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Vorbemerkungen:
Die normale Textfarbe ist weiß, jedoch sind einige Textstellen in
gelb gefärbt. Dies sind all jene Stellen, an denen man Mutmaßungen und Rekonstruktionen anstellen muss.
Sehr technische Erklärungen sind in kleinerer Schrift dazugesetzt und sind für
diejenigen gedacht, die sich besonders für einige Hintergründe interessieren.
Sie können beim Lesen auch übersprungen werden.
Substantive (Hauptwörter)
Pluralbildungen: a
- e - i - o
- u - y -
au - ei, ai -
andere Diphthonge - finales -n -
finales -s - finale -or, -ol -
finales -a - finales -u
- Endung -in - abgeleitete
Singulare - Zusammensetzungen
Klassenplural - Dual
Tabelle der i-Umlautungen
Konsonanten-Mutationen
weich - nasal -
gemischt - Sibilantm. -
Stoppm. - Liquidm. -
Tabelle -
Spezialfälle
Kasus
Genitiv - Dativ -
Akkusativ
Adjektive und Adverbien
Adjektive -
Adverbien
Verben
Grundlegendes -
Präsens - Futur -
Imperativ - Gerund -
Verneinung - Partizipien
- unpersönliche Verben - Passiv, Konjunktiv,
Optativ
Vergangenheit: (A)
Stammverben, Nasalierung - (B) Stammverben, Längung
- (C) abgeleitet - (D)
abgeleitet mit Suffixverlust - (E) kausativ -
(F) unregelmäßig
Pronomen (Fürwörter)
Subjekt -
Objekt - possessiv -
reflexiv -
demonstrativ - interrogativ -
andere
Syntax (Satzbau)
Wortstellung -
Relativsätze - Wortbildung
Stand: 23.7.2009
Substantive (Hauptwörter) |
[nach oben] |
In Sindarin verändern sich Substantive ausschließlich vom Singular zum
Plural. Zumindest im klassischen Sindarin gibt es keine Kasus-Deklinationen (Nominativ, Genitiv, Dativ,...),
die Kasus werden durch Präpositionen ausgedrückt. Dies
gilt auch für Adjektive.
Tolkien schrieb, dass die Pluralformen in Sindarin "meistens durch
Vokalveränderungen" gebildet werden, und diese Veränderungen sind es, die hier
zunächst gelistet werden. Neben dem "normalen" Plural gibt es noch den
Klassenplural. Ebenso sind Spuren des Dual (Zweizahl) erhalten.
Aus dem Deutschen ist die Umlautung der Vokale im Plural wohlbekannt: a ⇒ ä, o ⇒ ö, u ⇒ ü, au ⇒ äu. Sindarin zeigt sehr analoge Lautverschiebungen, die einem Deutsch-Sprecher vertraut vorkommen werden: a ⇒ e, o ⇒ œ ⇒ e, u ⇒ y, au ⇒ oe. Es gibt aber auch viele Unterschiede, insbesondere werden die Vokale anders umgelautet, wenn sie sich in der letzten Wortsilbe befinden. Sindarin hat hier einen Einfluss sowohl von den germanischen Sprachen, als auch vom Walisischen. Der Begriff für diese Lautänderungen ist i-Umlautung, i-Mutation, i-Beeinflussung oder i-Affektion. Sie wurden nämlich ursprünglich, im Deutschen wie in Sindarin, von einem i in der letzten Silbe hervorgerufen, was danach jedoch meistens wieder verschwunden ist. Die Veränderungen im Wort sind aber geblieben (in Quenya ist die Plural-Endung -i erhalten geblieben). Der Begriff in Sindarin für Vokalumlautungen verschiedener Art ist prestanneth (Störung, Beeinflussung).
Eine wichtige Unterscheidung ist zwischen historischen und analogen
Formen zu machen. Dieses Wechselspiel kommt natürlicherweise in Sprachen vor,
z.B. stammt das Wort Gold von einer Form, die früher vermutlich gulda
ausgesprochen wurde. Durch ein weiteres Phänomen der
Vokalbeeinflussung, die
a-Umlautung (die auch in Sindarin auftritt), wurde der Vokal u durch
den Einfluss des finalen -a zu o, d.h. gulda
>
Gold. Das entsprechende Adjektiv hatte im Althochdeutschen die Form
guldîn, hier ist das u erhalten geblieben, in der Folgezeit löste das
i in der letzten Silbe aber i-Umlautung aus und das historische Adjektiv
zu Gold ist demnach gülden. Nun wurde aber die Vokalabfolge
gülden-Gold als unregelmäßig angesehen, weswegen man vom Substantiv
Gold eine analoge Form abgeleitet hat, nämlich golden. Die historische
Form gülden gilt heute als veraltet.
Ganz ähnliche Entwicklungen gab es in Sindarin, wo wir es oft mit historischen
und analogen Pluralen zu tun haben. Wir können vermuten, dass die historischen
Varianten eher in der Frühzeit, d.h. im 1. Zeitalter verwendet wurden und zum 3.
Zeitalter hin zugunsten der analogen allmählich veralteten. Ebenso dürften Elben
eher zu den historischen Varianten tendiert haben, Menschen zu den analogen. Für
viele Menschen wurde im 3. Zeitalter Sindarin aber zu einer zumeist in Texten
überlieferten Sprache, weshalb sich auf diese Art manche Formen vielleicht doch
verfestigt haben.
Schließlich ist zu bemerken, dass es in Sindarin auch ohne die Unterscheidung historisch/analog oft zwei oder sogar mehr Plural-Varianten zu einem Wort gibt. Das sollte einen nicht stutzig machen, im Deutschen kommt so etwas auch vor, ohne Bedeutungsunterschied jedoch eigentlich nur in Fremdwörtern (z.B. Skripte, Skripten, Skripts).
Ein a in der letzten Silbe wird zu ai. Dies gilt auch für
einsilbige Stämme, die oft ein langes â besitzen, da sich dieses in den
allermeisten Fällen erst in modernem Sindarin aus kurzem a entwickelt
hat.
Wenn die letzte (oder einzige) Silbe auf -ng, -nc endet, wird a
zu e:
Wenn die letzte (oder einzige) Silbe eine Konsonantenkombination hat, die auf
r
oder l beginnt, wird a meistens ebenfalls zu e; es kann
aber auch zu ei, ai werden (dies ist durchaus unregelmäßig).
In allen anderen Fällen (also wenn die betreffende Silbe nicht die
letzte oder einzige im Wort ist) wird a zu e:
Ein e in der letzten oder einzigen Silbe wird zu i. Das gilt
auch für lange Vokale aus demselben Grund wie bei a.
Wenn in der letzten oder einzigen Silbe die Kombination ie auftaucht,
so wird aus diesem ie
ein i, voranstehende Vokale scheinen gelängt zu
werden:
In allen anderen Fällen (also wenn die betreffende Silbe nicht die letzte oder einzige im Wort ist) wird das e nicht verändert (siehe oben: edhel, Pl. edhil).
Der Vokal i in der Pluralbildung bleibt immer und an jeder Stelle
unverändert.
Folglich ist ein Wort, das nur die Vokale i besitzt, normalerweise
nicht zwischen Singluar und Plural zu unterscheiden. Der Satzzusammenhang muss
in diesen Fällen über den Numerus Auskunft geben.
Möglicherweise aber kann hier die Endung -in
genutzt werden:
Der Vokal o wird in der letzten oder einzigen Silbe eines Wortes
gewöhnlicherweise zu
y (sprich: ü). Ein langes ô wird gleichsam zu einem
langen
ŷ.
Falls nach dem o nur ein Konsonant (kein Konsonantencluster) folgt,
kann o auch zu ui werden.
In allen anderen Fällen (also wenn die betreffende Silbe nicht die letzte
oder einzige im Wort ist) wurde o zunächst zu œ
(sprich: ö), was sich in der Folgezeit wiederum zu e veränderte.
Oft tritt es auch auf, dass o in der letzten Silbe zu œ oder
œi
und später dann zu e bzw. ei wird. Das scheint besonders bei der
Vokalfolge
o-o bevorzugt zu sein. Im Dialekt von Gondor ist diese Art von
Pluralisierung ganz alltäglich, weil dort der Laut y fehlt.
[Diese Reichhaltigkeit an Möglichkeiten bei o
erklärt sich dadurch, dass es vor der eigentlichen i-Umlautung eine weitere
Lautänderung, die sogenannte Hebung, gab. Das bedeutet, dass sich unter dem
Einfluss des i ein o oft zu u änderte. Insgesamt also gibt
es die folgenden Möglichkeiten:
i-Umlautung: o > e
i-Umlautung mit Diphthongisierung: o
> ei
Hebung, dann i-Umlautung: o > u
> y (dominant)
Hebung, dann i-Umlautung mit Diphthongisierung o >
u > ui
Zur Zeit des Sindarin, d.h. während und nach der Schreibung des Herrn der Ringe, wurde o
> u > y zum dominanten Lautwechsel, in den
früheren Konzeptionen waren die anderen auch sehr häufig vertreten.]
Die Kombination io in der letzten Silbe wird zu y.
Es gibt jedoch Fälle, in denen das o eine Verkürzung von au
darstellt, was wiederum entweder von einem langen ā oder au
stammt. Dann wird o in der letzten Silbe zu oe
und bleibt sonst erhalten. Quenya hat an dieser Stelle normalerweise langes á
oder au erhalten.
Wir beobachten, dass ein kurzes u wird an jeder Stelle eines Wortes zu
y
wird, ein langes û hingegen in der letzten Silbe zu ui.
Möglicherweise ist aber auch u ⇒ y,
bzw. û ⇒ ŷ in der letzten Silbe erlaubt. Siehe aber auch
den Sonderfall des finalen "u".
[Wir schließen die letzte Tatsache daraus, dass das o
in der letzten Silbe eigentlich nur deshalb zu y wird, weil es
zwischendurch zu einem u gehoben wird (siehe Kommentar
unter Der Vokal "o").
Ja mehr noch, in vielen Wörtern stammt ein o in der letzten Silbe
eigentlich von einem u ab, z.B. rosc (braun) (vgl. Quenya ruska)
und wurde durch den Einfluss des finalen -a zu einem o (a-Umlautung).
Da der Plural aber mit -i gebildet wird (ruskī), fehlt der Einfluss dieses -a
und wir haben es bei rosc historisch eigentlich mit der Umlautung eines
u zu tun!]
Der Vokal y verändert sich im Plural vermutlich nicht.
Auch hier besteht also die Möglichkeit, dass der Plural
vielleicht auch mit -in gebildet werden kann:
In Sindarin wird der Diphthong au in der letzten Silbe im Plural zu
oe. Man beachte, dass am Wortende statt -au immer -aw
geschrieben wird. Die Aussprache unterscheidet sich dabei nicht (siehe
Aussprache). In
mehrsilbigen Wörtern wird
au oft zu o verkürzt, siehe hierzu den Vokal
"o".
Es gibt eine ganze Reihe von einsilbigen Wörtern, die im Singular
Parallelformen mit den Diphthongen ei und ai aufzeigen. Im Plural
werden diese Diphthonge zu î.
Wörter, die jedoch nur mit dem Diphthong ai vorkommen, bleiben im
Plural unverändert.
[Dieses wird durch die besonderen Etymologien der Wörter
erklärt.
Wenn der Wortstamm ursprünglich ein i hatte und die angehängte Endung
-jā lautete, so wurde im Zuge der sogenannten a-Umlautung dieses i
zunächst zu e. Anschließend löste j i-Umlautung aus, so dass der
Stammvokal zu ei wurde und dann zu ai, z.B. kirjā (Schiff)
>
ceir, cair (vgl. Quenya kirya). Der
Plural wurde aber mit -ī gebildet und all diese Lautänderungen
blieben aus, d.h. kir(y)ī
(Schiffe) > cîr.
