Moderation bei Kontroversen


Organisatorisches und Technisches

Moderator: Moderatoren

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Beitrag Fr Mai 25 2007 10:30

Moderation bei Kontroversen

Aus aktuellem Anlass ist mir das ein Anliegen:

Ich wuerde das gerne an einem fiktiven Beispiel aufhaengen. Lothenon verwendet auf sindarin.de im als 'selbst', ich verwende es in Pedin Edhellen als 'ich'. Beide Positionen koennen aus Tolkiens Schriften belegt werden.

Angenommen jemand verwendet in einem Satz im als 'selbst' und ich korrigiere das als falsch (ohne weiteren Kommentar). Lothenon meldet sich zu Wort und weist das zurueck, ich poste und stelle fest dass seine Interpretation nur spekulativ ist.

Das ist klar eine unerwuenschte Situation, nachdem das Wort eher haeufig ist hat es vielleicht schon Diskussionen dieser Art gegeben und alles wichtige ist gesagt.

Wenn ein Moderator an dieser Stelle eingreift und auffordert die Sache per PN zu beenden, dann wird das zu nichts fuehren - die Diskussion zwischen mir und Lothenon ist (im fiktiven Beispiel) ja schon oft gelaufen und wir werden uns nichts neues zu sagen haben. Wir posten ja nur um einem anderen Rueckmeldung zu geben.

Im obigen Beispiel waere dann der letzte Beitrag (und der Eindruck den der Fragesteller bekommt) dass im als 'selbst' nur Spekulation ist. Das ist, auch wenn die Diskussion dann endet, meiner Meinung nach nur die zweitbeste Loesung.

Mein Wunsch waere dass die Diskussion von Moderatorenseite beendet wird, aber gleichzeitig eine faire Darstellung des Sachverhalts gegeben wird - entweder in dem die Diskussionsteilnehmer aufgefordert werden ihre Position nicht als absolut sondern von vornherein als kontrovers zu kennzeichnen ('Meine Interpretation ist... aber es gibt auch noch...' - wie das ja von Lothenon und mir in der Realitaet im obigen Beispiel auch gemacht wird). Oder dass der Moderator selbst beim Beenden der Diskussion darauf hinweist dass der Sachverhalt kontrovers/unklar oder auch eine der Positionen eine Minderheitsposition ist. So wuerde die Diskussion beendet und es entsteht kein falscher Eindruck bei jemandem der mitliest.
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Beitrag Fr Mai 25 2007 20:30

Okay, wenn ich ehrlich bin, so muss ich sagen, dass ich mich derartigen Situationen, wie der um die es hier geht, oftmals einfach nicht gewachsen fühle. Ich kenne nicht sämtliches Material von Tolkien, ich kenne nicht alle Kontroversen, mir fehlt also einfach das Fachwissen dazu. Außerdem bin ich immer höchst verwirrt, sobald die einzelnen Aussagen (zumindest für meine geringen Kenntnisse) überhaupt nichts mehr miteinander zu tun zu haben scheinen - so kommt es mir in diesem Fall jetzt wieder so vor, als redetet ihr aneinander vorbei...

Ich habe die Diskussion nur deshalb unterbinden wollen, weil ich fürchtete, dass sie wieder so ausartet wie die letzte. Aber vielleicht sollte ich in solchen Situationen in Zukunft einfach meinen Mund halten und alles Aran und Lothenon überlassen, die sich da besser auskennen. Es tut mir leid.
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Beitrag Sa Mai 26 2007 11:37

Das war nicht als Vorwurf gemeint, und das ist auch nicht noetig.

Ich will auch keine Diskussion unterbunden sehen, aber wenn die Diskussion offensichtlich schon mal stattgefunden hat faende ich es z.B. sinnvoll jedes kontroverse Statement zu entfernen und statt dessen einen Link zur alten Diskussion zu setzen - auf diese Art und Weise kann man eine sinnvolle Loesung finden ohne genaue Ahnung von der Materie zu haben - es kommt ja offensichtlich nichts neues sondern das immergleiche Argument.
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Beitrag Sa Mai 26 2007 13:41

Re: Moderation bei Kontroversen

Thorsten hat geschrieben:Angenommen jemand verwendet in einem Satz im als 'selbst' und ich korrigiere das als falsch (ohne weiteren Kommentar). Lothenon meldet sich zu Wort und weist das zurueck, ich poste und stelle fest dass seine Interpretation nur spekulativ ist.

