, e lilthas ias / Paul lastad dalagan pe chant. / I gathrae sui gilgonathras / I buin champ dîn peliol.
Im zweiten ist dann ein implizites 'was' mit enthalten. Vielleicht auch statt
..i gathrae sui.. eher
..i gathrae dîn.. und statt
paul lastad eher ein Partizip
lastannen / lathrannen?
Posted: Sat Jun 16 2007 13:15
by Maewen
Aran wrote:A ereb
ah ereb?
Wahrscheinlich schon... Wäre zumindest konsequent, da ich später auch
ah i finnath habe.
im 'olvath nyrn
im ist doch "zwischen";
trî 'olvath / trîn golvath?
Gute Frage, ich hatte jetzt daran gedacht, dass er "zwischen den Blättern
hindurch" schaut, aber vermutlich würde man das hier eher als "sich zwischen den Blättern befindend schaute er (irgendwohin)" lesen

Dann wohl doch eher
trî(n).
gûr în haul
So hob er sein eigenes Herz..
Ich bin mir jetzt nicht sicher - eigentlich "hob sich sein [eigenes] Herz
durch (=caused by) die goldenen Blüten"... aber bevor ich mir die Hirnwindungen verknote, sage ich lieber
A goloth malthen 'ûr dîn haul, da ist eindeutig, was Subjekt und was Objekt ist 8)
Thianner gwathui aphadol
Das finde ich etwas schwer zu verstehen.. Vielliecht
thianner morchaint aphadol oder
thianner sui gwaith aphadol?
Hast recht, das klingt besser.
Als einfachst Lösung würde mir einfallen, den Satz zu trennen, etwa so:
Tinúviel, e lilthas ias / Paul lastad dalagan pe chant. / I gathrae sui gilgonathras / I buin champ dîn peliol.
Im zweiten ist dann ein implizites 'was' mit enthalten. Vielleicht auch statt ..i gathrae sui.. eher ..i gathrae dîn.. und statt paul lastad eher ein Partizip lastannen / lathrannen?
Hm... das klingt sehr gut. Dankeschön