In einer anderen Situation entsteht im Singular ebenfalls ei/ai, aber
diesmal aus der Kombination aus e und einem Konsonanten k/g durch
einen Prozess, den man Vokalisierung nennt. Vokalisierung war z.B. auch
im Englischen aktiv, man vergleiche etwa deutsche Wörter wie Hagel,
acht, Knecht mit den englischen hail, eight, knight,
die mit einem Diphthong ei oder ai ausgesprochen werden. In
Sindarin wurde z.B. ektā (Speerspitze) zu
aith. Der Plural war jedoch ektī, was
über i-Umlautung zu
îth
wurde, hier ging das k verloren. Strenggenommen haben wir ith nur
in einer recht frühen Quelle attestiert, das phonologische Muster an sich
taucht aber z.B. auch in der späten Form reitha (versucht,
bemüht sich) < riktā,
Vergangenheit rithas (versuchte, bemühte sich), auf.]
Was andere Diphthonge, wie ae, oe, ui, angeht, so mangelt es uns an
aussagekräftigen Beispielen, wir vermuten jedoch, dass sie im Plural ungeändert
bleiben. Vielleicht ist es erneut eine Stelle, an der die
Plural-Endung -in herangezogen werden kann:
Endvokale sind im Zuge der Entwicklung des Sindarin verloren gegangen (z.B.
gerade das -ī, was die Umlautungen im Plural ausgelöst hat). Ebenso wurde
aber auch ein -n am Wortende fallen gelassen (z.B. Altsindarin pheren
(Buche) zu Sindarin fêr). Im Plural aber wurde ja noch ein weiterer Vokal
angehängt, weshalb das n nun nicht mehr am Wortende stand. Im Beispiel
von fêr führt das dazu, dass es sich im Plural wie feren verhält.
Weitere Wörter solcher Art sind:
Man beachte, dass aus den Plural-Wörtern oft der Singular wiedergestellt wurde, d.h. man erkannte z.B. erain, therein als die Plural-Form von aran, thoron und führte aran, thoron entsprechend auch im Singular ein. Dies ist jedoch nicht regelmäßig geschehen, die anderen Wörter behalten den kurzen Singular. Stattdessen wird oft ein analoger Plural der kurzen Formen eingeführt, z.B. bôr, Pl. bŷr.
Ähnlich wie n ist auch ein finales -s verschwunden, hier ist der
Grund aber einfach nur Lenition zu einem h. Dieses behauchte h
war so ein schwacher Laut, dass es am Wortende verschwand. Aber auch im Plural
wurde das s natürlich zu h leniert, was dann ebenso verschwunden
ist.
In dieser Gruppe ist ein Auftreten analoger Plurale nicht bekannt.
Eine Reihe von Wörtern endete in Altsindarin auf die Kombination von einem
Konsonanten und -r oder -l, z.B. ogl (böse). Diese wurden
einsilbig ausgesprochen und auch regelmäßig umgelautet, im gegebenen Fall führte
das zu eigl (daneben auch ygl). In
der Folgezeit wurden diese Wörter jedoch zweisilbig, indem sie einen weiteren
Vokal einschoben. Dieser ist im Singular o, im Plural dagegen i,
d.h. ogol, Plural
eigil oder
ygil. Daneben gibt es vermutlich auch die
Möglichkeit, einen analogen Plural direkt von der Singular-Form zu bilden, was
egyl ergibt.
[Vermutlich gab es Zwischenstadium, in dem das finale -l
bzw. -r silbisch wurde. Ein silbisches -l bildet z.B. die zweite
Silbe des englischen Wortes apple; ein gerolltes silbisches r ist
z.B. im Tschechischen ganz prominent, wie etwa prst
(Finger).]
Zweimal sehen wir bei solchen Wörtern jedoch den Plural durch die Endung -in,
was bedeuten könnte, dass sie in solchen Fällen zum Tragen kommt.
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, SS. 149, 142
Frühes Sindarin hatte einen Reibelaut, den Tolkien bei anderen Sprachen oft
mit gh schrieb, im archaischen Sindarin meist mit
ʒ
darstellte (Unicode-Font installiert?), online wird
das oft durch 3 ersetzt; also z.B. i-ghaladh, i-ʒaladh,
i-3aladh. Es handelt sich um die stimmhafte Form des Lautes ch
(unserem deutschen r
sehr ähnlich). Dieser Laut verschwand irgendwann, in aller Regel vollständig (i
ghaladh > i 'aladh, hughorn > huorn), am Wortende jedoch wandelte sich
dieser Laut zum Vokal -a um. Im Plural findet man an dieser Stelle -i.
In dieser Gruppe ist ein Auftreten analoger Plurale nicht bekannt.
Bei Wörtern, die ursprünglich auf den Vokal -o endeten, wurde der
Plural ebenfalls mit -i gebildet, was jedoch zum Diphthong -ui
führte. Ein Diphthong am Wortende konnte jedoch eigentlich nicht verloren gehen,
-ui wurde in diesem Fall stattdessen zu -y. Unter dem Strich sieht
es so aus, als ob die Wörter den Plural durch ein angehängtes -y formen.
Auf der anderen Seite gibt es hier auch einen analogen Plural, der sich von den
Singular-Formen ableitet, denen man es nicht mehr ansieht, welchen Endvokal sie
verloren haben.
[Das finale -o
stammt hier entweder von -o oder -u.
Es gibt keine Plurale dieser Form bei finalem -a
und -e, weil hier im Plural
-ai, -ei
zu -ī wurde (Parma Eldalamberon 13, S.
116).]
Einige Wörter waren im frühen Sindarin einsilbig und endeten auf den
Halbvokal -w (der bislang eben keine eigene Silbe einnahm). Das alte
Sindarin-Wort curw (Geschick) bildete vermutlich einen regelmäßigen
Plural
cyrw. Ähnlich den beiden Fällen oben
vereinfachte sich die Aussprache jedoch irgendwann und -w nahm nach
Konsonanten eine eigene Silbe ein, wurde also zum Vokal -u. So wurde
curw zu curu, der Plural dagegen cyru.
Auf der anderen Seite gibt es auch hier wieder direkt vom Singular abgeleitete
analoge Plural-Formen wie cyry.
Einige einsilbige Wörter bilden in Sindarin den Plural nicht allein durch
i-Umlautung, sondern mit Hilfe der Endung -in (die wiederum i-Umlautung
im Rest des Wortes auslöst). Unter welchen Umständen dies passiert, ist jedoch
unklar.
Es existieren einige Substantive in Sindarin, deren Grundform nicht der
Singular, sondern der Plural ist. Dies kommt daher, dass die von diesen Wörtern
beschrieben Dinge meist eine Bezeichnung für einen Verbund, eine Gruppe oder
eine fest zusammen gehörende Anzahl sind. Der Plural ist sozusagen die
"natürlichere" Art der bezeichneten Dinge. Um dann dennoch ein einzelnes
Exemplar bezeichnen zu können, bedient man sich einer "Singular-Endung" (-ig,
-og):
Einige Beispiele zeigen, dass man eine Wortzusammensetzung bei der
Pluralbildung offenbar wie ein einziges Wort behandelt werden kann: Das Wort
edenedair (Mensch-Väter) ist der Plural von adanadar (Menschenvater),
das aus adan (Mensch) und adar
(Vater) zusammengesetzt ist. Dabei kann sogar der erste Teil separat vom zweiten
umgelautet werden, z.B. orodben (Bergbewohner) aus orod (Berg) und
pen (Person) wird zu erydbin, wobei die Plural-Form eryd
benutzt wird, obwohl o in Wortmitte zweimal zu e werden müsste.
Wenn jedoch der erste Teil der Zusammensetzung ein erkennbares Wort oder eine
erkennbare Vorsilbe war, so wurde er wiederhergestellt und nicht umgelautet.
Dies ist nicht immer regelmäßig geschehen.
Dagegen bleibt aber z.B. immer erphin.
Der Klassenplural wird in Sindarin benutzt, wenn alle Exemplare einer
bestimmten Sorte gemeint sind (oder auch alle in einem bestimmten Kontext); und
nicht nur eine Teilgruppe. Er wird mit der Endung -ath gebildet. Es
handelt sich um eine echte Plural-Form, nicht nur um eine Zusammensetzung,
weshalb auch der Plural-Artikel in mit nasaler Mutation benutzt werden
muss; ebenso müssen Adjektive nach dem Numerus übereinstimmen.
Man beachte, dass wenn es im Wortstamm ein i gibt, und diesem i
nur ein einzelner Konsonant folgt, die Endung die Form -iath annimmt:
Um Volksgruppen oder Rassen zu bezeichnen, verwendet man ebenfalls -ath.
Daneben gibt es die Endungen -rim, -waith (die in etwa mit "Volk"
übersetzt werden können) und -hoth (dieses tendiert in Richtung von
"Horde" mit negativer Bedeutung). Dabei können diese Endungen auch kollektive
Berufsbezeichnungen sein.
Die Endungen -rim und -ath können auch geographisch verwendet
werden, etwa um ein Gebirge zu bezeichnen (z.B. liniath und pinnath,
siehe oben).
Schließlich gibt es noch die selten vorkommende Endung -lir:
Das frühe Sindarin verfügte über einen Dual, d.h. eine Mehrzahlform, die
konkret nur auf zwei Gegenstände dieser Art hinweist.
Ein Auge z.B. ist ein hen, mehrere Augen sind
somit hin,
zwei Augen wären tâd hin. So weit, so gut; aber das wären zwei
Augen aus vielen, z.B. eines von Peter, eines von Klaus. Wenn wir nun aber
konkret die beiden Augen von Klaus meinen, dann sprechen wir von hent.
Der Dual wurde ursprünglich mit -t (in der Folgezeit leniert zu -d)
oder mit dem Vokal -u gebildet. Es gibt im klassischen Sindarin jedoch
keine regelmäßige Art und Weise mehr, Dual-Formen zu bilden, wie das etwa in
Quenya der Fall ist. Stattdessen werden einige historisch fixierte Duale von
natürlichen Paaren benutzt (wie etwa unsere Hosen, die man korrekt
nur im Plural benutzt; oder die englischen glasses). Zudem spielt hier
Quenya-Einfluss eine Rolle. Als die Exil-Noldor in Mittelerde ankamen, war das
Quenya-Wort für die beiden Bäume Valinors (Telperion und Laurelin) Aldu
und der ihnen geweihte Wochentag hieß Aldúya. Dieses wurde in Sindarin
als Galadhad, bzw. als Orgaladhad übersetzt, was aber einen reinen
Neologismus darstellt, weil die Sindar die beiden Bäume nicht kannten und kein
Dual-Wort dafür nötig hatten.
Bekannte Dual-Formen sind:
Hier sollen die Möglichkeiten der i-Umlautung nochmals zu Nachschlagezwecken
zusammengefasst werden. I-Umlautung ist ein Phänomen in Sindarin, welches an
mehreren Stellen auftritt (auch ganz wie im Deutschen), z.B. bei
Verbkonjugationen oder Wortbildungen, daher sollen ganz unterschiedliche
Beispiele gebracht werden.
| nicht-finale Silbe | finale Silbe | Beispiele | |
|---|---|---|---|
| a |
e (immer im Plural und bei Verben) ei (falls ursprüngliches j folgte) |
ai | aran (König), Pl. erain aran (König), ereinion (Königssohn) (aus aran-jon-) gar- (halten, besitzen) ⇒ gerin (ich halte) |
| e | unverändert | i | ped- (sprechen) ⇒ pedin
(ich spreche) silivren (weiß glitzernd), Pl. silivrin |
| i | unverändert | unverändert | tir- (beobachten, blicken auf),
tirin (ich beobachte) sîr (Fluss), Pl. sîr |
| o | (œ >) e | y ui (selten) ei (selten) (œ >) e (selten) |
or + in ⇒ erin
(über dem) (früher rin) Dorn (Zwerg), Pl. Dyrn thol (Helm), Pl. thuil doron (Eiche), Pl. derein orod (Berg), Pl. eryd, ered (früher ryd, œrœd) |
| u | y | y | tog- (bringen), udunc
(brachte) ⇒ ydyngir (brachten) curu (Geschick), Pl. cyry |
| au (o) | unverändert | oe | Rodon (Vala), Pl. Rodyn naug (Zwerg), Pl. noeg |
Mutationen (Anlautveränderungen) |
[nach oben] |
Eine der charakteristischsten (und oft als eine der am schwierigsten erachteten)
Besonderheiten des Sindarin sind die sogenannten Konsonanten-Mutationen. Dies
bezeichnet die Veränderung von Konsonanten am Wortanfang. Ausgelöst wurden
diese Veränderungen ursprünglich durch Präpositionen und Artikel,
die in Sindarin so eng an das folgende bezügliche Wort gebunden sind, dass
sie annähernd als Teil dessen angesehen werden.