Nennen wir doch das Kind beim Namen: Es geht um meine These, die typisch elbische Sindarinschreibweise sei der Modus von Beleriand, und deine Gegenthese, dass meine These nicht zutreffe. Der aktuelle Anlass ist meckerbuettels Thread darstellung in sindarin. Ich habe ohne weiteren Kommentar geschrieben, die elbische Sindarin-Schreibung sei der beleriandische Modus. Du hast dich zu Wort gemeldet und das zurückgewiesen, ich habe gepostet und festgestellt, dass deine Interpretation nur spekulativ sei.

Dann hast du mir gedroht, du wollest dich offiziell beschweren, wenn ich nicht deine Ansicht anerkenne. Dazu bin ich nicht bereit, denn das würde voraussetzen – wie du richtig schreibst – dass beide Ansichten sich gleichberechtigt aus Tolkiens Schriften belegen liessen. Dem stimme ich aber nicht zu. Ich bin überzeugt, dass man nur dann zu der Auffassung gelangen kann, der "general use" für Sindarin sei genauso elbisch wie der beleriandische Modus, wenn man einen selektiven Blick auf die Quellen wirft und wenn man die Quellen aus ihrem Kontext herauslöst (das führe ich gerne im Detail aus). Das ist mein Vorwurf gegen dich. Anstatt nämlich auch auf meine Quellen einzugehen, hast du immer nur wiederholt, du hättest alles schon gesagt, das heisst, du bist selektiv nur bei deinen Quellen geblieben; und auf meine Aufforderung, die im selben Kontext stehenden Quellen miteinander in Einklang zu bringen, bist du einfach überhaupt nicht eingegangen, das heisst, du hast die Quellen aus dem Kontext herausgelöst.

Thorsten hat geschrieben:es kommt ja offensichtlich nichts neues sondern das immergleiche Argument.

Wenigstens was meine Seite betrifft, ist das nicht wahr. Die Erkenntnis, dass Tolkien nie etwas über eine Schreibung von Sindarin im "general use" publiziert hat, ist brandneu für mich. Möglich, dass dir das schon immer bewusst war – aber warum hast du dann dieses wichtige Argument gegen deine Ansicht verschwiegen?

Mein Rat an dich: Du interessierst dich nicht für Tengwar, also lass die Finger davon.
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Beitrag Sa Mai 26 2007 14:43

Okay.

Ich habe diesen Thread bewusst an einem anderen Beispiel aufgehaengt, weil der Punkt den ich machen moechte generell ist, nicht Mach's These (die ich nicht so furchtbar wichtig finde).

Nach einigem Nachdenken - worum es mir geht ist Fairness im Umgang miteinander. Und hier ist Mach jetzt fuer mich endgueltig unter die Guertellinie gegangen. Hier finde ich:

Dann hast du mir gedroht, du wollest dich offiziell beschweren, wenn ich nicht deine Ansicht anerkenne.


Was ich tatsaechlich geschrieben habe war:

Das ist falsch, das weisst du auch, und deine Art deine private Position die hier im Forum vermutlich keine Mehrheitsmeinung ist (siehe Aran's Schlussbemerkung im Diskussionsthread: "Die Elben haben Tengwar erfunden. Die Tengwar waren im 3. Zeitalter sehr antiquiert. Modi mit ausgeschriebenen Konsonanten waren zu der Zeit aber ebenso in Verwendung wie Tehtar (ohne einschränkende Bemerkung).") ohne Anmerkung in einer suggestiven Weise als 'wahr' zu praesentieren finde ich nicht in Ordnung.

Bitte mach' ein faires Statement im Thread, oder ich versuch's mit einer offiziellen Beschwerde.


Und das liest sich doch etwas anders. Aber da steckt System dahinter, es ist ja sehr wirkungsvoll den anderen schlecht dastehen zu lassen. Wie schon in der originalen Diskussion setzt sich ein Muster fort Zitate des Effektes wegen nicht woertlich zu machen sondern drastisch zu ueberspitzen.

Wir hatten eine kontroverse Debatte zu dem Thema der Tengwar-Schreibweisen, und die Tatsache dass am Ende nicht jeder (eigentlich niemand ?) Mach zugestimmt hat, sollte vielleicht als Indiz verstanden werden dass die andere These begruendet werden kann. Ich habe inhaltlich kein neues Argument von Mach zu Gesicht bekommen, so lange das nicht der Fall ist moechte ich inhaltlich auch nicht argumentieren. Es ist mir bewusst (und Mach vermutlich auch) dass mich das als 'nicht diskussionsbereit' aussehen laesst und ihn schon - aber fuer mich sind die Argumente ausgetauscht, damit ist gut, und der Rest ist nur Show.