Ausgelöst werden Mutationen also auch im späteren Sindarin hauptsächlich
durch Präpositionen und Artikel und es hängt von der Endung dieses
kurzen Wortes ab, welche Art von Mutation ausgelöst wird. Hinzu kommt jedoch,
dass auch verschiedene grammatische Funktionen später durch weiche Mutation
(die mit Abstand häufigste) dargestellt wurden.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
Man betrachte die beiden verschiedenen Wörter saew (Gift) und haew (Gewohnheit): Eine Mutations-Regel besagt, dass s in bestimmten Zusammenhängen zu h wird. Der Singular-Artikel i ist einer der Auslöser dieser Mutation, so dass "das Gift" nicht i saew, sondern i haew lautet. Obwohl haew auch "Gewohnheit" bedeutet, ist dies für einen Sindarin-Kenner nicht missverständlich. Denn eine weitere Mutations-Regel besagt, dass an dieser Stelle ein h zu ch wird. Somit heißt "die Gewohnheit" nicht i haew, sondern i chaew, womit die beiden Wörter wieder unterscheidbar geworden sind.
Natürlich gibt es hier viele Gelegenheiten für unerfahrene Sindarin-Lerner, durch Unkenntnis der Mutationsregeln auf falsche Wortbedeutungen zu schließen. Die Gefahr, beim Lesen von i haew eine Wortliste zur Hand zu nehmen und unter haew nachzuschlagen und den Ausdruck mit "die Gewohnheit" zu übersetzen, ist natürlich sehr groß, wenn man die Mutationsregeln nicht verstanden hat. Daher sei das Verständnis der Mutationsregeln (trotz ihres Umfangs) jedem Einsteiger ans Herz gelegt, weil man sonst nicht in der Lage ist, Sätze aus dem Sindarin zu übersetzen.
Ein Wort kann in einem Satz immer nur einmal mutiert werden. Falls ein Wort
für zwei verschiedene Mutationen in Frage kommt, so hat eine phonologische Mutation
Vorrang vor einer grammatikalischen (z.B. nasale Mutation durch den Pluralartikel
vor weicher Mutation als direktes Objekt).
Teilweise haben wir von Tolkien Mutationstabellen oder -erklärungen (jedoch
keine expliziten Beispiele, weshalb sie hier in gelb angegeben sind), an anderen
Stellen schließen wir die Mutationen aus Beispielen oder aus denselben
Lautverschiebungen in der Mitte des Wortes. Folgende Mutationen sind bekannt:
Die weiche Mutation kommt in Sindarin am häufigsten vor. Wie der Name besagt,
werden hierbei "harte" Konsonanten am Wortanfang zu "weichen" Konsonanten verändert.
Der linguistische Fachausdruck dafür lautet "Lenition", ein Konsonant,
an dem diese Mutation durchgeführt wurde ist "leniert" worden.
Tolkien benutzt die Begriffe soft mutation, vocalic mutation und
lenition.
Die Faustregel besagt, dass Lenition von Vokalen verhorgerufen wird, das gilt
sowohl für Präpositionen, die auf einen Vokal enden, wie auch für das innere
eines Wortes, wo ein Konsonant auf einen Vokal folgt. Da allerdings Vokale in
der Folgezeit verschwinden konnten, ist die Situation im klassischen Sindarin
nicht mehr an allen Stellen transparent.
Nachfolgend eine Liste, wann Lenition angetroffen wird.
1) Der bestimmte Singular-Artikel i löst Lenition aus (z.B. tâl
(Fuß) ⇒
i dâl (der Fuß), auch Schreibweise i-dâl), auch in der Funktion als Relativpronomen
(z.B. cuina- (leben) ⇒
firn i guinar (Tote, die leben)); hier kann im Plural auch
Nasalmutation verwendet werden.
2) Eine ganze Reihe von Präpositionen und Präfixen lösen im darauf
folgenden Wort die weiche Mutation aus. Präfixe (Vorsilben)
und Präpositionen sind in Sindarin oft schwer oder garnicht zu unterscheiden
(so können sie in Tengwar mit dem Folgewort zusammengeschrieben werden).
3) Die in der thematischen Wortliste angegebenen
Vorsilben lösen
Lenition aus, obwohl sie nicht immer auf einen Vokal enden. Es handelt sich
vermutlich um analoge Lenition. Hierzu gehört noch:
Hier wird Lenition statt der erwarteten Nasalmutation benutzt, um
Überschneidungen mit anderen Verbformen zu vermeiden.
4) Adjektive werden oft mutiert, wenn sie direkt hinter dem zugehörigen Substantiv
stehen (siehe Adjektive). Dies ist jedoch kein Muss
und in gut der Hälfte der bekannten Fälle steht keine Lenition.
5) Das direkte Satzobjekt (= Akkusativ-Objekt) wird weich mutiert, das indirekte (Dativ-)Objekt
wird normalerweise mit der Präposition an und
Nasalmutation ausgedrückt.
6) Das zweite Wort in einem zusammengesetzten Ausdruck wird oft weich mutiert.
Je nachdem, mit welchem Konsonanten das erste Wort aufhört und in welcher
Zeit die Zusammensetzung gebildet wurde, können
aber auch Assimilationen oder andere Mutationen gefunden werden. Ebenso
werden einzelne Konsonanten zwischen Vokalen innerhalb eines Wortes weich
mutiert. Die Situation ist recht kompliziert und eine ausführliche Erklärung
würde hier den Rahmen sprengen.
So verändern sich die Konsonanten bei der Lenition:
p-, t- und c- werden zu ihren weichen (stimmhaften) Gegenstücken
b-, d- und g-:
b- und d- werden zu Reibelauten v- und dh-:
g- verschwindet komplett (parallel zu b und d war es zu
einem Reibelaut gh geworden, der allerdings verloren ging); man
kann aber einen Apostroph schreiben, um dies anzuzeigen (in Tengwar
wird das sogenannte gasdil benutzt):
h-, hw-, s- und m- werden zu ch-,
chw-, h- und v-.
Zuweilen kann man leniertes m- auch als mh- schreiben (z.B.
mhellyn statt vellyn). Das
spiegelt die alte Aussprache wieder, es handelt sich um einen Laut, der
ursprünglich mit den beiden Lippen gebildet wurde und der vorangehende Vokal
wurde nasaliert. Im klassischen Sindarin ist die Aussprache jedoch identisch zu
v (d.h. mit der oberen Zahnreihe und der unteren Lippe gebildet).
Die Laute f-, th-, n-, r- und l- bleiben
unverändert:
Die stimmlosen rh- und lh- werden in der
archaischen Sprache zu thr- und thl-, in der Spätzeit aber zu
stimmhaften r- und l-. Hierbei schreibt man aber genau wie beim
g- einen Apostroph, d.h. 'r- bzw. 'l-, um diese Laute von den
gewöhnlichen l und r zu unterscheiden:
Die Nasalmutation wird ausgelöst von Wörtern, die auf den Nasal -n enden. Generell führt sie Verschlusslaute in Reibelaute
über und lässt Nasale ungeändert. Es folgt eine Liste, wann sie angetroffen wird.
1) Am häufigsten tritt Nasalmutation auf, wenn sie durch den Plural-Artikel
in hervorgerufen wird (z.B. periain (Halblinge) ⇒ i
pheriain (die Halblinge)). Insbesondere trifft das auch zu, falls der Plural-Artikel
in als Relativpronomen
benutzt wird (z.B cuina- (leben) ⇒ firn i chuinar (Tote, die leben));
es kann hier aber auch Lenition verwendet werden. Man beachte, dass der
Artikel nach Auslösen der Mutation oft verkürzt wird.
2) Bestimmte Präpositionen auf -n lösen Nasalmutation aus und
verkürzen sich in bestimmten Fällen ebenfalls:
2) Adjektive, die direkt nach Possessiv-Pronomen wie nîn, gîn, lîn, în
kommen, lösen Nasalmutation aus, verkürzen sich jedoch nicht:
3) In Zusammensetzungen wird oft nasal mutiert, wenn der erste Bestandteil
auf ein -n endet:
Wir demonstrieren die Lautveränderungen wieder an einigen Beispielen.
p-, t- und c- werden
zu den Reibelauten ph-, th- und ch-:
b-, d- und g- werden zu m-, n- und ng-:
Es scheint so, als bliebe Nasalmutation bei Anfangskombinationen wie dr-,
gl-, gr-, bl-, br- aus (bzw. es verschieben sich
hier nr-, ngl- wieder zurück zu dr-, gl-):
Die Aussprache ist bei der ersten Variante i ñelaidh,
bei der zweiten vermutlich añ Glamhoth,
dabei steht ñ für den Laut in Ring = /riñ/.
Eine Besonderheit hat man bei gw- am Wortanfang, dieses leitet sich
nämlich ursprünglich von w- ab. Historisch bekommt man hier w- wie
bei der Lenition, wobei sich das n verkürzt. In der Spätzeit wird gw-
aber offenbar wie die oberen Kombinationen behandelt:
h- und hw- werden zu ch- und chw-; aber in der
Spätzeit ist es auch möglich, sie unverändert zu lassen:
f-, th-, s-, m-, n- bleiben unverändert, der Endkonsonant der
Präpositionen ändert sich aber:
Das vorletzte Beispiel zeigt, dass es auch möglich ist,
die Präposition nicht völlig zu verkürzen. Deshalb sind vielleicht auch die
Schreibweisen aph Fannor oder af-Fannor, ath thamas, as
sadron, an nogoth zur Verdeutlichung der Herkunft möglich. Beim Artikel findet
aber offenbar immer Verkürzung statt: mýl (Möwe), Pl. mýl ⇒
i mýl (die Möwen).
r- und l- bleiben ungeändert; vor r wird n jedoch
zu dh:
Ob der Plural-Artikel in vor r zu idh
wird, ist ungewiss, vielleicht ist sowohl idh rych als auch i(n) rych
(die Pferde) möglich. Ebenso vermuten wir, dass al lass
neben a lass möglich ist.
rh- und lh- werden zu thr- und thl-; in der
Spätzeit ist es aber wiederum möglich, sie unverändert zu lassen:
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S.147
Einige Präpositionen endeten auf n gefolgt von einem Vokal (z.B. die
Genitiv-Präposition ena) und lösten ursprünglich weiche Mutation aus,
aber verloren diesen Endvokal dann wieder, was dazu führte, dass unerlaubte
Lautkombinationen en mh-, en v-, en dh-, en gh- (aus lenierten m, b-,
d-, g-) auftraten. Kurioserweise wurde dann die Lenition rückgängig gemacht, d.h. man erhielt nun wieder en m- (später e m-)
en b- (später e b-), en d-, en g-. In den keltischen
Sprachen wird so ein Phänomen Provektion genannt. Ebenso kommt dort der Begriff
gemischte Mutation vor, jedoch hat Tolkien keinen der beiden
in den bisher veröffentlichten Materialien benutzt (wir erkennen jedoch
die Resultate).
Unter dem Strich ist es also so, dass die gemischte Mutation identisch ist zu
der Lenition ist, jedoch m-, b-, d-, g- unverändert lässt. Gemischte Mutation
wird von den folgenden Präpositionen hervorgerufen:
Falls man den bestimmten Artikel und eine Präposition kombinieren will, so
geht das oft einfach durch das Anfügen des Artikels, z.B. dan i ngaurhoth
(gegen die Werwolf-Horde). Bei einigen Präpositionen treten aber
bestimmte Sonderformen auf, bei denen an die Präposition -in angehängt
(vergleichbar mit der deutschen Kontraktion an dem = am) und dann
gemischt mutiert wird, was vielleicht eine analoge Entwicklung ist. Hierbei wird
das finale -n jedoch nicht verkürzt. Belegte Fälle sind:
Vermutete Fälle sind:
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 97
Sauron Defeated, SS. 128-129
Die Sibilantmutation wird von Wörtern hervorgerufen, die ursprünglich auf ein
-s endeten. Tolkien beschreibt die Auswirkungen dieser Mutation zwar
ausführlich, gibt ihr jedoch keinen Namen. Sie wird hervorgerufen durch:
So verändern sich die Laute:
p-, t- und c- werden
zu den Reibelauten ph-, th- und ch-:
b-, d-, g-, m-, n-, s-, h-, rh-, lh- bleiben unverändert, z.B.:
Die Kombination gw- am Wortanfang stammt jedoch von w- ab.
Historisch mutiert es zu chw- (aus sw-), analog wird es aber wie
ein gewöhnliches g- behandelt:
r- und l- werden zu rh- und lh- (das ist die
einzige Mutationsart, bei der sie sich ändern):
Ein i- vor einem Vokal am Wortanfang stellt
eigentlich in der Aussprache den Konsonanten j- dar. Wir vermuten, dass
dieser Laut zu h- wird:
[Man vergleiche die Entwicklung slōkō >
lhûg (Reptil, Wurm, Schlange - Drache) mit syalmā > half
(Muschel). Bei der Mutation hat man letztlich dasselbe, nämlich ein
vorgelagertes s: as-loth >
a lhoth und as-yār > a hâr.]
Zu beachten ist ebenso, dass diese Mutationsart Vokale beeinflusst, zwischen
a (bzw. o) und dem Folgewort wird dann ein h gesprochen,
welches aus der Lenition des s resultiert. In der Schreibweise kann man
es zu einem der beiden Wörter verrechnen oder der Deutlichkeit halber auch mit
einem Bindestrich abheben:
Im 3. Zeitalter wurde das Mutationensystem aber
vereinfacht, so dass nach a und o nun einfach leniert wurde:
[Letztere Aussage ist nur eine konsistente Deutung, denn die
eigentliche Situation in Tolkiens Schriften ist viel komplizierter. Zunächst
beabsichtigte er wohl keine Mutation nach a und Daur a Berhael
sind vermutlich leniert, weil sie das direkte Objekt eines Satzes sind.
Ansonsten finden wir die folgenden Konzeptionen:
AR- > ar mit Liquidmutation
(Parma Eldalamberon 13, S. 164:
nîr ar thîr (hero and king))
[sehr frühe Quelle vor dem Herrn der Ringe]
AR- > ar ohne Mutation (Königsbrief: Sauron
Defeated, SS. 128-129) [in etwa zur Zeit der Fertigstellung des Herrn der
Ringe]
nach dem Herrn der Ringe:
AS- > a(h) mit
Sibilantmutation (Parma Eldalamberon 17, S. 41)
AD- > a(dh) im Wesentlichen mit Lenition (Parma Eldalamberon
17, SS. 41, 102)
AD- > a(dh) im Wesentlichen mit Stoppmutation (Parma Eldalamberon
17, SS. 145, 41)
Wir halten uns hier an die Konzeption mit der Sibilantmutation, weil sie auch in
anderen späten Quellen vorkommt, wie etwa Athrabeth Finrod ah Andreth (Morgoths
Ring, S. 301).]
Die Stoppmutation wird von Präpositionen ausgelöst, die auf den Stopplaut
(auch: Verschlusslaut, Plosiv)
-d enden. Der Begriff stop mutation wird von Tolkien an einer
Stelle verwendet.
[An anderen Stellen benutzt er hard mutation und
spirant mutation. Von allen Bezeichnungen scheint aber stop mutation die
eindeutigste zu sein, denn harte Mutation bezieht sich in den keltischen
Sprachen normalerweise auf eine Rücklenition b, d, g >
p, t, k; und Spirantmutation wäre insofern verwirrend, als
dass Spiranten (Reibelaute) zwar erzeugt werden, aber nicht Auslöser
der Mutation sind. In den keltischen Sprachen ist das anders, da werden z.B. auch aus
den stimmlosen p, t, k bei der Nasalmutation die stimmlosen Nasale mh,
nh, ngh erzeugt. Wir benennen hier aber die Mutationen aber nach dem
Laut, der sie auslöst.]
Sie tritt bei den folgenden Präpositionen auf:
So verändern sich die Laute:
t-, p- und c- werden zu den Reibelauten th-, ph-
und ch-:
b-, d-, g-, m-, n- sowie h-
und hw-
bleiben unverändert, z.B.:
Zudem kann ed vor Wörtern mit den Reibelauten
s-, f- und th- oft (also nicht immer) als es,
ef und eth erscheinen (das gilt vermutlich
auch für ned, aber nicht für o). Da ein -f am
Wortende aber eigentlich für den stimmhaften Laut steht (siehe
Aussprache), schreiben wir
der Eindeutigkeit halber eph oder
ef- mit Bindestrich:
rh- bleibt unverändert, aber lh- wird historisch zu chl-,
in der Spätzeit bleibt es aber auch unverändert; vor rh-, lh- wird der
Endkonsonant der Präposition zu th:
Quellen:
Parma Eldalamberon 11, S. 17
Parma Eldalamberon 13, SS. 120-121
Parma Eldalamberon 17, SS. 24, 145, 147
War of Jewels, SS. 367-367
Die Liquidmutaton wird von Präpositionen ausgelöst,
die mit sogenannten Liquiden (einer Art von Dauerlauten) enden; in Sindarin
sind das
r und l. Sie wird also vermutlich ausgelöst durch:
Der Begriff Liquidmutaton stammt zwar nicht von Tolkien, sie wird
jedoch in den frühen Quellen erwähnt (als spirantal mutation, weil die
Spiranten (Reibelaute) erzeugt), ebenso gibt es dort ein Beispiel. Wir vermuten, dass
sie auch in den späten Konzeptionsphasen auftreten sollte. Da kennen wir zwar
keine direkten Beispiele mit Präpositionen, wohl aber können wir die
Lautänderungen aus dem Verhalten von r und l in Wortmitte
ableiten.
Man beachte, dass der auslösende Laut r nie fallengelassen oder
angeglichen wird, wie etwa bei der Nasal- oder Stoppmutation.
Verschlusslaute, stimmhaft sowie stimmlos, werden zu
Reibelauten:
g- verschwindet komplett (nachdem die archaischen Formen widerum einen
Reibelaut aufwiesen, siehe Lenition):
m- wird zu v- (oder mh-):
h- und hw- werden zu ch- und chw-,
in der Spätzeit ist es aber auch möglich, sie unverändert zu lassen:
r-, l-, f-, th-, n-, s-, lh-
und rh- werden nicht verändert.
Quellen:
Parma Eldalamberon 13, S. 164:
nîr ar thîr (hero and king); S.
124, 156
Sauron Defeated, SS. 62, 70
Hier findet man alle Mutationen für alle Konsonanten zusammengefasst:
| Grundform | weich (i) | nasal 1 (in) | nasal 2 (an) | gemischt (en) | Sibilant (a) | Stopp (ed) | Liquid (or) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| barad | i varad | i meraid | am marad | e-barad | a barad | e barad | or varad |
| blabed | i vlabed | ?i blebaid | ?a blabed | e-blabed | a blabed | e blabed | or vlabed |
| brôg | i vrôg | ?i brýg | ?a brôg | e-brôg | a brôg | e brôg | or vrôg |
| caw | i gaw | i choe | a chaw | e-gaw | a chaw | e chaw | or chaw |
| claur | i glaur | i chloer | a chlaur | e-glaur | a chlaur | e chlaur | or chlaur |
| criss | i griss | i chriss | a chriss | e-griss | a chriss | e chriss | or chriss |
| daw | i dhaw | i noe | a(n) naw | e-daw | a daw | e daw | or dhaw |
| dring | i dhring | in dring | an dring | e(n)-dring | a dring | e dring | or dhring |
| fend | i fend | i find | af-fend | en-fend | a fend | e(f-)fend | or fend |
| galadh | i 'aladh | i ngelaidh | a ngaladh | e-galadh | a galadh | e galadh | or 'aladh |
| gloss | i 'loss | in glyss | an gloss | en-gloss | a gloss | e gloss | or 'loss |
| grond | i 'rond | in grynd | an grond | en-grond | a grond | e grond | or 'rond |
| gwath | i 'wath | i waith
(früh), in gwaith (spät) | an gwath | en-gwath | a chwath
(früh), a gwath (spät) | e gwath | or 'wath |
| hammad | i chammad | i chemmaid
(früh), in hemmaid (spät) | a chammad
(früh), an hammad (spät) | e-chammad | a hammad | e chammad | or chammad |
| hwest | i chwest | i chwist
(früh), in hwist (spät) | a chwest | e-chwest | a hwest | e west | or chwest |
| lam | i lam | i laim | a(l) lam | e-lam | a lham | ed lam | or lam |
| lhûg | i thlûg (früh), i 'lûg (spät) |
i thlýg (früh), i(n) lhýg (spät) | a
thlûg (früh), an lhûg (spät) | e-thlûg | a lhûg | e chlûg (früh), eth lhûg (spät) |
or lhûg |
| mellon | i vellon | i mellyn | a(m) mellon | e-mellon | a mellon | e mellon | or vellon |
| nath | i nath | i naith | a(n) nath | en-nath | a nath | e nath | or nath |
| pân | i bân | i phain | a phân | e-bân | a phân | e phân | or phân |
| prestanneth | i brestanneth | i phrestennith | a phrestanneth | e-brestanneth | a phrestanneth | e phrestanneth | or phrestanneth |
| rem | i rem | ?i(n) rim, ?idh rim | adh rem | e-rem | a rhem | ed rem | or rem |
| rhaw | i thraw (früh), i 'raw (spät) |
i throe (früh), in rhoe (spät) |
a(th) thraw (früh), a(n) rhaw (spät) |
e-'raw | a rhaw | eth rhaw | or rhaw |
| salph | i halph | i seilph | a(s) salph | en-salph | a salph | e(s) salph | or salph |
| tâl | i dâl | i thail | a thâl | e-dâl | a thâl | e thâl | or thâl |
| thond | i thond | i thynd | a(th) thond | e-thond | a thond | e(th) thond | or thond |
| trenarn | i drenarn | i threnern | a(th) threnarn | en-drenarn | a threnarn | e(th) threnarn | or threnarn |
| adan | i adan | in edain | an adan | en-adan | ah adan | ed adan | or adan |
| iâth | i iâth | i(n) iaith | an iâth | en-iâth | ?a hâth | ed iâth | or iâth |
1)
Bei der Mutation von b, d und g gibt es einige Ausnahmen.
Die oben genannten Regeln gelten für jeden Fälle, in denen der jeweilige
Konsonant seit den frühen Entwicklungsstufen des Elbischen unverändert
geblieben ist. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Wörtern, die in Sindarin
ebenfalls b, d und g aufweisen, sich aber von Wörtern
ableiten, die mit den Nasalkombinationen mb-, nd-, ñg- begonnen haben.
So kommt beispielsweise barad (Turm) von Urelbisch BARAT- ab, hatte
also immer b- und wir finden i varad.