Eine Aussage wie

In Tengwar würde ich das schreiben wie folgt, und zwar zuerst in der Schreibweise, bei der wir wissen, dass sie von den Elben verwendet worden ist, und dann in der Schreibweise, bei der wir wissen, dass sie von den Menschen in Gondor verwendet worden ist


ist dem Ergebnis der Diskussion nicht angemessen. Bei einem Anfaenger erweckt das zwangslaeufig den Eindruck:

* Vollmodus = elbisch
* tehtar-Modus = Gondor

Was der Anfaenger nicht erfaehrt ist dass Mach statt der wissenschaftlichen Arbeitsweise die hermeneutische bevorzugt (die in der Tolkien-Linguistik keine Mehrheit hat, ich kenne genau eine Person die sich damit auseinandersetzt, naemlich ihn), und dass es eine Reihe spezifischer Aussagen von Tolkien gibt die gegen diese These sprechen, so Tolkien's Beschreibung des Tehtar-Modus als aelter als Vollmodus und 'of Eldarin origin', oder Gandalfs Beschreibung der Tehtar-Ringschrift als 'the letters are Elvish, of an ancient mode'.

Der Anfaenger erfaehrt vor allem nicht dass die Aussagen kontrovers sind.

Das perfide ist dass die Aussagen so ja auch richtig sind - sie sind nur suggestiv, und das praktische (was Mach auch im Thread vorfuehrt) ist dass sie einen sofortigen Rueckzug auf 'das habe ich ja so nie gesagt' zulassen. Der Eindruck (und darum geht es Mach ja) ist trotzdem schon entstanden.

Fair waehre es meiner Ansicht nach freilich gewesen die Situation als weniger eindeutig darzustellen und die eigene Meinung mal etwas zurueck zu nehmen und auch darauf hinzuweisen dass es andere gibt. Daher steht in den 'do and don't' auch:

Der Author einer Theorie sollte allerdings immer auch kennzeichnen welche Indizien seine Theorie stützen und welche gegen sie sprechen um eine faire Beurteilung zu ermöglichen.

Nun ja, Maewen hat in die Diskussion eingegriffen um sie zu beenden. Ich habe beschlossen mich de-eskalierend zu verhalten, das zu unterstuetzen und mich in dem Thread nicht mehr zu aeussern. Mach hat beschlossen das letzte Wort zu behalten und monopolisiert den Thread seitdem mit seinen Ansichten.

Ist das das Ergebnis das rauskommen soll?

Mein Rat an dich: Du interessierst dich nicht für Tengwar, also lass die Finger davon.


Und auch das ist keineswegs der angemessene Ton. Was hat mein Interesse fuer Tengwar mit irgendwas hier zu tun? Sind meine Punkte weniger zutreffend, nur weil mich das Thema nicht primaer interessiert? Ist meine Arbeit deswegen zwangslaeufig weniger sorgfaeltig? Das ist was Mach vermutlich damit suggerieren will.

Ich wuerde euch gerne mit diesem Post einladen die Techniken mit denen Mach suggestiv operiert mal genau anzuschauen - wie da subtil umformuliert wird, das gleiche Argument nochmal gebracht wird, aber so umformuliert als waere es ein anderes und als waere man bereit weiter zu diskutieren, wie im Bedarfsfall der Rueckzug auf eine unverfaengliche Position geschieht und wie im Thread das letzte Wort behalten wird. Die Technik dahinter ist zweifellos beachtlich.

Ich merke dass ich mich schon wieder aergere, grade nach der Sache mit Imeon im Board. Und das will ich nicht - ich gehe ohnehin am Montag auf Reisen und habe dann wieder Stress, da brauche ich das im Forum nicht auch noch.

Fuer mich hat sich Mach als Diskussionspartner mit der obigen Aktion disqualifiziert. Ich lehne jedes weitere Gespraech mit ihm ab bevor ich nicht eine Entschuldigung dafuer sehe dass hier was ich geschrieben habe drastisch ueberspitzt wird um mich hier irrational aussehen zu lassen.

Ihr koennt euch ueberlegen welchen Diskussionsstil und welchen Umgang dieses Forum in Zukunft haben soll - es ist noch jung, und die Weichen werden jetzt gestellt.

Leider - mir reicht's mal wieder, und ich werde einfach ein paar Tage oder Wochen Auszeit nehmen. Nochmal - es geht mir primaer nicht um die Sache - sondern ums Prinzip, um die Art der Darstellung und Praesentation. Ich hatte jetzt mal den Ansatz verfolgt auf die Moderation soweit zu vertrauen und mich aus dem Thread zurueckzunehmen, aber irgendwie hatte ich auch auf ein anderes Ergebnis gehofft.

Wir koennen von mir aus gerne unterschiedliche Positionen und Interpretationen haben und pflegen (das ist gut so) - aber nicht auf diese Art und Weise. Wenn das der Stil des Forums wird, dann werde ich mich auch hier zurueckziehen.

Naja, meine email habt ihr - bitte denkt ueber die Punkte nach die ich hier bringe.

Gruesse,

* Thorsten
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Beitrag Sa Mai 26 2007 15:20

Anstatt auf mein Argument einzugehen, reisst Thorsten eine Metadiskussion über meinen Argumentationsstil vom Zaun: Diesen Thread.

Ich entschuldige mich bei allen anderen, dass ich mich dazu heruntergelassen habe, dasselbe zu tun, indem ich meinerseits Thorsten seinen Argumentationsstil vorgehalten habe. Ich weiss, ich habe Öl ins Feuer gegossen, aber diese unerhörte Provokation habe ich nicht mehr auf mir sitzen lassen können. Übrigens ist bezeichnend für Thorsten, dass er mein neues Argument, der "general use" für Sindarin sei von Tolkien gar nie publiziert worden, einfach überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt, sondern so tut, als hätte ich es gar nie geäussert:

Thorsten hat geschrieben:Ich habe inhaltlich kein neues Argument von Mach zu Gesicht bekommen
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Beitrag Sa Mai 26 2007 16:58

Da ich momentan nicht alleine entscheiden kann/möchte, wie in dieser Situation adäquat zu reagieren ist, werde ich mich erst einmal mit anderen Moderatoren beratschlagen.

Dieses Thema ist so lange geschlossen.
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Beitrag Mi Mai 30 2007 9:13

zu kontroversen Situationen:

- Wenn ein Sachverhalt einseitig dargestellt wird, ohne auf andere Möglichkeiten einzugehen, insbesondere eine persönliche Interpretation als einzig mögliche präsentiert wird, sollte man natürlich eingreifen und die Kontroverse kurz darstellen. Da sind wir uns hoffentlich alle einig und es braucht auch nicht einmal unbedingt einen Moderator, um das zu tun (hat es früher nie, obwohl es ähnliche Fälle wie die Sache mit im schon öfters gab).
Ein Moderator sollte natürlich verhindern, dass alte Streite immer wieder neu entbrennen.

- In dem betreffenden Thread habe ich das so kurz wie möglich probiert:
Also sagen wir mal: Elben haben die erste verwendet und Menschen die zweite, das wissen wir. Das schließt aber nicht aus, dass sie jeweils auch das andere gut kannten und ebenso verwendet haben.

Dann noch eine mir unklare Sache geklärt und das ganze beendet.

- Ich fand Mach's ersten Post in dem betreffenden Thema alles andere als suggestiv, sondern neutral - mit der von mir gebrachten Ergänzung von weiter oben sollte die Situation um die Schriften beschrieben sein.
Klar sollte sein, dass kurze eingeworfene Phrasen wie
...und elbischen Ursprungs ist.

hier wohl eher kontraproduktiv sind.
Entweder man sagt "Es gibt aber auch die und die Möglichkeit" oder wendet sich gleich an einen Moderator bzw. erst per PN an die Person, von der man glaubt, sie würde die Kontroverse absichtlich nicht darstellen, aber bevor man sonst irgendwas in dem Thema schreibt. Das sind Lösungen, die mir einfallen würden.

- und letztes dazu:
Anstatt auf mein Argument einzugehen, reisst Thorsten eine Metadiskussion über meinen Argumentationsstil vom Zaun: Diesen Thread.

Thorsten hat mehrmals betont, dass es ihm gar nicht um das spezielle Thema geht und schon gar nicht um deinen Argumentationsstil, sondern um eine adäquate Reaktion seitens der Moderation. Insofern ist dieser Beitrag hier recht deplaziert.


zu dem Streit über die Verwendung der Modi:
(hoffentlich zum letzten jetzt)

- Was ich hier als Außenstehender sehe, ist, dass hier von einer Seite aus auf inhaltlichen Dingen herumgepocht wird, der anderen Seite geht es um die Darstellung, wodurch ein Vorbeireden resultiert.