Aber barad (verdammt) kommt von Urelbisch MBARAT- und ebendiese
Konsonantenkombinationen finden wir auch in Sindarin noch durch die Mutationen,
also i mbarad (der Verdammte), später
i marad.
| Grundform | weich | nasal 1 | nasal 2 | gemischt | Sibilant | Stopp | Liquid |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| bar (Heim, Heimat), bas(t) (Brot) | i mbar, i mbas(t) (früh), i mar, i mas(t) (spät) |
i mbair | a(m) mbâr | e-mbar | a bar | e(d) bar | or bâr, milbar |
| dor (Land), daedelos (Schrecken), dann (Nando), danwedh (Auslöse) |
i ndor (früh), i nor (spät) |
i ndainn | a(n) ndor | e-ndaedelos, en-danwedh | a daedelos | e dor |
or daedelos, bardor |
| golodh (noldo), gaurhoth (koll. Pl. Werwolfhorde), guruthos (Todesschatten), gûl (Magie), giliath (Sterne) |
na ngeleidh di'nguruthos |
in gelydh, in gaurhoth, i ngaurhoth |
an golodh, a ngolodh, e-Ngolodhrim |
nuin giliath | a golodh | e(d) golodh | or gurth, morgul |
Die urelbischen Wurzeln sind hier MBAR-, MBAS-, NDOR-, NDAY-, NDAN-, ÑGOL-,
ÑGAW-, ÑGUR-, ÑGIL-.
Es ist nicht ganz leicht, hier ein konsistentes Bild aus Tolkiens Schriften
zu entwickeln. Wir nehmen an, dass die Lenition die ursprünglichen Kombinationen
mb- und nd- wiederherstellt, sie sich in der Folgezeit aber zu
einfachen m-, bzw. n- verschieben (dies deckt sich mit Angaben aus
frühen Quellen), nicht jedoch bei der gemischten und nasalen Mutation.
Die Schreibweisen e-ndaedelos und en-danwedh ändern nichts
an der Aussprache, es ist somit egal, zu welchem Wort man das n verbucht.
Ganz anders sieht es aus bei der Mutation von ng-, die Notation i
ngaurhoth wird i ñaurhoth gesprochen (dabei ist ñ ein Nasal
wie in Ring = /riñ/), die Notation in gaurhoth dagegen iñgaurhoth. Wir finden beides in verschiedenen Quellen und
vermuten, dass hier beide Möglichkeiten erlaubt sind.
Falls diese Wörter dieser Stämme als direkte Objekte
verwendet werden, werden sie vermutlich auf die gewöhnliche Art leniert, da kein
Grund besteht, die historischen Lautkombinationen wieder auftauchen zu lassen,
es handelt sich um eine grammatikalische Mutation:
Im 3. Zeitalter werden die Mutationen aber womöglich
auch so weit vereinfacht, dass diese Spezialfälle immer mehr auf die gewöhnliche
Art mutiert werden:
Dabei könnte es genauso gut sein, dass beim ersten
Beispiel Tolkien den Stamm zu DOL- geändert hat, das zweite stammt aus
einer Frühphase des Herrn der Ringe und ist daher nicht unbedingt
relevant. Bei dag- wäre es möglich, dass die
Wortwurzeln DAK- und NDAK- parallel existieren.
2) Das Wort rhass (Abgrund, Felshang) hat aufgrund seiner besonderen
Etymologie (aus KHARÁS-, während alle anderen Wörter mit rh- von Wurzeln
mit SR- abstammen) ebenfalls abweichende Mutationen. Historisch wird es zu i
chrass leniert, später aber gewöhnlich i 'rass.
Die Nasalmutation liefert vermutlich i chraiss.
Quellen:
Parma Eldalamberon 11, S. 8
Parma Eldalamberon 13, SS. 120-121
Parma Eldalamberon 17, SS. 104, 144
The Lost Road - The Etymologies [Wurzeln], S. 363 [rhass]
The Road Goes Ever On [Aussprache von nguruthos]
The Treason of Isengard, SS.234,
296, 463
Kasus |
[nach oben] |
Der Genitiv kann in Sindarin auf mehreren Arten ausgedrückt werden. Die
einfachste und eine sehr häufige Art ist es, die Wörter einfach ohne Mutation
aneinander zu stellen (vgl. die Konstruktion im Deutschen ein
Blatt Papier, eine Flasche Wein etc.), das ist der sogenannte
unflektierte Genitiv. Es lassen sich auch mehrere Wörter so
aneinanderstellen:
Dabei kann das zweite Wort auch einen bestimmten Artikel tragen, im Singular
wie im Plural:
Es gibt aber auch eine zweite Möglichkeit, den Genitiv auszudrücken, nämlich durch eine Präposition (wie
die Präposition of im Englischen). Diese war ursprünglich
ena mit Lenition im Singular, im Plural enan mit
Nasalmutation. Im Singular fanden allerdings einige Verinfachungen statt,
insbesondere wurde die Präposition im Singular zu en gekürzt, was in
bestimmten Fällen die Lenition des Folgewortes wieder aufgehoben hat und zur
gemischten Mutation führte. Im späten Sindarin hat
man also das folgende System:
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| vor Vokalen | en, n' | nan |
| vor Konsonanten | e(n)
(gemischte Mutation) na (weiche Mutation) | en (Nasalmutation) |
Beispiele:
Es scheint so zu sein, dass diese Formen den bestimmten
Artikel bereits enthalten (ena kommt vermutlich von i-na, mit dem
Artikel i). Wenn man demnach "das Pferd einer Herrin" ausdrücken will,
muss man die erstere Möglichkeit mit dem unflektierten Genitiv verwenden: roch heruin.
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 97
Der Dativ wird im Singular wie im Plural durch die Präposition an
(für, zu) mit Nasalmutation ausgedrückt:
Bei einer Kombination mit dem bestimmten Artikel fehlen
uns passende Beispiele, vermutlich kann man den Artikel einfach nachstellen:
Aus dem Herrn der Ringe kennen wir aber ein Beispiel, was eine
umgangssprachliche Verkürzung von an i(n) zu 'ni (mit
Nasalmutation) in zu sein scheint:
Wenn der Kontext es erlaubt, kann die Präposition aber auch gänzlich
ausgelassen werden:
Der Akkusativ bekommt in Sindarin keine Präposition, sondern wird einfach
durch die Lenition des entsprechenden Wortes ausgedrückt (siehe hierbei auch
Spezialmutation):
Bei einer längeren Liste von Objekten im Akkusativ braucht aber nur das erste
leniert zu werden:
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 144
Sauron Defeated, SS. 128-129
Adjektive und Adverbien |
[nach oben] |
Adjektive werden in den allermeisten Fällen hinter das Substantiv gestellt,
das sie bezeichen. Dabei passen sie sich in der Zahl (Singular/Plural) an dieses
an. Zur Pluralbildung gelten dieselben Regeln wie für
Substantive.
Oft werden nachgestellte Adjektive weich
mutiert, jedoch keineswegs immer. Es ist unbekannt, ob eine Systematik
dahinter steckt:
Adjektive haben zwei wichtige Verwendungen: attributiv und
prädikativ. Attributive Adjektive gehören eng zum Wort, welches sie
beschreiben (z.B: "großes Haus"). Prädikative Adjektive werden im Deutschen mit
dem Verb "sein" verknüpft, um auf die gegebene Eigenschaft zu fokussieren (z.B.
"das Haus ist groß"). In Sindarin fehlt dieses Verb, so
weit wir wissen. Wir vermuten, dass prädikative Adjektive in Sindarin nicht
leniert werden, lenierte Adjektive dagegen immer attributiv sind:
Man beachte, dass nach Possessivpronomen
nasal mutiert wird (in attributiver Verwendung).
Adjektive können auch vorangestellt werden (z.B. in Poesie), es mangelt uns aber
an Beispielen, um sichere Mutationsregeln zu folgern:
Unsere Kenntnisse über den Komparativ und Superlativ von Adjektiven in
Sindarin sind leider sehr begrenzt und wir müssen uns durch Analogien aus dem
Qenya behelfen. Vermutlich gibt keine Komparativ- bzw. Superlativ-Formen im
bekannten Sinne, sondern nur eine intensivierte Form, die mit den Vorsilben
an- (Nasalmutation) oder mit ra-, ro- (weiche Mutation) gebildet
werden kann:
[Tatsächlich ist die Situation mit an- wesentlich
komplizierter, weil es zu einer sogenannten "dynamischen Längung" kommt, siehe
hierfür
Intensifying Prefixes in the Etymologies.]
Je nach Kontext kann dies mit dem Komparativ oder dem Superlativ
übersetzt werden. Einen expliziten Vergleich könnte man mit athar
(jenseits) anstellen:
Um einen expliziten Superlativ auszudrücken, z.B. wenn man sagen will, dass
ein Stern der hellste aller Sterne ist, würde man vermutlich eine Konstruktion
mit dem Genitiv benutzen:
Quellen:
Tolkien - Artist and Illustrator, S. 150
Wie sich ein Adjektiv auf ein Substantiv bezieht (der plätschernde
Wasserfall), so bezeichnet ein Adverb ein Verb (der Wasserfall plätschert
schön), ein Adjektiv (der schön plätschernde Wasserfall)
oder ein anderes Adverb (der überwältigend schön plätschernde
Wasserfall).
In Sindarin (wie auch im Deutschen) sind Adverbien und Adjektive von der Form her
meist identisch. Das heißt, jedes Adjektiv kann auch als
Adverb verwendet werden, es sei denn, es ist ein separates Adverb bekannt (was
nicht oft der Fall ist und keinen festen Regeln unterliegt). Bekannte
separate Adverbien sind z.B.:
Genau wie Adjektive können Adverbien, die einem Verb folgen, leniert
werden:
Wir kennen ein Beispiel eines vorangestelltes Adverbs mit Lenition. Unklar
ist, ob das die Regel darstellt:
Verben |
[nach oben] |
Elbische Sprachen unterscheiden in einer groben Unterteilung zwei Klasen von Verben:
Die Verben werden nach ihren Stämmen gelistet, die die Grundlage für Konjugation bilden.
In Sindarin werden Numerus (Einzahl, Mehrzahl und Zweizahl) und Person in der
Regel durch Endungen ausgedrückt, die an den Wortstamm angehängt werden. Diese
Endungen werden für alle Zeitformen benutzt.
| Subjekt | Singular | Plural | Dual |
|---|---|---|---|
| 1. Person | -n (ich) | -m (wir; exklusiv) -nc (wir; inklusiv) |
-m, -(m)mid (wir beide; exklusiv) -nc, -ngid (ich und du/Sie; inklusiv) |
| 2. Person | -g (du) -l (Sie) |
-g(ir) (ihr) -dh(ir) (Sie) |
-ch (ihr beide) -dh(id) (Sie beide) |
| 3. Person | - (er/sie/es) | -r (sie) | -st (sie zwei) |
1) Mit den exklusiven und inklusiven Formen hat es folgendes auf sich: Wenn man
mit "wir" den oder die Angesprochenen mit einbezieht, dann benutzt man die inklusive
Form, wenn man ihn oder sie aber nicht einbezieht, die exklusive. Wenn die Elben zu den
Menschen also sagen "Wir verlassen Mittelerde", dann benutzen sie eine exklusive
Form, wenn sie aber sagen "Wir sind alle Kinder Ilúvatars", dann eine inklusive.
Ganz genauso ist es beim Dual, wo genau zwei Personen gemeint sind. Zum Beispiel würde
man auf einer Einladungskarte zur Hochzeit bei "Wir laden euch zu unserer
Hochzeit ein" korrekterweise eine exklusive Dual-Form benutzen. Der Autor eines
Lehrbuchs wird in einem Satz "Wir rechnen jetzt diese Aufgabe aus" eine
inklusive Dual-Form benutzen, weil er sich selbst und den Leser meint, den er in
seine Überlegungen einbezieht.
Diese Unterscheidung der Formen geht in Sindarin (und in Quenya) im Laufe der
Zeit aber verloren. Insbesondere Menschen der späten Zeitalter, die Sindarin als
Fremdsprache lernen, ignorieren oft diese Feinheit.
2) In der zweiten Person hat man eine Unterscheidung zwischen gewöhnlichen und
höflichen Formen, welches dem Duzen und Siezen im Deutschen entspricht.
3) Die angegebenen Endungen werden nur benutzt, wenn kein anderes Subjekt
explizit genannt ist, z.B. linna- (singen):
linnon (ich singe), linnog (du singst), linna (er/sie/es
singt). Falls das Subjekt in der Form eines Pronomens aber explizit
genannt ist, wird die Endung der 3. Person verwendet:
im linna (ich singe), ech linna (du singst), di linnar (sie
singen). Solche Konstruktionen kann man vermutlich zur Besonderen Betonung verwenden.
Das Präsens wird in Sindarin gebildet, indem die oben genannten Endungen an den
Wortstamm angehängt werden. Bei Stammverben fungiert dabei i als
Bindevokal, der i-Umlatung auslöst. Die Vokaländerungen dabei entsprechen den
Vokaländerungen im Plural in einer nicht-finalen Silbe (siehe
Tabelle der i-Umlautungen). In der 3. Person
Singular ist dabei zu beachten, dass der Stammvokal gelängt wird.
car- (tun)
cerin (ich tue), cerig (du tust), ceril
(Sie tun), câr (er/sie/es tut)
cerim (wir tun) [exkl.], cerinc (wir tun) [inkl.], cerig,
cerigir (ihr tut), ceridh, ceridhir (Sie tun), cerir
(sie tun)
cerim, cerimmid (wir beide tun) [exkl.], cerinc,
ceringid (wir beide tun) [inkl.], cerich (ihr beide tut), ceridh,
ceridhid (Sie beide tun), cerist (sie zwei tun)
Der Wortstamm abgeleiteter Verben endet ja bereits auf einen Vokal, so dass die
Endungen direkt angehängt werden können. Es ist hier aber zu beachten, dass bei
bestimmten Endungen das -a des Wortstammes zu o wird:
gala- (wachsen)
galon (ich wachse), galog (du wächst),
galal (Sie wachsen), gala (er/sie/es wächst)
galam (wir wachsen) [exkl.], galanc (wir wachsen) [inkl.],
galog, galagir (ihr wachst), galodh, galadhir (Sie
wachsen), galar (sie wachsen)
galam, galammid (wir beide wachsen) [exkl.], galanc, galangid (wir
beide wachsen) [inkl.], galach (ihr beide wachst), galodh,
galadhir (Sie beide wachsen), galast (sie zwei wachsen)
1) Wie erwähnt ist der überwiegende Teil der Stammverben ist einsilbig und
endet auf einen Konsonanten, es gibt jedoch die Ausnahme gwa- (gehen).
Hier werden Suffixe ebenfalls mit dem Bindevokal i angefügt, aber die
urelbische Kombination ai wird zu ae:
gwa- (gehen)
gwaen (ich gehe), gwaeg
(du gehst) etc.
Eine weitere Besonderheit ist carfa- (reden, sprechen), was
eigentlich auch ein Stammverb ist (Urelbisch KARAP-). Wir
wissen nicht genau, wie es im Präsens konjugiert wird, möglicherweise als
Stammverb wie gwa-, sehr wahrscheinlich ist aber auch eine Konjugation
unter dem Einfluss abgeleiteter Verben:
carfa- (reden, sprechen)
carfaen (ich rede),
carfaeg (du redest) etc.
oder
carfon (ich rede),
carfog (du redest) etc.
Das Verb ritha- (versuchen, sich bemühen) taucht in der 3. Person
Singular in der Form reitha auf, vermutlich auch im
Imperativ reitho.
2) Manche Stammverben enden zwar auf einen Konsonanten, aber sind mehrsilbig,
weil sie mit einer Vorsilbe gebildet wurden, z.B. echad- (machen, herstellen)
aus cad- (formen). In so einem Fall kann die Vorsilbe von der i-Umlautung
auch unbeeinflusst sein. Die Gründe dafür sind unklar, es
könnte aber sein, dass durch das Ausbleiben der i-Umlautung eine Überschneidung
mit anderen Vorsilben verhindert wird; oder aber es spielen klar erkennbare
Vorsilben eine Rolle (vergleiche
Das erste Element einer Zusammensetzung).
Wir schlagen vor, dass die folgenden Vorsilben nicht umgelautet werden:
Alle anderen werden umgelautet, z.B.:
[Wir folgern das aus Infinitiven der früheren Noldorin-Phase, z.B. ortheri, adlegi, aber esgeri.]
Es gibt hier eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Sindarin kennt nur eine Vergangenheitsform, d.h. etwa keine Unterscheidung
zwischen Perfekt, Imperfekt und Plusquamperfekt. Die schlechte: Die Bildung der
Vergangenheit ist recht kompliziert. Wir müssen hierzu die Unterteilung in
einfache und
abgeleiete Verben weiter verfeinern. Es ist noch zusätzlich zu bemerken, dass
Verben mehr als eine Vergangenheitsform haben können und dass einige
Vergangenheitsformen mit der Zeit veraltet und durch andere ersetzt werden.
Man kann diese Situation z.B. mit dem deutschen Verb backen vergleichen.
Die historische Imperfekt-Form in der 3. Person ist buk. Es handelt sich
um eine sogenannte starke Vergangenheitsform, weil der Stamm des Verbs an
sich (hier der Stammvokal) eine Änderung erfährt. Daneben findet die Variante backte auch
breite Verwendung, es handelt sich um eine sogenannte schwache
Vergangenheitsform, bei der der Stamm nicht geändert wird, sondern lediglich
eine Endung angehängt wird. Diese Form ist aber nicht historisch, sondern erst
in Analogie zu anderen Verben gebildet, die regulär schwach konjugiert werden
(wie spielte, führte, machte etc.). Eine ganz ähnliche Entwicklung gab es
in Sindarin, wie weiter unten erläutert wird.
Es lassen sich sechs Verbgruppen bilden.
(A)
Stammverben, die einen Stopplaut b, d, g oder einen Reibelaut
dh, v als letzten Konsonanten haben, bilden eine starke Vergangenheit durch
die Änderung (Nasalierung) dieser Kombinationen und einer zusätzlichen
Vorsilbe, einem sogenannten Augment (= Stärkung).
Zum Beispiel stammt das Verb mad- (essen) von
mat- ab, hier wurde im Verbstamm t zu d leniert. Bei
der Vergangenheit lagert sich aber ein Nasal vor das t ein und verhindert die
Lenition: ma-n-t, zusätzlich wird der
Stammvokal a als Augment vorangestellt und man bekommt
letztlich die urelbische Vergangenheitsform amant-.
Das Augment löst aber wiederum Lenition vom Anfangskonsonanten m > v aus
und die Vergangenheitsform von mad- ist letztlich
avant (aß). Falls eine Personenendung angehängt wird, ändert sich
die Kombination nt zu nn, als Bindevokal fungiert normalerweise
ein -e-, also z.B. avannen (ich aß).
Die Änderung des letzten Konsonanten
verläuft nach dem folgenden Schema:
| Wortende | Wortmitte | |
|---|---|---|
| b | -mp | -mm- |
| d | -nt | -nn- |
| g | -nc | -ng- |
| dh | -nd -nt |
-nn- |
| v | -mp | -mm- |
Beispiele:
Bei mehrsilbgen Stammverben mit einem Präfix entfällt das Augment:
(B)
Stammverben, die r, l oder w als letzten
Konsonanten haben, bilden eine starke Vergangenheit durch eine Änderung des
Vokals in der letzten Silbe und mit dem Zusatz eines Augments.
Als Beispiel soll das Verb kar- (tun) dienen. Hier wurde im Urelbischen der Stammvokal
vorangestellt und das a in der letzten Silbe wurde gelängt: a-kār-.
Der vorangestellte Vokal löste Lenition k > g
aus, der lange Vokal ā veränderte sich aber zu einem langen ō
und wurde schließlich gekürzt. Die Vergangenheit von kar- (tun) ist also
agor (tat). Beim Anhängen von Personenendungen hat man wieder -e-
als Bindevokal, z.B. agoren (ich tat).
Die Vokaländerungen gehen nach dem folgenden Schema:
| Präsens | Verg. |
|---|---|
| a | o |
| e | i |
| i | i |
| o | u |
| u | u |
Beispiele:
Bei Verben mit dem Stammvokal o muss man allerdings aufpassen, weil
dieser Vokal sowohl von einem urelbischen o, als auch von u
abstammen kann. Dieser ursprüngliche Vokal kommt als Augment hinzu:
Um den richtigen Stammvokal herauszufinden, muss man einen Blick auf die
Wortwurzel werfen oder auf entsprechende Formen in Quenya, wo sich der Vokal
nicht geändert hat. In diesem Fall wären das Quenya nor- (rennen), norin (ich renne) mit einem o und
tul- (kommen), tulin
(ich komme) mit einem u.
Wie bei der Verbklasse (A) gilt hier, dass falls ein Stammverb mit einer
Vorsilbe
gebildet wurde, es kein Augment gibt. Der Vokal der Vorsilbe bleibt
unbeeinflusst:
(C)
Die meisten abgeleiteten Verben bilden eine schwache Vergangenheit. Dabei
muss man zwischen transitiven und intransitiven Verben
unterscheiden. Ein transitives Verb kann ein direktes Objekt haben, z.B.
fällen: Man kann etwas fällen, etwa ein Urteil oder einen Baum.
Intransitive Verben können dagegen kein direktes Objekt haben, z.B. fallen,
das ist auf kein anderes Objekt gerichtet.
Transitive Verben bilden eine schwache Vergangenheit mit der Endung -nt (in
Wortmitte -nn-), intransitive mit -s oder -st (in Wortmitte -ss-,
bzw. -st-):
Einige Verben sind von Natur aus transitiv oder intransitiv, andere können
aber wiederum auf beide Arten benutzt werden. Einige Beispiele von Tolkien
lassen vermuten, dass hier entweder -nt oder -s benutzt wird, je
nach dem ob eine transitive oder intransitive Bedeutung gemeint ist:
Man würde vermutlich sagen Rithant i râd thent
(Er versuchte den kurzen Weg), aber I râd and, e rithas
(Der Weg [war] lang, er bemühte sich). Das betrifft vermutlich auch die oberen
Beispiele, z.B. teithant beth (er schrieb ein Wort), aber
teithas anann (er schrieb lange) ohne
Objekt.
[Die Endung -nt ist eigentlich eine analoge Bildung und
entstammt der häufigen Entsprechung von -d im Präsens und -nt in
der Vergangenheit (Klasse (A)). Der Ursprung der Endungen -s(s), -st
ist unbekannt.]
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 44
(D)
Einige abgeleitete Verben behalten ihren Suffix -a, -ia, -na, -ma -tha
im Präsens, lassen ihn in der Vergangenheit aber fallen. Auf diese Weise
verhalten sie sich in der Vergangenheit genauso wie Stammverben aus den Kategorien (A) und (B):
(E)
Es gibt eine Reihe abgeleiteter Verben, die kausativ sind. Das
bedeutet, sie leiten sich von einem Adjektiv ab und zeigen an, dass diese
Eigenschaft vermittelt wird. Dazu gehören: tangad- (sichern,
bekräftigen, festigen) aus tanc (sicher, standhaft, fest); limmid-
(befeuchten) aus limp (feucht); und nimmid- (weißeln) aus
nim(p) (blass, weiß).
Wie man deutlich sieht, sind diese Verben abgeleitet mit dem Suffix -d,
verhalten sich aber wie Stammverben. Insbesondere haben sie immer eine
starke Vergangenheit wie die Klasse (A):
(F)
Es gibt auch eine Reihe unregelmäßiger Verben, die besondere
Entwicklungen zeigen.
Carfa- (reden, sprechen) ist ein besonderes Stammverb, weil der Stamm
in diesem Fall aus drei Konsonanten besteht (Urelbisch KARAP-). Eigentlich
sollte es eine starke Vergangenheit agramp bilden, aber diese wird
nicht verwendet. Stattdessen wird es wie ein abgeleitetes Verb behandelt mit
der schwachen Vergangenheit über die Suffixe -nt (im transitiven
Sinne "etwas sprechen") und -st (im intransitiven Sinne "reden")
zusammen mit einem Augment:
Gwa- (gehen) ist wiederum ein besonderes Stammverb, weil es auf
einen Vokal endet. Es leitet sich von Urelbisch wa- ab, die
Vergangenheit wird aber von der umgedrehten Form aw- gebildet und
lautete anw-. In der dritten Person sind daraus die beiden
Parallelformen aun und anu entstanden.