- Dabei teilt die zweite Seite die Ansicht der ersten nicht, hat sie aber ausdrücklich gebilligt. Die erstere Seite erkennt jedoch die Ansichten der zweiteren nicht einmal als möglichen Standpunkt an. Das liegt zu einem Teil daran, dass Argumente simplerweise nicht verstanden (und auch nicht wiederholt) wurden, wie mir scheint.

- Von der Tatsache, dass man die Argumente der Gegenseite oft missversteht ist wirklich niemand geschützt. Hier kann man nur daran appellieren, Dinge nochmal zu überdenken und versuchen, sich in die Gedanken des anderen zu versetzen (das gilt auch bei Interpretationen gegebener Texte!). Auf der anderen Seite ist manchmal auch Geduld bei mehrmaligen Erklärungen vonnöten.

- Die Trennung der Verwendung der Modi in menschlich/elbisch ist nicht aus der Luft gegriffen, aber das einzige Argument, was ich sehe (und das habe ich geschrieben noch bevor die ganze Sache anfing), ist einfach nur die Häufigkeit der Textverwendung Beleriand/Tehtar. Bei der handvoll attestierter Texte findet sich ersteres bei den elbischen, zweiteres bei den menschlichen. Aber Tolkien hätte sich völlig frei gefühlt, einen elbischen Tehtar-Text zu veröffentlichen.
Beispiele für solche Umsprünge gibt es oft genug und hier sind alle Voraussetzungen dazu gegeben: Es ist kaum etwas veröffentlicht, also viel Platz für weitergehende Kreativität.
Zwar versucht man in der Tolkien-Linguisitik gegebene Dinge einen Kontext zu bringen, versucht aber auch - genau wegen dem oben geschilderten - mehrere möglichen Alternativen zu finden. Bei einer Interpretation die Alternativen zu missachten führt oft zu falschen Ergebnissen: Iarwain 'Eldest' -> "klar, -wain ist eine Superlativ-Endung und nichts anderes" hätte/hat sich als eine falsche Deutung herausgestellt.
Das ist offenbar eine ganz andere und grundsätzlichere Frage als die Plausibilität/Wahrscheinlichkeit der einzelnen Alternativen.

- Da Anfragen von Tengwar-Schreibungen selten etwas intern mit Mittelerde zu tun haben, halte ich es für absolut möglich, den Fragesteller eine Schreibweise nach seinem persönlichen Geschmack auswählen zu lassen. Elbische oder menschliche Verwendung war Tolkien ja offenbar auch nicht so wichtig, wie seine, ganz ähnliche Erklärungen zu Tengwar in verschiedenen Briefen zeigen.
Erst wenn ein Mittelerde-Kontext gegeben ist, sollte man natürlich in die Details gehen.

- Die Auseinandersetzung ist mittlerweile nervenraubend und ermüdet den Rest des Forums.
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Beitrag Mi Mai 30 2007 15:36

Aran hat geschrieben:
mach hat geschrieben:Anstatt auf mein Argument einzugehen, reisst Thorsten eine Metadiskussion über meinen Argumentationsstil vom Zaun: Diesen Thread.

Thorsten hat mehrmals betont, dass es ihm gar nicht um das spezielle Thema geht und schon gar nicht um deinen Argumentationsstil, sondern um eine adäquate Reaktion seitens der Moderation. Insofern ist dieser Beitrag hier recht deplaziert.

Das sehe ich ein, ich habe überreagiert, und Thorstens fiktives Beispiel oben ist ja gar nicht unbedingt zugeschnitten auf meckerbuettels Thread darstellung in sindarin. Ich bitte um Entschuldigung für meinen Kurzschluss.

Aran hat geschrieben:- Die Trennung der Verwendung der Modi in menschlich/elbisch ist nicht aus der Luft gegriffen, aber das einzige Argument, was ich sehe (und das habe ich geschrieben noch bevor die ganze Sache anfing), ist einfach nur die Häufigkeit der Textverwendung Beleriand/Tehtar. Bei der handvoll attestierter Texte findet sich ersteres bei den elbischen, zweiteres bei den menschlichen. Aber Tolkien hätte sich völlig frei gefühlt, einen elbischen Tehtar-Text zu veröffentlichen.