Ista- (Wissen haben) hat die reguläre Vergangnheit istas
(hatte Wissen), daneben gibt es aber auch die altertümliche und
unregelmäßige Form sint (die sich aus der Umdrehung is - si
ableitet):
1) Bei Verben, die mit g- oder s- beginnen, wird die starke
Vergangenheit zwar genauso gebildet wie bei anderen Stammverben, aber die
Lenition führte zu gh und h, die so schwache Laute waren, dass
sie im Laufe der Zeit verschwanden und die Verbformen verkürzt wurden.
Speziell bei Verben, die mit einem g- beginnen, gibt es auch die
Möglichkeit, dass dieses g in Wortmitte zu ng und das Verb
nicht verkürzt wird. Dies ist in Analogie zu solchen
Verben gebildet, die sich aus urelbischen ÑG-Wurzeln ableiten (siehe
Spezialfall-Mutation). (So sagt es Tolkien;
allerdings kennen wir eigenltich gar keine Spezialfall-Verben aus
ÑG-Wurzeln!)
3) Bei Verben, die mit b-, d-, g-
beginnen und sich aus MB- ÑG- und ND-Wurzeln ableiten (siehe
Spezialfall-Mutation), finden in Wortmitte
vermutlich wie bei der weichen Mutation die Veränderungen
b > m, d
> n(n), g >
ng statt. In der Spätzeit ist es aber wiederum möglich, sie wie
ganz gewöhnliche b-, d-, g- zu behandeln. Wir kennen hier aber
ohnehin nur ein einziges Beispiel:
4) Beim Bindevokal gibt es auch die Möglichkeit, in der ersten Person
Singular ein i statt e zu benutzen, welches aber i-Umlautung im Wort
auslöst:
5) In der Spätzeit wird es zunehmend
akzeptabel, die schwache Vergangenheit nach dem Muster von (E)
statt den starken Formen (A), (B), (C) zu verwenden (ganz genau wie
backte statt buk im Deutschen). Es ist aber unklar, ob
hier auch ein Augment verwendet wird. Wir nehmen an, dass es nicht der Fall
ist.
6) Es ist unklar, in welche Kategorie Stammverben, deren letzter
Konsonant ein n ist, gehören. In der Kategorie
(A) hätten wir womöglich eine Änderung von n zu nt, analog
derjenigen von v (welches aus einem m stammt) zu mp;
oder aber eine Änderung von n zu nn, z.B.:
Ein Hinweis darauf, dass die aber auch in die Katergorie (B) gehören
könnten, ist die urelbische Vergangenheit emēnē- von menta-
(schicken), die explizit Sindarin zugeschrieben wird. Es handelt sich um ein
Verb aus (C), welches das Suffix in der Vergangenheit verliert. Wir hätten in
Sindarin also:
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 93
Die Futur-Formen der einfachen Verben werden gebildet, indem man die Futur-Silbe -tha und
mit Hilfe des Bindevokals i an den Stamm anhängt un das Gebilde dann wie
ein abgeleitetes Verb behandelt:
ped- (sprechen) ⇒ peditha
(wird sprechen)
pedithon (ich werde sprechen),
pedithog (du wirst sprechen) etc.
Bei abgeleiteten Verben ist es noch einfacher, denn diese enden immer auf
einen Vokal und man kann die Endung -tha einfach angängen:
anglenna- (sich nähern) ⇒ anglennatha (wird
sich nähern)
anglennathon (ich werde mich nähern),
anglennathog (du wirst dich nähern) etc.
Der Imperativ von einfachen Verben wird gebildet, indem an den Wortstamm ein -o angehängt wird:
Bei abgeleiteten Verben wird das letzte -a durch ein -o
ersetzt:
Hierbei gibt es keinerlei Unterschied zwischen Singular und Plural, d.h. pedo kann sowohl "sprich!", als auch "sprecht!" heißen. Für den verneinten Imperativ siehe Verneinung.
Das Gerund ist ein Substantiv, das von einem Verb abgeleitet wird. Es bezeichnet die Tätigkeit, die mit dem Verb beschrieben wird,
also z.B. das Singen vom Verb singen. Wie im Deuschen hat es
keinen Plural. Bei Stammverben wird es gebildet, indem man -ed an den
Wortstamm anhängt:
Bei abgeleiteten Verben wird -d direkt an den Wortstamm gehängt:
In Sindarin wird das Gerund aber auch dort verwendet, wo man im Deutschen
einen Infinitiv oder einen Infinitiv mit zu hätte, z.B.:
Verben werden in Sindarin mit Hilfe der Vorsilbe ú- negiert,
welche Lenition auslöst:
Daneben gibt es auch eine altertümliche Ausdrucksweise, die auch in der
Poesie benutzt wird, bei der ú- wie ein Stammverb mit der
Vergangenheit ún- behandelt wird und mit blanken Verbstämmen benutzt wird:
Um "nicht haben" auszudrücken, wird aber nicht ú- zusammen mit
sav- (haben) verwendet (das wäre schlechtes Sindarin), sondern das Verb
pen- (nicht haben, fehlen). Das Objekt wird dabei leniert:
Verneinung im Imperativ wird mit dem
Hilfsverb ava- (nicht tun) im Imperativ avo ausgedrückt:
Das Verb alleine lässt sich auch benutzen, um anzuzeigen, dass man etwas
nicht tun will:
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, SS. 145, 173
Das Partizip Präsens Aktiv ist ein Adjektiv, das von einem Verb abgeleitet wird. Es beschreibt den Zustand, in dem man sich befindet, wenn man die Tätigkeit ausübt, die das Verb beschreibt,
z.B. singend aus singen. Bei Stammverben wird es gebildet,
indem die Endung -el oder -ol an den Stamm gehängt wird. Bei
Verben deren Stammvokal i ist, ist die Endung im ersteren Fall -iel.
Bei abgeleiteten Verben wird das letzte -a zu -ol oder
zu -el
(letzteres ist vermutlich selten):
Das Partizip Präsens aktiv würde man oft sinngemäß mit einem Nebensatz übersetzen, z.B. A Elbereth Gilthoniel o menel palan-diriel! "Oh Elbereth Sternentfacherin, vom Himmel weit [herab-]sehend!" = "Oh Elbereth Sternentfacherin, die vom Himmel weit [herab-]sieht!".
Das Partizip Perfekt aktiv beschreibt einen Zustand, bei dem eine Aktion
bei einem in der Erzählung erreichten Zeitpunkt bereits abgeschlossen ist,
also z.B. gesungen habend aus singen.
Es wird bei Stammverben durch die Längung des Vokals und das Anfügen der
Endung -iel gebildet. Dabei verändern sich die langen Vokale genau
wie bei der Vergangnheit (B) der Stammverben, werden hier aber normalerweise
nicht gekürzt:
| Stammv. | Partizip |
|---|---|
| a | ó |
| e | í |
| i | í |
| o | ú |
| u | ú |
Beispiele:
Bei abgeleiteten Verben ändert sich vermutlich das letzte -a
zu -iel und der Stammvokal wird ebenfalls gelängt. Bei Verben aus der
Gruppe (D) wird vermutlich die Endung wieder
fallengelassen:
Das Partizip Perfekt aktiv ist im Deutschen zwar verständlich, aber nicht unbedingt üblich, man würde eher sinngemäß mit einem Nebensatz übersetzen, z.B. Na-chaered tíriel linnathon "In die Weite geblickt habend, werde ich singen" = "Nachdem ich in die Weite geblickt habe, werde ich singen". Man beachte hier den feinen Unterschied zum Partizip Präsens aktiv, welcher bei tir- nur in der Länge des Vokals i besteht.
Das Partizip Perfekt Passiv beschreibt einen Zustand, bei der etwas durch die
Tätigkeit des Verbs beeinflusst wurde, z.B. gesungen aus singen.
Demnach kann es eigentlich nur sinnvoll von transitiven Verben gebildet
werden. Wahrscheinlich lässt sich dieselbe Form in Sindarin aber auch von
intransitiven Verben bilden und ist dann aktiv in der Bedeutung, das
entspricht der Situation im Deutschen, z.B. ist ein "gesungenes Lied", ein
Lied, welches von einer unspezifizierten Person gesungen wurde
(passiv, Sindarin laer linnen), ein
"vergangenes Zeitalter" dagegen ein Zeitalter, welches vergangen ist
(aktiv, Sindarin andrann 'wann).
Einen wichtigen Unterschied sollte man aber noch bemerken: Im Deutschen wird
das PPP mit dem Hilfsverb "sein" zur Bildung des Perfekts benutzt ("das
Zeitalter ist vergangen"). In Sindarin ist dies nicht möglich, es kennt
keinen Perfekt, sondern nur eine allgemeine Vergangenheitsform (i
andrann gwannas).
Das PPP wird bei Stammverben aus der Klasse (A)
durch as Anfügen von -en gebildet. Der letzte Konsonant wird dabei
meistens wie in der Vergangenheit nasaliert, was in Wortmitte zu -mm-,
-nn- und -ng- führt:
Bei Stammverben aus der Klasse (B) ist die
Bildung ganz genau so, nur dass die Nasalierung des letzten Konsonanten bei
r zu rn, bei l aber zu ll führt:
Bei Stammverben mit letztem Konsonanten n wird dieser zu -nn-:
Abgeleitete Verben aus der Klasse (C) bilden
das PPP durch Anfügen von -nnen. Falls das Verb
aber auf -nna endet, z.B. danna- (fallen), so wird statt
dannannen die wohlklingendere Verkürzung dannen benutzt.
Abgeleitete Verben aus der Klasse (D)
verlieren wie bei der Vergangenheitsbildung ihre Endung bevor -en angehängt
wird:
Es gibt aber auch eine Reihe von Sonderformen, die älteren Bildungen
entsprechen:
In der Spätzeit beeinflussen Partizipien wie sogannen, govannen die Stammverben so weit,
dass diese auch das Partizip Perfekt passiv durch das Anfügen von -annen
bilden. Dasselbe gilt vermutlich auch für abgeleitete Verben aus der Klasse
(D).
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 68
Unpersönliche Verben sind solche, die kein Subjekt haben, weil niemand die
Handlung wirklich ausführt. Typische Beispiele sind z.B. "mich dünkt, dass...",
"mir scheint, dass...". Konsequenterweise existieren diese Verben nur in der 3.
Person. Oft wird an so einer Stelle aber trotzdem ein Subjekt eingefügt, wie
z.B. "es regnet", "es scheint mir, dass..."; dieses ist aber rein
grammatikalisch, einen Handelnden gibt es hier immer noch nicht und "ich regne"
ist z.B. nicht möglich. In Sindarin werden solche unpersönlichen Pronomen
nicht benutzt. Wir kennen die folgenden unpersönlichen Verben:
Höchstwahrscheinlich gehören hierzu auch:
Aus Quenya und aus früheren Konzeptionen der Sprachen können wir
schließen, dass Konstruktionen wie "mir ist kalt" vermutlich durch ring enni, ebenfalls ohne unpersönliches
Pronomen, ausgedrückt werden. "Es ist kalt" wäre dann einfach nur
ring.
Quellen:
Impersonal
constructions in Elvish von Thorsten Renk
Der Passiv lässt den Handelnden in einem Satz unbestimmt. Er kann in Sindarin durch ein Verb in der 3. Person
Plural ausgedrückt werden (welches in der Verwendung dann faktisch
unpersönlich ist). Das entspricht in etwa der
Benutzung des Pronomens "man" im Deutschen:
Der Konjunktiv beschreibt einen Wunsch oder eine Möglichkeit, d.h. eine
hypothetische Situation, die nicht eingetreten ist. Er kann durch das Anfügen
des Partikels aen, der Unsicherheit ausdrückt,
gewonnen werden:
[Eine andere Interpretation von aen, die insbesondere
bei den Dialogen der Filmtrilogie Verwendung findet, ist als ein Pronomen der 3.
Person Plural, im oberen Satz also das Subjekt von estathar. Diese
Interpretation scheint aber zweifelhaft zu sein, weil man keine Beziehung zu
Pronomen in Sindarin oder Quenya aus irgendeiner Konzeptionsphase herstellen
kann. Stattdessen kann man aber eine Beziehung zu Quenya ai- in aiquen
'if anybody, whoever' herstellen, was offenbar auch Unsicherheit ausdrückt.]
Der Optativ drückt ganz speziell einen Wunsch aus und kann gebildet werden,
indem das Verb im Imperativ dem Subjekt
vorgelagert wird:
Die Verwirrung Gandalfs am Moria-Tor hat ihren Ursprung darin, dass er einen
Imperativ pedo mellon (sprich "Freund") als einen Optativ (möge ein
Freund sprechen) interpretiert hat. Eine klare Formulierung wäre pedo beth
mellon (sprich das Wort "Freund") gewesen, denn um auszudrücken "möge
ein Freund ein Wort
sagen", würde man in der Wortstellung pedo mellon beth
verwenden. Mit anderen Worten, das Subjekt ist in so einem Fall dem Objekt
vorangestellt.
Eine andere Ausweichmöglichkeit bei einer Kombination von
Passiv und Konjunktiv scheint das Anfügen des Pronomens der 3. Person Singular
den zu sein:
Dabei wäre caro i innas lîn wohl entweder "dein
Wille möge [etwas] tun" oder "tue/tut deinen Willen!".
Falls man wünscht, dass eine bestimmte Eigenschaft, ausgedrückt durch ein
Adjektv, eintreten sollte, so stellt man no (sei) davor.
Vermutlich wird das Adjektiv dabei leniert.
Quellen:
Vinyar Tengwar 44, S. 26
Pronomen (Fürwörter) |
[nach oben] |
In Sindarin werden Pronomen als Subjekt nur selten verwendet, da das Verb
bereits die Information über die Person enthält: linnon
(= ich
singe). Ausnahmen sind:
1) Zur besonderen Betonung kann das Subjekt-Pronomen benutzt werden; das Verb
steht dann aber in der Form der 3. Person: Im Narvi hain echant ("Ich,
Narvi, machte sie"; und nicht etwa jemand anderes).
2) So weit wir es wissen, taucht das Verb "sein" in
Sindarin nicht auf, daher ist im Zusammenhang mit Adjektiven die folgende
Konstruktion zu empfehlen: Im iaur (Ich bin alt; wörtlich: "ich
alt").
Der Satz einfacher Pronomen sieht wie folgt aus (man bemerke, dass manche
Pronomen fest leniert selbst im Nominativ auftauchen):
| Subjekt | Singular | Plural |
|---|---|---|
| 1. Person | ni (ich) | me, ve (wir,
exkl.) inc, gwe, we (wir, inkl.) |
| 2. Person | ci, gi (du) le (Sie) |
ci, gi (ihr, euch) de, dhe (Sie, ihr) |
| 3. Person | e (er, sie) te, de (es) han (es) |
ti, di
(sie) hain (sie) |
Hierbei war han ursprünglich ein Demonstrativpronomen (dieser/-s/-e),
kann aber als einfaches Pronomen verwendet werden.
Daneben gibt es eine Reihe besonders betonter, sogenannter emphatischer
Formen:
| 1. Person | im (ich) |
|---|---|
| 2. Person | ech (du, Sie, ihr, Sie (Pl.)) |
| 3. Person | est (er, sie, es, sie (Pl.)) |
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, S. 26
Vinyar Tengwar 49, S. 51 [agreement of Sindarin and Quenya in distinguishing
l- sg. and d- pl.]
In der folgenden Tabelle stehen die direkten Objektpronomen bereits in mutierter Form,
keine weitere Objekt-Mutierung
durchführen!
| Objekt | Singular | Plural |
|---|---|---|
| 1. Person | nin (mich) | ven (uns (exkl.)) wen, inc (uns (inkl.)) |
| 2. Person | gin (dich) le (Sie) |
gin (euch) dhe (Sie) |
| 3. Person | den (ihn, sie, es) han (es) |
di, din (sie, ihnen) hain (sie (neutr.)) |
Dabei sehen wir le auch im Dativ (als indirektes Pronomen) verwendet:
Es ist unklar, ob die anderen Objektpronomen ebenfalls so verwendet werden
können. Der Unterschied zwischen direkten und indirekten
Pronomen könnte dann vielleicht durch die Wortstellung übertragen werden: le
annon (dir gebe ich), aber tiro nin (siehe mich an). In jedem
Fall gibt es noch einen Satz separater indirekter Pronomen:
| Objekt | Singular | Plural |
|---|---|---|
| 1. Person | annin, enni (mir) | ammen (uns (exkl.)) angwen, aninc, eninc (uns (inkl.)) |
| 2. Person | echi(n), achi(n)
(dir) alle(n) (dich, dir) |
achi(n),
echi(n) (euch) ande(n) (Ihnen) |
| 3. Person | athe(n) (ihm, ihr) | ethi(n) (sie, ihnen) |
Ebenso gibt es hier betonte Formen:
| 1. Person | anim (für mich) |
|---|---|
| 2. Person | anech (dür dich, für Sie, für euch, für Sie (Pl.)) |
| 3. Person | anest (für ihn, für sie, für es, für sie (Pl.)) |
Possessivpronomen drücken Besitz aus. In der folgenden Tabelle stehen sie bereits in der
lenierten Form, keine weitere Mutierung
durchführen!
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| 1. Person | nîn (mein) | vîn (unser (exkl.)) wîn (unser (inkl.)) |
| 2. Person | gîn (dein) lîn (Ihr) |
gîn (euer) dhîn (Ihr) |
| 3. Person | dîn (sein, ihr) | dîn (ihr) |
Da Possessivpronomen von Suffixen abstammen (die in Quenya verwendet werden),
können sie vermutlich nur nachgestellt werden. Man beachte auch, dass sie
normalerweise mit dem bestimmten Artikel i verwendet werden, falls es
sich um unbelebte Objekte handelt. Falls es sich um Personen handelt, wird kein
Artikel verwendet:
Falls nach einem Possessivpronomen ein weiteres attributives Adjektiv folgt,
so wird ohne Kürzung des n nasal mutiert:
Es gibt aber auch die
Möglichkeit, Besitz durch Suffixe anzuzeigen, vermutlich
ist es aber selten und nur auf eine handvoll fester Formen beschränkt.
Wir kennen:
Etwas unklar ist, ob der Endvokal im Urelbischen eine Rolle spielt, z.B.
stammt peth (Wort) von quettā ab. Der Possessiv könnte
pethan (mein Wort) lauten oder aber
pethen per Analogie. Sowohl lam als
auch gûr endeten ursprünglich auf ein -e, sie stammen von lambē
bzw.
ʒōrē ab. Die vollständige Tabelle mit -e- als
Bindevokal sieht wie folgt aus:
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| 1. Person | -en (mein) | -em, -emmir (unser (exkl.)) -enc, -engir (unser (inkl.)) |
| 2. Person | -eg (dein) -el (Ihr) |
-egir (euer) -el, -elir (Ihr) |
| 3. Person | -ed (sein, ihr) | -ent (ihr) |
Später wurden die folgenden Endungen verwendet:
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| 1. Person | -nin (mein) | -main, -men (unser (exkl.)) -wen (unser (inkl.)) |
| 2. Person | -gen (dein) -lein (Ihr) |
-gen (euer) -lein (Ihr) |
| 3. Person | -dyn (sein, ihr) | -deith, deid (ihr) |
Hier ist es wiederum nicht ganz klar, ob es lamnin,
lamgen, lamdyn etc. heißen sollte oder ob das erweiterte Formen der
oberen Tabelle sind, also lammenin, lammegen, lammedyn.
Quellen:
Parma Eldalamberon 17, SS. 42, 46
Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt des Satzes. Sie sind in der
folgenden Tabelle gesondert aufgelistet (identisch in
Singular und Plural):
| 3. Akkusativ | in (sich selbst) |
|---|
| 3. Dativ | anin, enin (für sich selbst) |
|---|
| 3. Possessiv | în (sein eigener/-e/-s etc.) |
|---|
Den Unterschied in der Verwendung sieht man am folgenden Beispiel:
In der 1. und 2. Person werden sie dagegen nicht benutzt:
[Später hat Tolkien dagegen im als ein generelles
Reflexivpronomen uminterpretiert, dadurch wird es offenbar in allen Personen
verwendet, neben Ú-chebin Estel anim wäre dann Im Narvi hain echant
mit "Narvi selbst baute sie" zu übersetzen und man müsste
Ú-chêb Estel anim
sagen. Siehe
Vinyar Tengwar 47, S. 37.]
Die Demonstrativpronomen sind wieder in lenierter Form angegeben:
Diese werden in der Regel wie Adjektive bzw. Possessivpronomen nachgestellt
und es wird der bestimmte Artikel bei Objekten verwendet. Vermutlich werden
nachfolgende attributive Adjektive ebenfalls nasal
mutiert:
In Sindarin ist leider nur ein einziges Fragewort wirklich sicher bekannt, nämlich man? (wer?,
was?). Daneben kann man aber noch einige abgeleitete Fragewörter verwenden:
Als generelle Platzhalter können pen (jemand) und uvan (niemand)
dienen (letzteres ist vermutlich man mit einem Negierungspräfix).
Syntax (Satzbau) |
[nach oben] |
Die Wortstellung in Sindarin ist gewöhnlicherweise SPO (Subjekt-Prädikat-Objekt):
Intransitive Verben scheinen aber vorangestellt werden, d.h. man hat hier
eine PS-Ordnung:
Relativsätze werden in Sindarin mit dem Artikel i eingeleitet, der
hier als Relativpronomen fungiert. Falls das Verb direkt danach folgt, sind hier
einige Beispiele mit und ohne Mutation bekannt. Wir nehmen
deshalb an, dass i sowohl im Singular als auch im Plural mit oder ohne
Lenition verwendet werden kann. Im Plural kann auch alternativ in
mit Nasalmutation verwendet werden:
Bei einer Kombination mit dem Dativ wird die zusammengezogene Form ai
"dem, der...; für den, der.../ denen, die...; für die, die..." benutzt:
Quellen:
The Letters of J.R.R. Tolkien, Brief #332
Hier werden einige Verknüpfungen zwischen verschiedenen Wortarten aufgeführt. Dieser Abschnitt soll eher die Verbindungen innerhalb der Sprache herausstellen und weniger eine Anleitung zur Wortbildung sein.
Bei abgeleiteten Verben entstehen die mit der Tätigkeit assoziierte
Substantive oft durch Streichung der Verbendung:
Bei einigen Stammverben kann die Substantivierung durch ein angehängtes -th
bewerkstelligt zu werden.
Eine allgemeinere Form (oft vergleichbar mit englischem -ing) ist -as:
Substantive können aus Adjektiven durch die Endung -as abgeleitet
werden.
Andererseits können Adjektive aus Substantiven durch die charakteristischen
Endungen -(r)en,
-eb, -ui erhalten werden.
Personenendungen braucht man immer dann, wenn man eine Person bezeichnen will, die eine bestimmte
Tätigkeit ausführt (z.B. "Zeichner"), einer bestimmten Eigenschaft entspricht
(z.B. "Unsterblicher") oder mit einem bestimmten Objekt zu tun hat, z.B. beim entwickeln
von Namen.
Hierfür gibt es die folgenden Möglichkeiten:
Es werden die Endungen -(o)r, -ir (geschlechtsneutral), -(r)on
(mask.), -(r)eth, -(r)il (fem.) verwendet:
Dieselben Endungen lassen sich auch an Substantive anhängen:
Zum selben Zweck kann jedoch auch einfach das Wort für Mann (dîr)
bzw. Frau (dîs) angefügt werden (was zur Spezialfallmutation
gehört und somit als -d- oder -n- auftauchen kann), oder
aber generelles pen (Person, jemand):
Eine Konstruktion oder etwas, das aus einem bestimmten Material gebaut bzw.
aus einzelnen Bestandteilen zusammengesetzt ist oder machmal auch einfach die
größere Variante bezeichnet, kann mit dem Suffix -as gebildet werden:
| [nach oben] |