Das mit Tolkiens Gefühlen würde ich mal beiseite lassen. ;) Im Ernst: Ich sehe noch zwei weitere Argumente:

  • Zum einen ist DTS 49 erst postum veröffentlicht worden. Es gibt in Anhang E zwar einen Hinweis auf einen Ómatehtar-Modus mit Sindarin und ebenfalls in DTS 58. Wir können jedoch nicht wissen können, ob damit wirklich der Sindarin-Modus von DTS 49 gemeint ist. Beim heutigen Wissensstand beruht jede Rekonstruktion eines Ómatehtar-Modus für Sindarin auf DTS 49. Vor der Publikation von DTS 49 stellte sich die Frage nach dem richtigen Sindarin-Modus gar nicht, weil der beleriandische der einzige bekannte war. Wenn ich also auf Nummer Sicher gehen und mich streng an die von Tolkien selber publizierten Schriften halten will – wozu mich selbstverständlich niemand zwingt –, dann bevorzuge ich den beleriandischen Modus.
  • Zum anderen hat Tolkien in Anhang E geschrieben, es gebe einen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von tsch-Lauten in einer Sprache und dem Gebrauch der Calmatéma dafür. Im Sindarin-Modus von DTS 49 scheint die Calmatéma für palatale Laute verwendet zu werden. Dies ist mir ein Hinweis darauf – sicherlich aber kein zwingender Beweis –, dass der Sindarin-Modus von DTS 49 ursprünglich für eine Sprache mit tsch-Reihe gedacht gewesen wäre, und nicht für Sindarin, das keine tsch-Reihe hat. Für welche Sprache genau, das wissen wir nicht. Als alternative Schreibweise fürs Quenya? Für die Sprache der Valar? Fürs Adûnaische oder seine Vorläufer?

Gut, ich will zukünftig noch mehr darauf achten, dass ich die Hypothese, der Sindarin-Modus von DTS 49 sei kein ursprünglicher Sindarin-Modus, auch wirklich als Hypothese darstelle. Wenn ich sie auch beim jetzigen Wissensstand für die beste mögliche Hypothese halte, so bleibt sie dennoch eine Hypothese, muss also nicht zutreffen.

Aran hat geschrieben:- Da Anfragen von Tengwar-Schreibungen selten etwas intern mit Mittelerde zu tun haben, halte ich es für absolut möglich, den Fragesteller eine Schreibweise nach seinem persönlichen Geschmack auswählen zu lassen. Elbische oder menschliche Verwendung war Tolkien ja offenbar auch nicht so wichtig, wie seine, ganz ähnliche Erklärungen zu Tengwar in verschiedenen Briefen zeigen.
Erst wenn ein Mittelerde-Kontext gegeben ist, sollte man natürlich in die Details gehen.

Da bin ich nicht einverstanden. Meine Ansicht ist, jede Tengwar-Inschrift habe notwendig mit Mittelerde zu tun. Zumindest jedoch sollte man die Möglichkeit nicht zum Vornherein ausschliessen, dass ein Bezug zu Mittelerde gewünscht sein könnte. Und dann ist das Wissen um die verschiedenen Sindarin-Schreibweisen ja auch nicht derart hermetisch, dass es als Mysterium nur den Eingeweihten vorzubehalten wäre. [Toll, endlich mal ein Anlass zur Verwendung des Worts hermetisch! :)]

Ich hielte es jetzt für eine gute Idee, dass wir nach einer Formulierung suchen, mit der die verschiedenen Sindarin-Schreibungen kurz vorgestellt würden, ohne dass wieder eine Kontroverse darüber ausbräche. Wie wäre es damit:

Sindarin kann entweder im beleriandischen Modus geschrieben werden, einer Vollschrift wie auf dem Tor von Moria; oder im Ómatehtar-Modus des Königsbriefs von Aragorn an Sam, der jedoch erst nach Tolkiens Tod veröffentlicht wurde.

Im Unterschied zu Thorstens Vorschlag werden hier Elben und Menschen nur noch implizit genannt, aber trotzdem wird der Gefahr vorgebeugt, dass jemand erst im Nachhinein feststellen muss, was sie sich in die Haut habe ritzen lassen, sei gar nie von Tolkien publiziert worden.
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Beitrag Mi Mai 30 2007 15:41

Sindarin kann entweder im beleriandischen Modus geschrieben werden, einer Vollschrift wie auf dem Tor von Moria; oder im Ómatehtar-Modus des Königsbriefs von Aragorn an Sam, der jedoch erst nach Tolkiens Tod veröffentlicht wurde.


Finde ich gut :pro:

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